Nach
der Single Kathie Doesn’t Come schieben THE
NOUVE nun ihr Debütalbum The Last
Goodbye Is Not Always The End nach. Songwriter
wie Bandkopf Robert Nouve und seine Gastmusiker haben ein Album
einspielt, das ich in dieser Form schon länger nicht mehr
gehört habe. Düster poppige Arrangements mit locker
flockigen, nicht zu harten Gitarren und einigen elektronischen
Elementen, ohne zu sehr mit der Popschiene anzubiedern, können
Hörer, die auf die guten alten The Cure oder auch Silke
Bischoff stehen, mit Sicherheit überzeugen. Unbestrittener
Höhepunkt ist der bereits angesprochene Kathie Doesn’t
Come, das mich irgendwie an alte Schrammeltracks des Indiepapstes
Philip Boa erinnert. Toller Song mit definitiven Ohrwurmqualitäten!
Doch auch auf relaxtere Tour können THE NOUVE
bei mir punkten – Love’s Philosophy verbreitet
drogengeschwängerte Loungeatmosphäre im The Doors
Stil mit Orgel und jazzigen Drums, während das verträumte
Universe die Gedanken schweifen lässt.
Leider kann das Niveau auf Albumlänge aber nicht unbedingt
gehalten werden. Allen voran die Coverversion von Silke Bischoff’s
unsterblicher Deprihymne I Don’t Love You Anymore
lässt mich unangenehm aufzucken. Besonders im ersten Teil
des Songs erschüttert der leierartige und ausdruckslose
Gesang meine Ohren. Die restlichen, teils stark an unüberhörbare
musikalische Vorbilder wie The Cure angelehnten Songs sind da
schon um einiges besser, aber dennoch eher im oberen Mittelmaß
angesiedelt, wobei ich hier auch wieder Kritik am wenig akzentuierten,
stimmlich ausbaufähigen Gesang anbringen muss. So laufen
die Songs stellenweise mehr oder weniger an den Ohren vorbei.
Wenn Robert Nouve sich beim nächsten Mal etwas mehr von
seinem Namensvetter aus England abhebt, die Finger von gefährlichen
Coverversionen lässt und weiterhin abwechslungsreiche Songs
abliefert, dann sind bestimmt mehr Punkte drin.
Das absolute Highlight
des Albums The Last Goodbye Is Not Always The
End der Darkpopper THE NOUVE
namentlich Kathie Doesn't Come wird mit dieser Single
als Vorbote des Albums ins Rennen geschickt. Zwei gute, aber
nicht weltbewegende Remixe komplettieren die 3-Track-Scheibe.
Die bekannten Electroclubber ASCII.DISCO verpassen der sonst
eher locker flockig daherschrammelnden Pop-Perle den nötigen
Biss in elektronischer Form, so dass THE NOUVE
auch auf den Tanzflächen die Leute zum Zappeln bringen
können. In eine sehr ähnliche Richtung geht der
Tom Berger Mix des etwas schwächeren Titels The Same
Approach As Yesterday.
Beide Tracks sind sicherlich nicht repräsentativ für
das abwechslungsreiche Album, fügen diesem aber eine
neue, clubtaugliche Facette hinzu. All jene, die die beiden
Songs der Single mögen und eher auf flottere Clubsounds
stehen, sollten daher vorsichtshalber lieber erst in das komplette
Album reinhören, bevor sie es blind ordern.
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