THE NOUVE – The Last Goodbye Is Not Always The End

 
Label: Nouve Recordings
Release: 30.06.2006
Von: Daniel
Punkte: 7/10
Time: 56:40
Stil: Darkpop/Indie
URL: The Nouve
 
Nach der Single Kathie Doesn’t Come schieben THE NOUVE nun ihr Debütalbum The Last Goodbye Is Not Always The End nach. Songwriter wie Bandkopf Robert Nouve und seine Gastmusiker haben ein Album einspielt, das ich in dieser Form schon länger nicht mehr gehört habe. Düster poppige Arrangements mit locker flockigen, nicht zu harten Gitarren und einigen elektronischen Elementen, ohne zu sehr mit der Popschiene anzubiedern, können Hörer, die auf die guten alten The Cure oder auch Silke Bischoff stehen, mit Sicherheit überzeugen. Unbestrittener Höhepunkt ist der bereits angesprochene Kathie Doesn’t Come, das mich irgendwie an alte Schrammeltracks des Indiepapstes Philip Boa erinnert. Toller Song mit definitiven Ohrwurmqualitäten! Doch auch auf relaxtere Tour können THE NOUVE bei mir punkten – Love’s Philosophy verbreitet drogengeschwängerte Loungeatmosphäre im The Doors Stil mit Orgel und jazzigen Drums, während das verträumte Universe die Gedanken schweifen lässt.
Leider kann das Niveau auf Albumlänge aber nicht unbedingt gehalten werden. Allen voran die Coverversion von Silke Bischoff’s unsterblicher Deprihymne I Don’t Love You Anymore lässt mich unangenehm aufzucken. Besonders im ersten Teil des Songs erschüttert der leierartige und ausdruckslose Gesang meine Ohren. Die restlichen, teils stark an unüberhörbare musikalische Vorbilder wie The Cure angelehnten Songs sind da schon um einiges besser, aber dennoch eher im oberen Mittelmaß angesiedelt, wobei ich hier auch wieder Kritik am wenig akzentuierten, stimmlich ausbaufähigen Gesang anbringen muss. So laufen die Songs stellenweise mehr oder weniger an den Ohren vorbei.
Wenn Robert Nouve sich beim nächsten Mal etwas mehr von seinem Namensvetter aus England abhebt, die Finger von gefährlichen Coverversionen lässt und weiterhin abwechslungsreiche Songs abliefert, dann sind bestimmt mehr Punkte drin.

Das absolute Highlight des Albums The Last Goodbye Is Not Always The End der Darkpopper THE NOUVE namentlich Kathie Doesn't Come wird mit dieser Single als Vorbote des Albums ins Rennen geschickt. Zwei gute, aber nicht weltbewegende Remixe komplettieren die 3-Track-Scheibe. Die bekannten Electroclubber ASCII.DISCO verpassen der sonst eher locker flockig daherschrammelnden Pop-Perle den nötigen Biss in elektronischer Form, so dass THE NOUVE auch auf den Tanzflächen die Leute zum Zappeln bringen können. In eine sehr ähnliche Richtung geht der Tom Berger Mix des etwas schwächeren Titels The Same Approach As Yesterday.
Beide Tracks sind sicherlich nicht repräsentativ für das abwechslungsreiche Album, fügen diesem aber eine neue, clubtaugliche Facette hinzu. All jene, die die beiden Songs der Single mögen und eher auf flottere Clubsounds stehen, sollten daher vorsichtshalber lieber erst in das komplette Album reinhören, bevor sie es blind ordern.