Seit
zehn Jahren lärmen THE KNUTS nun schon
im deutschen Underground herum und mit der Förster
vom Silberwald veröffentlicht der deutsche
Fünfer nun sein drittes Album. Die Aufmachung und Ausstattung
kann sich durchaus sehen lassen – farbiges Booklet, handfester
Sound und auch ein Video hat man noch mit auf die CD gepackt.
Musikalisch bewegt man sich im todesmetallischen Bereich, den
man durchaus versiert beackert.
Soweit - so gut. Musikalisch habe ich nicht viel am Schaffen
der KNUTS auszusetzen – textlich könnte
man aber an den Songs noch einiges verbessern. Die KNUTS
wollen sich mit Songs wie Inkontinenz Love oder Der
Greis ist heiß wohl in der Spaß-Fraktion platzieren,
was man aber durchaus eleganter als mit den dargebrachten holprigen
Proll-Reimen hätte realisieren können. Ich bin sicherlich
kein grundsätzlicher Gegner derartigen Humors, aber hier
ist bei den KNUTS noch einiges an Verbesserungspotenzial
vorhanden.
Das Video, das in DivX bzw. mpeg Format auf der CD zu finden
ist, ist ein Live Clip des bereits angesprochenen Titels Inkontinenz
Love. Das Auftreten der Band auf der Bühne erinnert
mich ein wenig an die österreichische Combo Freund Hein,
deren Mitglieder sich auf der Bühne auch immer wieder –
kreativ – dekorieren. Musikalisch können sie den
Avantgard-Posern aus Österreich aber nicht ganz das Wasser
reichen, dennoch sollten die Herren eventuell einmal einen gemeinsamen
Auftritt ins Auge fassen.
Abgesehen von den Eigenkompositionen sind auf dem Silberling
noch 2 Cover-Nummern, nämlich The Lion Sleeps Tonight
und It’s My Grind, eine etwas abgewandelte Version
der Bon Jovi – Schnulze. Letztere ist auch besser gelungen,
den schlafenden Löwen hätte man noch etwas destruktiver
an seiner Mähne packen können.
Abgesehen von den etwas verbesserungswürdigen Texten ist
Der Förster vom Silberwald aber
ein durchaus respektables Album, das man für die Kleinigkeit
von 5 € über die Bandhomepage beziehen kann.