Egal
ob Cover, Bandname, Logo, Titel oder was auch immer –
jede Scheibe schürt beim Anblick eine gewisse Erwartungshaltung
und schiebt unweigerlich Schubladen auf. Der Name verspricht
zunächst mal das große Sterben. Massenmenschenhaltung
mit anschließender Exekution kann aber ausgeschlossen
werden, wenn der Blick vom präsenten Logo auf dem Cover
abweicht und durch die Ferne der Dürre schweift. Ok, dann
also doch kein Gemetzel sondern politisch, kritische Sichtweisen
auf verschiedene Missstände. Dann wollen wir mal klären
ob sich auch die Musik in der ausgetrockneten, kargen Dürre
verliert oder doch mal hier und da was zum Anecken findet.
Obwohl es sich bei Triumph Of Tragedy um ein Debüt-Album
handelt ist die Mannschaft dahinter doch keine Unbekannte mehr.
Bevor sich die Belgier anno 2006 in THE DYING umbenannten,
beackerten die Jungs seit dem Jahr 2000 unter dem Banner Chimaera
die Schlachtfelder des Metals. Und die Umbenennung scheint der
Band gut getan zu haben, immerhin konnten THE DYING zuletzt
auf der Unholy Alliance Tour für Slayer, Trivium, Amon
Amarth und Mastodon eröffnen und anheizen. Und diese Konstellation
zeigt auch klar, wo sich die Thrash Metal Combo derzeit platziert:
Für ganz oben ist es (noch) zu wenig, für unten ist
es zu viel – nennen wir es gehobenes Mittelfeld mit Potential
nach oben. Auf Triumph Of Tragedy wissen THE
DYING wie man Old School Thrash Elemente mit neuzeitlichen
Einflüssen des Thrash verbindet. Jeder Track bietet dabei
noch mehr oder weniger Raum für einen Schuss melodischen
Death Metal der schwedischen Schule. Der Spagat zwischen knackigen
Riffs der Marke Slayer, Exodus und melodiösen Parts wird
gekonnt ohne Leistenbrüche gezockt. Am markantesten herauszuheben
sind allerdings sind die Vocals; diejenigen von euch, die Kreator’s
Mille als Offenbarung verehren, dürften bei den mehr als
offensichtlichen Anleihen doch die Stirn runzeln. Obwohl THE
DYING gekonnt und souverän ihre Tracks auf Triumph
Of Tragedy runterschmettern, fehlt es der Scheibe an
dem letzten Kick und an wirklich herausragenden Songs. Daran
dürfen die Belgier gerne noch auf ihrem Weg durch die Dürre
arbeiten, wenngleich Triumph Of Tragedy schon
die Krusten aufbricht und zum leben bringt.