THE DEAD BEGINNERS - Sinner's Rebellion

Label: Spikefarm Records

Release: Juli 2000

Von: Caro

Punkte: 7

  
Gleich zu Beginn dieser CD wird der Hörer mit einem ziemlich pompösen Intro konfrontiert, Keyboard, sanfte Gitarren und bedächtige Rythmen lassen erst mal auf eine Doom Metal Band schließen. Doch dann, etwa eineinhalb Minuten später wird so richtig heftig gekracht, doublebass Beats fegen durch die Boxen, ein unmotivierter Finne kreischt sich die Seele aus dem Leib und die Keyboards laufen unbeirrt im Hintergrund weiter. Und dann wieder, kaum hat man sich an den Black Metal Teil der Musik gewöhnt, kommt auch schon wieder was langsames, depressives. Eine ziemliche Berg und Talfahrt die ganze Geschichte. Ich muß zugeben, die langsamen Parts sind unheimlich (im wahrsten Sinn des Wortes) gelungen, obwohl die Melodien irgendwie mal wieder so Dimmu Borgir mäßig klingen (ich weiß, ich liebe diesen Vergleich). Naja, eine Ähnlichkeit mit Cradle Of Filth ist auch noch vorhanden. Doch will man sich nicht so recht an das zusammengestückelte Gefühl gewöhnen, das beim Hören des ersten Liedes entsteht. Dieser Song trägt dann auch noch den besonders interessanten Namen Calling Ruby (The Last Letter To The First Lady Of Jesus Christ). Ob diese Lady auch solche Gefühlsschwankungen wie das Lied hatte? Was danach kommt klingt vom Stil her ziemlich ähnlich, obwohl man bei Lied Nummer 2 (hat wieder so einen seltsamen Titel den sich keiner merkt: Treason Via Magdalene ) sogar weibliche Gesangsparts integriert und die Stimmung des Liedes in etwa gleich bleibt: eine schöne düstere, sehr melodische Black Metal Nummer. Ok, der Sprechpart ist etwas misslungen aber sonst ganz akzeptabel. Lied Nummer 3 (den Titel merkt man sich jetzt sogar: The Wounderable One) beginnt mit einem Akkordeon (!!!) Intro, der Gesang ist diesmal etwas sanfter und ab und zu kann man sogar Vergleiche zu Primordial ziehen. Der Primordial Vergleich wird vor allem in Lied Nummer 7 The Illfated deutlich, wow, der Finne kann sogar singen und das Gitarrensolo, beziehungsweise Riff ist cool!. Lustig ist der Song mit dem ebenso lustigen Titel Amadeus 2000: soll wohl aussagen, dass Herr Mozart im Jahre 2000 wahrscheinlich ein böser Black Metaller gewesen wäre (und Herr Mozart dreht sich im Grab um...) . Irgendwie kann ich die Finnen nicht wirklich einordnen, einerseits hämmern sie brutalo Black Metal runter, andererseits aber sind ihre Nummern doch so extrem melodisch, finster und schön, durchzogen von langen Instrumental Parts, dass ich die Bezeichnung Black Metal hier schon fast als Blasphemie sehen würde. Ich kann mich auch auf Dark Melodic Metal einigen, selbst wenn der Ausdruck jetzt erfunden ist, er beschreibt die DEAD BEGINNERS noch am besten. Und wie es sich für einen braven Finnen gehört wurde das Album in den Tico Tico Studios aufgenommen.

Fazit: wer 43 Minuten Gefühlsschwankungen mit ziemlich genialen Melodien haben will, sollte das Ding kaufen. Vorher aber unbedingt ein Lied ganz hören, denn aus Melodien werden oft brutale Schreie.