In Anbetracht
der Intensität mit welcher manche Herrschaften, durchaus
berechtigterweise, die Vielschichtigkeit der schwarzen Szene
analysieren und bewundern, stellt sich für manche Künstler
sicherlich nicht selten die Frage, ob man jene scheinbar unerschöpfliche
Stilvielfalt nicht irgendwie zusammenbringen könnte - zumindest
musikalisch. Unmöglich, denkt ihr? Nun denn, die vier Koblenzer
Musiker von THE COUNT beweisen mit ihrem frischgebackenen
Album Zero in exzellenter Weise das
Gegenteil und konnten nun auch verdientermaßen vom renommierten
Gothic-Label Dark Wings unter die Fittiche genommen werden.
Seit dem 24.01 wird Zero über
SPV vertrieben, was bedeutet, dass sowohl Clubgänger, als
auch Fans der ruhigeren, dunklen Klänge aufhorchen und
sich anschnallen sollten!
In einem fulminanten Potpourri schaffen es die Jungs doch tatsächlich
Industrial, Electro und sphärischen Darkwave miteinander
zu verknüpfen und machen dabei auch vor soliden rockenden
Gitarren und Synthiepop-Einflüssen nicht halt. Zero
ist geprägt von einem Abwechslungsreichtum der seines gleichen
sucht... So findet man von Oliver's klassisch verzerrten Electro-Vocals,
über dicht angelegte Synthie-Wände, bis hin zu romantischen
Klaviermelodien wirklich alles, was das Herz begehrt und sogar
eine fragil klingende, wunderschöne Damenstimme findet
ihren gebührenden Einsatz! THE COUNT decken
auf ihrem zweiten Longplayer (nach der ersten Demo CD Leave
Humanity In Dust) ein unglaublich weitreichendes
Stimmungsspektrum ab - mal findet man sich in einer schaurigen,
maschinellen Dunkelheit wieder, dann betten klagende, romantische
Melodien die Songs in ein eher sehnsüchtiges Klanggerüst,
um im nächsten Moment wieder träumerisch oder rockig
und aggressiv daherzukommen. Textlich präsentieren sich
THE COUNT sowohl in englischer als auch in
deutscher Sprache, obwohl man auf Letzteres auch gut hätte
verzichten können, da deutsche Lyrics immer so einen "Gruftschlager"-Touch
mit sich bringen. Aber das ist meine bescheidene Meinung und
abgesehen davon, dass Geschmäcker bekanntlich verschieden
sind, tut dieses kleine Manko dem Ganzen keinen Abbruch. Ich
hoffe auf alle Fälle, dass ich nicht die Einzige sein werde,
welche wirklich hellhörig geworden ist, was diese Formation
angeht. Und ich hoffe ebenfalls, dass ich nicht die Einzige
sein werde, welche Songs wie Plastik oder das wundervolle
Ground als Dauergäste im hauseigenen CD-Player
beherbergen wird...