Solides
Album. Fast durch die Bank gefällig. Schmissige Melodien
im Midtempo-Bereich mit gelegentlichen Ausflügen in hymnisch
epische Breiten. Füße und Köpfe können
die meiste Zeit gepflegt mitwippen. Manche Melodielinie kommt
etwas unoriginell daher, aber das ist nach vielen tausend Jahren
Musikgeschichte auch kein wirklich negativer Bewertungspunkt.
Was also gibt es zu mäkeln, was nordet das Album eher Richtung
Mittelmaß als überdurchschnittlich ein? Da ist zum
einen Jonas Radehorns Organ: in ruhigen und entspannten Momenten
zwar recht hell, aber durchaus goutierbar, wird es zum leicht
nervigen Störfaktor, sobald er in schnellere oder aggressivere
Passagen wechselt. Derartige Gesangsvorstellungen gibt es im
Übermaß und häufig wesentlich besser vorgetragen.
Hier ein wenig Abgrenzung zu anderen Progressive/Epic/Powermetal
Combos, und es wäre viel gewonnen. Außerdem plätschert
die gleichförmige Stimmung des Albums gegen Ende doch etwas
banal dahin. Wo in Lied 7, In The Ashes Of A Dream
an Uriah Heep gemahnende Momente noch für anerkennende
Überraschung sorgen, sind die Gesangslinien des folgenden
Word Of Silence schlicht langweilig. Zwar hauen die
Instrumentalparts mit ihren pathetischen Chören noch ein
bisschen was raus, aber insgesamt bleibt das Lied zu unauffällig.
Ähnliches gilt für Hammer Of Divine, wobei
hier die instrumentalen Passagen mehr punkten können.
Insgesamt gesehen, gibt es wesentlich unangenehmere musikalische
Wegbegleiter als THE CITADEL. Aber zwischen
Dream Theater, Queensryche und Bon Jovi auch vielfach ähnliches
und besseres. Nichtsdestotrotz wird die CD ab und an für
gut fünfzig Minuten beschaulicher Unterhaltung ihren Weg
in den heimischen oder mobilen Player finden. Gemessen an dem
musikalischen Scheiß, der tagtäglich die Gehörbahnen
via Radio und Musiksendern verstopft, ist Brothers
Of Grief bei allen Schwächen fast schon ein
musikalisches Highlight.