Selbst
nennt die Band ihre Musik „Vampiric Metal“, und
das ist so verkehrt nicht, klingt die Musik doch ziemlich anämisch.
THEATRES DES VAMPIRES spielen eine eigene Variante des
beliebten Gothic Metals, mit einer leicht asthmatischen Frontfrau,
die kein Stimmwunder ist, aber auch nicht gnadenlos nervt. Der
mit mannigfaltigen – leider ziemlich billig klingenden
– Keyboardspielereien unterlegte Sound bewegt sich abseits
des Mainstreams, besitzt durchaus Profil und gefällige
Melodien – und genau das ist das Problem. Denn düster,
geheimnisvoll und vor allem aufregend klingt Anima Noir
nur an wenigen Stellen. Meistens ist das ein schwächlicher
Synthiemix mit metallischem Beistand, der zwar einigermaßen
druckvoll dargeboten wird, aber kaum für großen Wirbel
sorgt. Musik, die als Pausenfüller einer gotischen Mitt-Neunziger
(oder Achtziger?) Großraumdisco, die kurzzeitige Aufmerksamkeit
geneigter AnhängerInnen auf sich gezogen hätte, heute
aber ein wenig blassblaubieder aus den Boxen schallt. Das schmerzt
nicht, eignet sich wunderbar zum Bügeln der schwarzen Kutten
und sonstiger Accessoires, die ein Bügelbrett als Unterlage
verdient haben. Aber es schockt nicht und rockt nur wenig. Textlich
wird sich zwar Mühe gegeben, dem nächtlichen Treiben
eine passende Form zu verleihen, aber zwischen Kain, Regen,
Blutabhängigkeit und Schmetterlingen, passiert wenig Neues
im Transsylvanien der ewig spottenden Nacht. Und bei einem Titel
wie Dust denkt man unweigerlich an Marjorie und ihre
Fat Fighters, denen sie „Staub“ als Diätwundermittel
andrehen möchte. Der hat zwar nur wenig Kalorien, aber
leider auch kaum Nährwert. Womit wir wieder bei Anima
Noir wären.