Also, ähm…
was soll ich dazu sagen? Wieder einmal eine fünfköpfige
italienische Combo, die gerne progressiven Metal machen möchte,
was ja durchaus berechtigt und ein hehres Ziel ist. Ich nehme
es gleich vorweg, dass es THE FIFTH SEASON
auf Stronger, Perfect nicht so recht
gelingt.
Leider gelingt es ihnen nicht! Denn die Musiker sind fähig,
wenn auch (noch) nicht virtuos und wirklich kreativ. Sänger
und Flötist Francesco „Bodhi“ Raffaele hat
eine recht angenehme und potenziell vielseitige Stimme, die
aber doch sehr oft schwach und verfremdet im Hintergrund bleibt.
Marco „Von Kreutz“ Novello (wo immer er auch diesen
merkwürdigen Spitznahmen herhaben mag…), der Mann
an den Tasten und Effekten kreiert interessante Sounds und setzt
sie unaufhörlich ein, was nicht wirklich zur Qualität
der Musik beiträgt. Die drei übrigen Musiker sind
solide, aber können mich nicht vom Hocker reißen.
Das Gleiche gilt für die Musik. Das Songwriting lässt
arg zu wünschen übrig und ich kann nur den alten Spruch
anmerken: weniger ist manchmal eben doch mehr! Ich finde keine
schönen oder interessanten Melodien, weder in der Gesangslinie,
noch bei der Leadgitarre (wenn man die überhaupt mal wahrnimmt!).
Es reicht eben nicht, in lang gezogene Musikstücke möglichst
viele abgefahrene Sounds und hin und wieder mal eine nervige
Flöte einzubauen, um sich progressiv zu nennen!
THE
FIFTH SEASON haben gewiss irgendwo das Potenzial, gute
Musik zu machen, aber daran müssen sie noch intensiv arbeiten.
Es reicht nicht, härtere mit softeren Passagen einfach
abzuwechseln, die Unterschiede in Härte und Geschwindigkeit,
Rhythmus und Gesangslinie müssen aus einer Art Spannungsbogen
heraus berechtigt sein, das darf nicht um ihrer selbst Willen
geschehen, dann klingt es nur noch gewollt.
Leute, hört euch intensiv Prog-Größen, von Pink
Floyd, Camel, Marillion… bis Dream Theater, Symphony X,
Opeth an und findet raus, wie und was die richtig machen, dann
werdet ihr auch eine Chance haben, echten Prog Metal zu kreieren.