TERROR 2000 – Slaughter In Japan Live 2003  
 
Label: Scarlet Records
Release: 08.12.2003
Von: Psycho
Punkte: 3,5/10
Time: 40:55
Stil: Thrash Metal
URL: Terror 2000
 

Eigentlich versucht man im Hause Scarlet ja immer, ein gewisses Qualitätsniveau nicht zu unterschreiten. Um so unverständlicher erscheint es mir da, warum die doch eher durchschnittliche Thrash Band TERROR 2000 nach bereits zwei Studio-Alben eine Live CD unters Volk werfen darf/soll. Denn der bisher erarbeitete, relativ gute Ruf, der sich nicht zuletzt auch auf darauf begründete, dass hier u.a. Darkane- und Soilwork-Musiker am Werk sind, dürfte mit Slaughter In Japan eher an Reputation verlieren als gewinnen.

Schuld daran sind die matschige, undifferenzierte Produktion und die einfach zu häufig vorkommenden schiefen Töne, verpatzten Leads und sonstigen Unstimmigkeiten, als das da noch ein ansonsten stets löblicher Verzicht von Overdubs hervorzuheben wäre, sowie das aus diesen beiden Faktoren entstehende breiige Soundkonglomerat, welches selbst eingefleischte Fans kaum begeistern dürfte. Soilwork-Sänger Speed Strid klingt fürchterlich eindimensional bzw. überanstrengt, und beim vorletzten Stück scheut man sich nicht, eine katastrophale Cover-Version von Elvis Presleys (You're The) Devil In Disguise zum "Besten" zu geben. Das Publikum ist zwar teilweise recht laut, aber sehr häufig fällt auch auf, dass Reaktionen auf die Ansagen o.ä. gar nicht statt finden. So könnte die Audience genauso gut Hintergrundlärm vom Band oder dem Fußballstadion nebenan sein. Überhaupt klingt die ganze Aufnahme so, als ob es sich um eine Direktabnahme vom Mischpult handelt. Wird ja zu Kontrollzwecken gerne gemacht, ist aber dann eigentlich nur für den internen Gebrauch vorgesehen. Obwohl früher daraus auch gerne mal überteuerte Bootlegs gebastelt wurden...

Der an sich recht gelungene Querschnitt durch die beiden bisherigen Veröffentlichungen kann da nichts mehr retten, zumal bereits vorher vorhandene Schwächen live eher noch deutlicher zu Tage treten. So ist z.B. Back With Attack teilweise ziemlich dreist von Slayer (vor allem bei Hell Awaits) geklaut, während sich die ganz schnellen Tracks wie z.B. der Opener Son Of A Gun, Daughter Of A Slaughter oder Faster Disaster einfach nur als schlecht gespielter 80er Jahre-Thrash entpuppen. Entweder brauchte man noch eine Japan Live-CD, um später mal die Enkelkinder beeindrucken zu können, oder TERROR 2000 wechseln demnächst die Plattenfirma und waren Scarlet noch eine Veröffentlichung schuldig ('ne Best Of bei zwei Studioplatten wäre ja auch der Gipfel gewesen). Dafür spricht, dass die CD schon längst raus ist, auf der Band-Homepage aber mit keinem Wort erwähnt wird; dagegen, dass Scarlet für die Scheibe echt noch Werbung machen. Warten wir's ab...
Bis dahin solltet ihr die Weihnachtskohle der lieben Verwandten aber besser anderweitig verjubeln. Mit Ach und Krach (sic!) 3,5 Punkte.