Eigentlich
versucht man im Hause Scarlet ja immer, ein gewisses Qualitätsniveau
nicht zu unterschreiten. Um so unverständlicher erscheint
es mir da, warum die doch eher durchschnittliche Thrash Band
TERROR 2000 nach bereits zwei Studio-Alben
eine Live CD unters Volk werfen darf/soll. Denn der bisher erarbeitete,
relativ gute Ruf, der sich nicht zuletzt auch auf darauf begründete,
dass hier u.a. Darkane- und Soilwork-Musiker am Werk sind, dürfte
mit Slaughter In Japan eher an Reputation
verlieren als gewinnen.
Schuld
daran sind die matschige, undifferenzierte Produktion und die
einfach zu häufig vorkommenden schiefen Töne, verpatzten
Leads und sonstigen Unstimmigkeiten, als das da noch ein ansonsten
stets löblicher Verzicht von Overdubs hervorzuheben wäre,
sowie das aus diesen beiden Faktoren entstehende breiige Soundkonglomerat,
welches selbst eingefleischte Fans kaum begeistern dürfte.
Soilwork-Sänger Speed Strid klingt fürchterlich eindimensional
bzw. überanstrengt, und beim vorletzten Stück scheut
man sich nicht, eine katastrophale Cover-Version von Elvis Presleys
(You're The) Devil In Disguise zum "Besten"
zu geben. Das Publikum ist zwar teilweise recht laut, aber sehr
häufig fällt auch auf, dass Reaktionen auf die Ansagen
o.ä. gar nicht statt finden. So könnte die Audience
genauso gut Hintergrundlärm vom Band oder dem Fußballstadion
nebenan sein. Überhaupt klingt die ganze Aufnahme so, als
ob es sich um eine Direktabnahme vom Mischpult handelt. Wird
ja zu Kontrollzwecken gerne gemacht, ist aber dann eigentlich
nur für den internen Gebrauch vorgesehen. Obwohl früher
daraus auch gerne mal überteuerte Bootlegs gebastelt wurden...
Der
an sich recht gelungene Querschnitt durch die beiden bisherigen
Veröffentlichungen kann da nichts mehr retten, zumal bereits
vorher vorhandene Schwächen live eher noch deutlicher zu
Tage treten. So ist z.B. Back With Attack teilweise
ziemlich dreist von Slayer (vor allem bei Hell Awaits) geklaut,
während sich die ganz schnellen Tracks wie z.B. der Opener
Son Of A Gun, Daughter Of A Slaughter oder Faster
Disaster einfach nur als schlecht gespielter 80er Jahre-Thrash
entpuppen. Entweder brauchte man noch eine Japan Live-CD, um
später mal die Enkelkinder beeindrucken zu können,
oder TERROR 2000 wechseln demnächst die
Plattenfirma und waren Scarlet noch eine Veröffentlichung
schuldig ('ne Best Of bei zwei Studioplatten wäre ja auch
der Gipfel gewesen). Dafür spricht, dass die CD schon längst
raus ist, auf der Band-Homepage aber mit keinem Wort erwähnt
wird; dagegen, dass Scarlet für die Scheibe echt noch Werbung
machen. Warten wir's ab...
Bis dahin solltet ihr die Weihnachtskohle der lieben Verwandten
aber besser anderweitig verjubeln. Mit Ach und Krach (sic!)
3,5 Punkte.