Chris
Pohl ist bekanntlich ein (offensichtlich freizeitreiches) arbeitswütiges
Multitalent (Blutengel, Tumor) und hat nach 3 Jahren erfolgreichen
Schaffens in anderen Projekten mal wieder TERMINAL CHOICE
ins Studio geschickt. Mit New Born Enemies schließt
man am 2003er Menschenbrecher an,
legt aber ein bisschen was an Gitarren und harschen Electro-Sounds
nach. Songs wie Call Me und Little Seventeen
krachen auch gut aus den Boxen, aber selbige als „Industrial-Metal-Monster“
und Brückenschlag zu Rob Zombie und Co. zu bezeichnen,
ist dann doch ein bisschen übertrieben. Ich unterstelle
hier mal ganz frech, das man sich musikalisch einfach am hippen
und kommerziell erfolgreichen Trend in den Staaten orientiert.
Dennoch gehen die Songs ins Ohr, sind abwechslungsreich aufgebaut
und dürften bei der anvisierten Zielgruppe entsprechend
gut rüberkommen (Golden Days, Nothing). Dennoch
kann der Spannungsbogen insbesondere in der zweiten Hälfte
des Albums nicht beibehalten werden. Dann geht einen die sonore
Stimme von Chris Pohl langsam auf die Nerven. Während Songs
wie Like This und Devil Daddy ein wenig an
Pain erinnern, stößt zumindest mir die an zweiter
Stelle gesetzte Coverversion von Yazoo’s Don’t
Go unangenehm auf. Insgesamt ist New Born Enemies
mit 16 Songs schlicht zu langatmig.
Für Chris Pohl Fans sicher ein Muss, Elektro-Feinschmecker
finden ohne Probleme gehaltvollere Kost.