| Zum
Ende des Jahres scheint es noch einmal eine richtige Schwemme
guter Eigenproduktionen aus heimischen Gefilden zu geben. Denn
auch das nach fünf Jahren neue Lebenszeichen von TEMPTAMENTUM
kommt mit professioneller Aufmachung und einem recht amtlichen,
manche Labelveröffentlichung in den Schatten stellenden Sound
daher. Kompliment schon mal dazu: die Mühe hat sich definitiv
gelohnt!
Musikalisch
hat man sich dem technischen, anspruchsvollen Death Metal verschrieben.
Im Info wird auch noch auf einige Black Metal-Einflüsse verwiesen,
die ich jedoch, wenn überhaupt, nur am kehlig klingenden
Gesang festmachen kann. Vielmehr scheinen mir die drei Süddeutschen
(plus Aushilfsdrummer Uwe Kurz) einen deutlichen Thrash-Einschlag
zu haben, denn einige Riffs gehen ziemlich stark in diese Richtung.
Trotzdem wird man hier vor allem einen Vergleich anführen
müssen, und zwar Opeth.
TEMPTAMENTUM sind aber keine einfallslosen Kopisten,
sondern bedienen sich nur ähnlicher Mittel, um ihren eigenen
Stil zu definieren, der ansonsten eigentlich gar nicht so viel
mit den Schweden gemein hat. Denn auch hier finden sich immer
wieder sehr gut gelungene akustische, klassisch angehauchte Gitarrenpassagen,
die Stücke selber sind teilweise recht lang, wirken dabei
aber sehr ausgereift und sind trotzdem ziemlich kompakt komponiert,
wobei insgesamt auch ausreichend Wert auf schnelle Passagen gelegt
wird.
Als
exemplarisch kann man hier z.B. The Purgatory Winter
anführen: zunächst gibt es noch mit Interludium
- The Rebellion eine Art vorgeschobenes akustisches Intro.
Dann fühle ich mich nach dem schleppenden, durch komplexe
Bassläufe angereichertem Beginn beim ersten schnellen Riff
zunächst an Dissection erinnert, während die Strophe
von den Gitarren her ein wenig nach Sodomy and Lust (Sodom) klingt,
jedoch ebenfalls immer wieder von Breaks durchzogen wird und das
ganze schließlich nach einem durchdachten und interessanten
Mittelteil wieder den Weg zum Anfang findet.
Da die anderen Tracks dem qualitativ nicht nachstehen (vor allem
das Titelstück sowie das 9-minütige Megaopus Scarlet
Gleaming Darkness) kann man wirklich von einer rundherum
gelungenen CD sprechen. Erwähnt sei noch, dass Keyboards
entgegen dem Trend nur sehr selten und dann weit im Hintergrund
eingesetzt werden, und das man diese hervorragenden 37 Minuten
Eigenproduktion für nur 10 Euro (inkl. Porto und Verpackung)
auf der gut gemachten TEMPTAMENTUM-Homepage bestellen
kann. Was ihr dann auch dringend tun solltet!
Temptamentum |