Was erwartet
man von einer Band, die bereits vor fünf Jahren mit ihrer
ersten kompletten LP (vorher gab es zwei EP’s und eine
Split EP) Musikgeschichte geschrieben hat??? Eine Band, die
durch Umbesetzungen bereits mehrfach vor dem Aus stand, auf
deren zweites Album man tatsächlich fünf Jahre warten
musste, was andere Bands schon längst ins Nirvana gesprengt
hätte. Eine Band, bei der Mike Patton nachfragt, ob er
auf ein paar Stücken mitmachen darf, was mit der grandiosen
EP Irony Is A Dead Scene (2002) dokumentiert
wird!!!
Ihre bisherigen musikalischen Exzesse führten die Band
in die extremsten Grenzbereiche zwischen, oder jenseits von
ultraschnellem Hardcore, Death Metal und Jazz, verbunden durch
eine unzählige bis unglaubliche Anzahl von Breaks, was
es in dieser Form vorher so noch nicht gegeben hatte.
Statt in
noch extremere Gefilde abzutauchen, und einfach alles viel schneller
zu spielen, oder noch mehr Breaks einzubauen, was sicherlich
die meisten erwartet hätten, suchten T.D.E.P.
neue Herarausforderungen. Die Zusammenarbeit mit Mike Patton
hinterließ Spuren (z.B. bei dem grandiosen neuen Sänger
Greg Puciato), die Begeisterung der Band für Nine Inch
Nails ist heraus zu hören, und tatsächlich finden
sich einige erschreckend STRAIGHTE Parts auf der Platte, die
mal länger als 10 Sekunden dauern, dazu Streicher, Pianos
und elektronische Experimente, die dem Ganzen ein anderes Klangbild
verschaffen.
Doch bevor
die Die Hard Fraktion brüllt, jammert und "Sell Out"
kreischt, STOP! ... Natürlich besteht der Hauptteil der
Songs wieder aus dem Sound, den T.D.E.P. so
perfekt beherrschen. Schneller, chaotisch wirkender Hardcore
mit DeathMetal und Jazz-Elementen und unzähligen Breaks!!!
Allerdings kommt durch die genannten "stilfremden"
Elemente der gesamte Sound viel extremer rüber, da die
Band diesmal nicht über die komplette Spielzeit der LP
das harte Brett fährt. Ein zweites Calculating
Infinity hätten wir auch nicht gebraucht.
Fakt ist,
diese Platte wird spalten, und das ist gut so. 11 Punkte.