Als
finnische Metal-Kapelle mit Frau muss man sich wohl oder übel
dem Nightwish-Vergleich stellen (ob das nun gut ist oder nicht,
sei einfach mal dahingestellt). Dem können sich auch TACERE
mit ihrem aktuellen Werk Eras-Reveries
nicht entziehen. Tatsächlich mutet der Fünfer aus
Vantaa an wie eine abgespeckte Version von Tarja Turunens Ex-Band:
Technisch sauber gespielte, aber für meinen Geschmack viel
zu hektisches Gitarrenzeugs und genau wie Sirene Tarja bevorzugt
Helena Haaparanta die sopranigen Tonlagen. Zum Glück verzichten
TACERE (wenigstens die meiste Zeit) auf aufgeblasenen
Orchester-Pomp, sonst hätten sie wohl nie eine Chance,
aus dem großen Nightwish-Schatten herauszutreten.
Und auch nach dem fünften Durchlauf in der Stereo-Anlage
ändert sich nichts daran, dass das Ding spätestens
nach der Hälfte (meine harmoniebedürftigen Gehörgänge)
gehörig zu nerven beginnt. Der Grund besteht einfach in
dem „zuviel“ an Arpeggi, Gitarrenquietschern, Doublebass-Geknüppel
und dramatischem Akkordgeschleuder.
Wirkliche Innovationen sind zugegebenermaßen schwer zu
verwirklichen. Doch auf Eras-Reverie
setzen die Finnen einfach zu sehr und mit allen Tricks aus der
klassischen Gitarrenschule auf selbstverliebte Profilierung.
Dafür mag es, irgendwo in der Schnittmenge zwischen Nightwish
und Dream Theater, auch ein Publikum geben. Ich gehör mit
Sicherheit nicht dazu.