TACERE – Eras - Reveries

 
Label: Eigenproduktion
Release: 19.10.2005
Von: Ole
Punkte: 4/10
Time: 35:24
Stil: Progressive / Gothic Metal
URL: Tacere
 
Als finnische Metal-Kapelle mit Frau muss man sich wohl oder übel dem Nightwish-Vergleich stellen (ob das nun gut ist oder nicht, sei einfach mal dahingestellt). Dem können sich auch TACERE mit ihrem aktuellen Werk Eras-Reveries nicht entziehen. Tatsächlich mutet der Fünfer aus Vantaa an wie eine abgespeckte Version von Tarja Turunens Ex-Band: Technisch sauber gespielte, aber für meinen Geschmack viel zu hektisches Gitarrenzeugs und genau wie Sirene Tarja bevorzugt Helena Haaparanta die sopranigen Tonlagen. Zum Glück verzichten TACERE (wenigstens die meiste Zeit) auf aufgeblasenen Orchester-Pomp, sonst hätten sie wohl nie eine Chance, aus dem großen Nightwish-Schatten herauszutreten.
Und auch nach dem fünften Durchlauf in der Stereo-Anlage ändert sich nichts daran, dass das Ding spätestens nach der Hälfte (meine harmoniebedürftigen Gehörgänge) gehörig zu nerven beginnt. Der Grund besteht einfach in dem „zuviel“ an Arpeggi, Gitarrenquietschern, Doublebass-Geknüppel und dramatischem Akkordgeschleuder.
Wirkliche Innovationen sind zugegebenermaßen schwer zu verwirklichen. Doch auf Eras-Reverie setzen die Finnen einfach zu sehr und mit allen Tricks aus der klassischen Gitarrenschule auf selbstverliebte Profilierung. Dafür mag es, irgendwo in der Schnittmenge zwischen Nightwish und Dream Theater, auch ein Publikum geben. Ich gehör mit Sicherheit nicht dazu.