Die inzwischen
wohl endgültig etablierte THE REAPER COMES
Reihe geht heuer in die vierte Runde, ohne dass irgendwelche
Abnutzungs-erscheinungen zu erkennen wären. Ganz im Gegenteil,
so präsentiert sich die CD doch im edlen Digipack, erneut
gibt es ein exklusives Cover des amerikanischen Künstlers
Jason Engle zu bewundern, und die Bands werden mit jeweils einer
kompletten Seite im beiliegenden Booklet gefeatured.
Für läppische 5,- € plus Porto bekommt ihr also
eine handfeste und gut aufgemachte Veröffentlichung, die
auch musikalisch ihr Geld mehr als wert ist. Wie üblich
wird praktisch die gesamte Bandbreite des größtenteils
deutschen Untergrunds abgedeckt, so dass eigentlich jeder Metal-Interessierte
auf seine Kosten kommen sollte, zumal der Sound bis auf einige
wenige Ausnahmen teilweise fast schon verblüffend gut ist.
Folgende Bands sind diesmal vertreten:
1. Abandonded
– Private Little Hell: Professionell wirkender
Melodic-Thrash-Hammer, der direkt ins Ohr und in die Nackenwirbel
geht.
2. Arkhan – Dead Lady’s Diary:
Death Metal mit leichten Black-Einflüssen und interessanten,
nicht immer genretypischen Breaks.
3. Davidian – Entertainment:
Amerikanisch klingender und recht aggressiver Thrash Metal mit
einigen verschleppten Breaks und technischen anspruchsvollen
Passagen.
4. Eclipsis – The Shadow Of My Soul:
Ein Parforce-Ritt durch die dunkle Musikkunst mit dem Hauptaugenmerk
in Richtung Black Metal; großes Kino mit leider etwas
breiigem Sound.
5. Edge Of Thorns – Dark Magican:
Kraftvoller, harter und doch melodischer Power Metal, der sich
klar von dem üblichen True-Krempel abhebt.
6. Equilibrium – Unter der Eiche:
Pagan-Metal im Midtempobereich mit, neben dem deutschen Gesang,
stilprägenden Ausflügen in Gothic-Gefilde, die erst
seit kurzem bestehende Band klingt dabei bereits sehr ausgereift
und kompakt.
7. Nordafrost – Battle Of The Winterhordes:
Eher klassisch gehaltener Black Metal ohne viel sinnloses Geholze,
der sehr dicht und atmosphärisch rüberkommt.
8. Obnoxious – Final Chapter Closed:
Power/Thrash-Metal mit traditionell anmutenden Riffs und sehr
variablem Gesang; von den alten Hasen im Geschäft hätte
ich aber ehrlich gesagt einen Tick mehr erwartet.
9. Odium – Chaotic: Sehr originelles
Riffing und tempomäßig verschleppter, nichtsdestotrotz
aggressiver Thrash wird hier geboten, lediglich der Gesang kann
nicht ganz mithalten.
10. Pantheion – Friedensbringer:
Derber und rasend schneller Black Metal mit extremen Vocals
und melodiösen Leads, aber auch mit einem dumpfen Sound
und zu dominanten Keyboards.
11. Saintsbleed – Twisted Truth:
Klingen bei den hohen Gesangspassagen wie Destruction als Power
Metal-Band, insgesamt klassisch deutsches Kraftfutter mit straightem,
aber doch intelligentem Songaufbau.
12. Sorrowfield – Well Waters:
Mit Sicherheit die ungewöhnlichste Band des ganzen Samplers:
hart, aber nicht unbedingt extrem metallisch, technisch perfekt,
düster, abwechslungsreich, toll arrangiert; da wächst
anscheinend was ganz Großes heran!
13. Svart – Disarmed: Melodischer
Death Metal mit Iron Maiden-Touch und einigen Keyboard-Parts;
nicht schlecht, aber mir persönlich nicht eigenständig
genug.
14. Syre – Psycho: So macht
Death-Thrash Spaß: harte, aber eingängige Riffs,
aggressive Vocals, schweißtreibender Groove und peitschende
Drums; der ideale Rausschmeißer.
Meine Favoriten
sind folglich Abandoned, Eclipsis,
Odium, Sorrowfield und Syre,
was allerdings ganz klar eine Geschmackssache meinerseits ist
und die anderen Bands definitiv nicht abwertet. Das Niveau ist
wirklich sehr hoch und lässt folglich dem Hörer viel
Raum, interessante neue Bands zu entdecken. Da THE REAPER
COMES IV auf 1000 Stück limitiert ist, habt ihr
jetzt noch die Chance auf ein feines Sammlerstück.