THE REAPER COMES IV
 
Label: Eigenproduktion
Release: 14.06.2003
Von: Psycho
Punkte: -/-
Time: 71:11
Stil: Underground Sampler
URL: The Reaper Comes
 

Die inzwischen wohl endgültig etablierte THE REAPER COMES Reihe geht heuer in die vierte Runde, ohne dass irgendwelche Abnutzungs-erscheinungen zu erkennen wären. Ganz im Gegenteil, so präsentiert sich die CD doch im edlen Digipack, erneut gibt es ein exklusives Cover des amerikanischen Künstlers Jason Engle zu bewundern, und die Bands werden mit jeweils einer kompletten Seite im beiliegenden Booklet gefeatured.
Für läppische 5,- € plus Porto bekommt ihr also eine handfeste und gut aufgemachte Veröffentlichung, die auch musikalisch ihr Geld mehr als wert ist. Wie üblich wird praktisch die gesamte Bandbreite des größtenteils deutschen Untergrunds abgedeckt, so dass eigentlich jeder Metal-Interessierte auf seine Kosten kommen sollte, zumal der Sound bis auf einige wenige Ausnahmen teilweise fast schon verblüffend gut ist.
Folgende Bands sind diesmal vertreten:

1. AbandondedPrivate Little Hell: Professionell wirkender Melodic-Thrash-Hammer, der direkt ins Ohr und in die Nackenwirbel geht.
2. ArkhanDead Lady’s Diary: Death Metal mit leichten Black-Einflüssen und interessanten, nicht immer genretypischen Breaks.
3. DavidianEntertainment: Amerikanisch klingender und recht aggressiver Thrash Metal mit einigen verschleppten Breaks und technischen anspruchsvollen Passagen.
4. EclipsisThe Shadow Of My Soul: Ein Parforce-Ritt durch die dunkle Musikkunst mit dem Hauptaugenmerk in Richtung Black Metal; großes Kino mit leider etwas breiigem Sound.
5. Edge Of ThornsDark Magican: Kraftvoller, harter und doch melodischer Power Metal, der sich klar von dem üblichen True-Krempel abhebt.
6. EquilibriumUnter der Eiche: Pagan-Metal im Midtempobereich mit, neben dem deutschen Gesang, stilprägenden Ausflügen in Gothic-Gefilde, die erst seit kurzem bestehende Band klingt dabei bereits sehr ausgereift und kompakt.
7. NordafrostBattle Of The Winterhordes: Eher klassisch gehaltener Black Metal ohne viel sinnloses Geholze, der sehr dicht und atmosphärisch rüberkommt.
8. ObnoxiousFinal Chapter Closed: Power/Thrash-Metal mit traditionell anmutenden Riffs und sehr variablem Gesang; von den alten Hasen im Geschäft hätte ich aber ehrlich gesagt einen Tick mehr erwartet.
9. OdiumChaotic: Sehr originelles Riffing und tempomäßig verschleppter, nichtsdestotrotz aggressiver Thrash wird hier geboten, lediglich der Gesang kann nicht ganz mithalten.
10. PantheionFriedensbringer: Derber und rasend schneller Black Metal mit extremen Vocals und melodiösen Leads, aber auch mit einem dumpfen Sound und zu dominanten Keyboards.
11. SaintsbleedTwisted Truth: Klingen bei den hohen Gesangspassagen wie Destruction als Power Metal-Band, insgesamt klassisch deutsches Kraftfutter mit straightem, aber doch intelligentem Songaufbau.
12. SorrowfieldWell Waters: Mit Sicherheit die ungewöhnlichste Band des ganzen Samplers: hart, aber nicht unbedingt extrem metallisch, technisch perfekt, düster, abwechslungsreich, toll arrangiert; da wächst anscheinend was ganz Großes heran!
13. SvartDisarmed: Melodischer Death Metal mit Iron Maiden-Touch und einigen Keyboard-Parts; nicht schlecht, aber mir persönlich nicht eigenständig genug.
14. SyrePsycho: So macht Death-Thrash Spaß: harte, aber eingängige Riffs, aggressive Vocals, schweißtreibender Groove und peitschende Drums; der ideale Rausschmeißer.

Meine Favoriten sind folglich Abandoned, Eclipsis, Odium, Sorrowfield und Syre, was allerdings ganz klar eine Geschmackssache meinerseits ist und die anderen Bands definitiv nicht abwertet. Das Niveau ist wirklich sehr hoch und lässt folglich dem Hörer viel Raum, interessante neue Bands zu entdecken. Da THE REAPER COMES IV auf 1000 Stück limitiert ist, habt ihr jetzt noch die Chance auf ein feines Sammlerstück.