Ein Label-Sampler
der sich großspurig REVOLUTION CALLING
nennt, muß sich gefallen lassen, genauestens unter die
Lupe genommen werden, vor allem wenn sich dann heraus stellt,
das der Großteil der Bands mittelmäßigen Metalcore
oder Death Metal spielen.
Keine Frage die Kombination aus CD und DVD ist natürlich
„as value for money as possible“ auch wenn sich
auf der DVD vor allem Live Videos oder selbst gedrehtes Material
befindet, also nicht wirklich etwas für die Augen ist.
Als Werkschau für den französischen Untergrund mag
es vielleicht nicht repräsentativ aber auf jeden Fall informativ
sein.
Damit wir hier nicht alles verallgemeinern, behandeln wir alle
Bands mal im Schnelldurchgang:
HACRIDE
(CD): spielen okayen Metalcore mit reichlich Death-Metal Anteil
GTI (jeweils ein Track): spielen mit Samples
und genrefremden (Polka) Elementen verzierten Metalcore, der
aber nicht zündet und die Idee will auch nicht rüberkommen.
Auf den ersten Blick nett, dann aber eher pseudomäßig
anspruchsvoll wirkend.
KEVORKIA (jeweils ein Track): mittelmäßiger
Metalcore mit reichlich Death-Metal Anteil, mäßig
anhörenswert.
AENIMA (jeweils ein Track): fallen schon durch
den derben „unproduzierten“ Schreddersound auf,
gehören aber mit ihrem Crustigen Chaos-Rock’n‘
Roll zu den absoluten Highlights, rockt was das Zeuch hält.
Sehr gut.
SUPERSTATIC REVOLUTION (CD): fast schon Black-Metal
mäßiges Prügelchaos, sehr gut und sehr energiegeladen.
ZUBROWSKA (CD): ge-Göteborgter Metalcore,
nett aber ohne nennenswerte Highlights.
GOJIRA (jeweils ein Track): Death-Metal mit
Morbid Angel Anleihen, technisch einwandfrei, aber leider irgendwie
belanglos.
KLONE (jeweils ein Track): spannender Mix aus
Death und Power Metal, technisch anspruchsvoll und melodiös,
kein übertriebenes Gegrunze, guter Groove, etwas pathosgeladen,
aber sehr gut. Ein Highlight des Samplers.
NERV (jeweils ein Track): Bulldozercore, der
gerne Botch oder Converge Elemente hätte. Okay aber zeitweise
nervig.
AS WE BLEED (CD): Death Metal mit leichtem
Metalcore Einschlag, okay aber auch nicht bemerkenswert.
EYELESS (jeweils ein Track): ge-Göteborgter
Metalcore mit beschissenem Gesang, nicht erwähnenswert.
COMITY (jeweils ein Track): mit ihrem angejazzten
chaotisch, frickeligem Hardcore sind sie das absolute Highlight
auf dem Sampler, spannend, abwechslungsreich und absolut fordernd.
TOLL.
HELLMOTEL (CD): Death Metal mit leichten Metalcore
Anleihen, gut, spannend und stellenweise sogar atmosphärisch.
Rockt.
PITBULLS IN THE NURSERY (CD): Death Metal,
technisch anspruchsvoll, tief gegrunzt und sehr unterhaltsam.
Sehr abwechslungsreich. Guter Name.
SCARVE (jeweils ein Track): technisch aufwendiger
und anspruchsvoller Death Metal, spannend, viel Tempiwechsel.
Rockt und doch atmosphärisch.
„????“ (jeweils ein Track): nerviger
Death-Metalcore, langweilig weil fast nur Stakkato Gedröhne
und nerviger Gesang. Eher das Lowlight des Samplers.
MORGUE (jeweils ein Track): Bulldozercore a
la Converge, rockt wie Hölle. Etwas chaotisch, aber gut.
Geprügel to the max.
INHATRED (jeweils ein Track): Morbid Angel
Fans spielen okayen Metalcore mit beschissenem Sound, naja.
THE ARRS (DVD): mittelmäßiger Göteborg
Sound, etwas Metalcore, aber ihr wißt schon, blah, blah.
Fazit:
Viel Mittelmaß aber auch einige echte Perlen dazwischen.
Großer Nachteil ist die stellenweise doch sehr ähnliche
Herangehensweise der Bands (Metalcore), was eine individuelle
Betrachtung echt schwer macht. Aber das ist wohl auch generell
das große Hauptproblem des doch sehr arg „hippen“
Metalcores.
Dennoch, wenn alle Label-Sampler diese quantitative Qualität
hätten (CD+DVD) wäre das sehr wünschenswert.