Nachdem
mir Sampler Nummer eins neue Türen öffnete und mit
einer sehr sorgfältigen Auswahl der crème de la
crème der Pagan/Viking Metal Sparte den Stand der Dinge
des Genres ziemlich gut dokumentiert hatte, geht die ganze Chose
nun in die nächste Runde.
Auch hier sind die Macher sehr stark daran interessiert, dem
Fan die stilistische Vielfalt der Heiden unter den Metal Musikern
nahe zu legen und beschränken sich nicht auf Skandinavien.
Denn auch in Ländern wie Spanien, Österreich, Belgien
und Slowenien oder auch den USA und Kanada wird trotz der geographischen
Distanz zu den Nordländern heidnisch gelärmt.
NORDIC WARCHANTS II ist im direkten Vergleich zum Vorgänger
um keinen Deut schlechter ausgefallen. Sei es der grandiose
Opener Part III vom finnischen Ein-Mann-Projekt OCTOBER
FALLS, welches von einem bezaubernden Akustik Intro eingeleitet,
ehe es im schunkelnden Dreivierteltakt in die erste Strophe
geht. Immer wieder vom akustischen Hauptthema unterbrochen,
entwickelt sich der Song zu einem kleinen Hit mit Langzeitwirkung.
Wie schon auf dem ersten Teil sind auch hier die Jungs von IRMINSUL
vertreten, diesmal jedoch mit einem älteren Song vom Vinterskalder
Demo aus dem Jahr 2006. Auch hier trifft man auf majestätische
Melodien – hier regiert die absolute Spielfreude und der
Funke springt bereits nach der ersten Note über. Ein herrliches
Solo im Schlussteil rundet den Gourmethappen ab und mich dürstet
es jetzt schon nach der ersten Langrille, die schon komplett
im Kasten ist, Plattenfirma sei Dank aber noch auf sich warten
lässt. Die Spanier NUMEN knüppeln sich kompetent,
finsterst nordisch und mit einer schier grenzenlosen Wut durch
Ahanzturaren Hilobia. Mit BRAN BARR, einem Ableger
der ebenfalls vertretenen NYDVIND, ist ein äußerst
interessanter französischer Export vertreten. Auf Rebirth
– Morgan’s Gift To Righ Sidh trifft nämlich
das folkige Element in Gesang und allerlei Blasinstrumenten
auf ein lupenreines Melodic Death Metal Gerüst, welches
vom Gitarren Riffing und den Harmonien Erinnerungen an In Flames
Götteralben wie Lunar Strain oder Subterranean hervorruft.
Klasse Kombination, Jungs!
Als extra Bonbon für die Fans des Ragnarök Festivals
(beide Sampler sind quasi Festival-Sampler) haben sich die Macher
dazu entschlossen, eine DVD mit Auftritten einiger Bands der
letztjährigen Ausgabe kostenlos dem Package beizulegen.
In sehr guter Bild- und Tonqualität sind fast sämtliche
Bands mit je einem (KAMPFAR und RIGER mit jeweils
zwei) Song vertreten. Leider fehlen hier Bands wie Finnlands
Ausnahmedoomsters Swallow The Sun, die Norweger Vreid oder meine
Münchner Nachbarn von Sycronomica, aber irgendwo sind ja
auch die Grenzen eines solchen Projektes gesetzt. Man kann sich
aber trotzdem über beherzte Performances der meisten vertretenen
Acts erfreuen. Darum geht es schließlich. Besuchern des
Ragnarök 2007 wird somit eine tolle Erinnerung für
die zwei Märztage geschenkt und denjenigen, die dort nicht
anzutreffen waren, wird erbarmungslos ein „selbst schuld!“
entgegengeschmettert.