1.
FIMBULVET: Helias Bann
2. HROMOVLAD: Slavia
3. TUMULUS: Kochevonov Plyas
4. DARK FOREST: Journey To Ever-Eternal Skies
5. TIWAZ: The Battlelore
6. DYRATHOR: Im Auge Des Sturms
7. XERION: No Pazo Derruido Da Existencia
8. ADORNED BROOD: Sons Of The Damned
9. WAYLANDER: As Deities Clash
10. NATAN: Volkskracht
11. ANDRAS: Miasma Track
12. OBSCURITY: Nach Asgard Wir Reiten
13. VINTERNATT: De Zwarte Mis
Grafische
Gestaltung, Informationsgehalt und Musik bilden bei der nunmehr
fünften Zusammenstellung der Crème-de-la-crème
des Pagan Metal eine rundum gelungene Einheit.
Das Cover von Ed Repka mit seinen grünen Trollen ist
ein charmanter und amüsanter Hingucker geworden, auf
der CD selbst findet sich ein Ausschnitt des Covers wieder.

Das dicke
Booklet ist durch Naturaufnahmen des Meisters Markus Eck selbst
optisch enorm aufgewertet. Teils sind dies Makroaufnahmen,
die sehr gut ins ursprüngliche Konzept des paganischen
Metal passen, nämlich Naturverbundenheit! Bei jeder Band
finden sich ausreichend Informationen zu Herkunftsland, Mitgliedern
und Verweise zu den Internetseiten. Als besonderes Zuckerl
hat Markus den von Hand nummerierten Exemplaren eine Karte
beigelegt, um allen Hörern seine Intention hinter METALMESSGAE
V eindringlich zu schildern.

Nun aber
zur Musik! Hier merkt man sofort: Markus ist ein Kenner, der
die Abwechslung zu schätzen weiß, was sowohl die
Auswahl der Bands als auch die Verschiedenheit der Stücke
angeht. So geigen neben allseits bekannten Gruppen wie ADORNED
BROOD, WAYLANDER, ANDRAS oder OBSCURITY
vornehmlich Musiker auf, die mir bis dato noch nicht zu Gehör
kamen.
Es beginnt heroisch mit FIMBULVET, die Wert auf hymnische
Gitarrenarbeit und heldenhafte Arrangements legen, aber auch
auf die Doublebass nicht vergessen und so dem Stück eine
treibende Note verpassen.
Bei HROMOVLAD aus der Slowakei gibt die Flöte
den Ton an, kriegerische Samples zu Beginn zeigen schon die
Battle Metal Richtung an: aggressiver Kreischgesang ergänzt
die Flötenklänge in einem Track, der großteils
im Highspeed zuhause ist, doch auch mittelschnelle Teile auffährt.

Die Flöte
kommt bei den Russen von TUMULUS ebenso zum Einsatz,
hier klingt allerdings der hohe Gesang sehr gewöhnungsbedürftig.
Auch rhythmisch fällt die Band durch allerlei Spielereien
und Überraschungen auf – das klingt interessant,
auch wegen der abgespacten Keyboards!
Da gehen DARK FOREST weniger experimentell, wohl aber
um einiges epischer vor. Das Stück wird von einem schleppenden
Rhythmus bestimmt, der eine Falkenbach nicht unähnliche
Stimmung erzeugt. Schwarzmetallischer Gesang dominiert, auch
einige Chorpassagen sind mit an Bord, obwohl die ausladenden
Instrumentalpassagen eindeutig das Zepter in der Hand halten.
Ohne Umschweife legen darauf folgend die Brasilianer TIWAZ
los, die mich gesanglich wegen der Variationen wiederum an
Heidevolk erinnern. Das musikalische Gerüst besteht aus
dunklem, recht schnellem Metal, der auch Black Metal Elemente
beinhaltet.
Hernach singen DYRATHOR auf Deutsch Im Auge Des
Sturms. Akustische Gitarren, die Geige und flächige
Keyboards spielen die Hauptrollen, dazu gibt es grollenden
Gesang. Nett, aber ein wenig unspektakulär!
Aus dem schönen Spanien stürmen XERION mit
zünftig-melodischem Epic Black Metal heran. In der zweiten
Hälfte des in Spanisch gesungenen Stückes tauchen
ausgefeilte Gitarrenmelodien und rhythmische Variationen auf,
die der anfänglich eher gleichförmigen Struktur
Esprit verleihen.
Die bereits etablierten ADORNED BROOD stellen einer
extremen Kreischstimme einen reizvollen, hochmelodischen Refrain
gegenüber. Die Musik präsentiert sich von Taktwechseln
durchzogen und rhythmisch akzentuiert und überrascht
durch einen sehr gut passenden, ausladenden Pianoeinsatz.
Ebendieses Instrument lässt das Lied auch sanft ausklingen.

Ein weiterer
bekannter Name folgt mit WAYLANDER, die ihre Klänge
mit irischem Folk anreichern. So hat denn auch die Flöte
ein gehöriges Wörtchen mitzupfeifen. Die Band nimmt
die Geschwindigkeit zwischendurch gekonnt heraus, um mit sanften
Akustikgitarren und Sprechgesang Spannung aufzubauen, ehe
wieder die Handbremse gelöst und munter drauflosgerockt
wird.
Puren Black Metal mit dezenten Folk-Einsprengseln offerieren
die Belgier NATAN. Bei ihrer langen Komposition sticht
das Akustikbreak hervor, welches die sonst durchgehende Hochgeschwindigkeit
wohltuend kontrastiert und die Stimmung zwischendurch komplett
verändert.
Positiv entwickelt haben sich ANDRAS, vor allem hinsichtlich
des Gesangs, der äußerst hymnisch und harmonisch
erklingt (Vintersorg lässt grüßen!), aber
auch kreischend oder grollend sein kann. Ihre stärkste
Seite präsentiert ANDRAS aber sicher durch ihre
epische Musizierweise.
Darf es auch ein bisschen Death Metal sein? Aber klar doch,
vor allem wenn dieser so dynamisch wie bei OBSCURITY
klingt! Leichte Reminiszenzen an eine gewisse Wikingerhorde
aus Schweden sind offensichtlich…

Den würdigen
Schlusspunkt setzen VINTERNATT aus Belgien. Die Violine
trägt viel zur Atmosphäre bei. Leider ist der Sound
hier etwas dünn, doch die aufgebaute Stimmung tröstet
darüber hinweg.
Fazit:
METALMESSAGE V = rundum gelungen!
