EAGLEUTION – A Tribute To Saxon

 
Label: Remedy Records
Release: 21.02.2005
Von: Psycho
Punkte: 3,5/10
Time: 1:18:53
Stil: Heavy Metal
URL: Remedy Records
 

Eigentlich ist ein Saxon-Tribute-Sampler ja eine verdammt gute Idee, galten zumindest für mich die Briten neben Judas Priest und Iron Maiden als die beste „traditionelle“ Heavy Metal Band von der Insel mit dem Linksverkehr. Und genügend Klassiker haben sich da definitiv in den letzten 25 Jahren auch angesammelt, wobei dieses Jubiläum zugleich den Anlass für diese Compilation gibt.
Leider begnügt man sich bei den eingeladenen Gästen größtenteils nur mit der B- oder sogar C-Prominenz der zumeist nationalen Metal-Szene (einige Bands kannte ich nicht mal), was Saxon in meinen Augen überhaupt nicht gerecht wird. Vor allem wenn man sich anhört, was die meisten Bands aus den Stücken gemacht haben...
Denn, mit Verlaub, die meisten Tracks sind, gerade im Vergleich mit den Originalen, fast nicht anhörbar. Erschreckend, mit welcher Einfallslosigkeit und musikalischer Naivität hier gecovert wird. Und als ob es nicht schon schlimm genug wäre, wenn man keine vernünftigen Ideen für eine gelungene Umsetzung hat, dann ist es noch peinlicher, wenn man nicht mal an Power und Ausstrahlung des Originals heranreicht, obwohl da teilweise mehr als 20 Jahren Fortschritt in der Studio- und Aufnahme-Technik durchaus hilfreich seien könnten. Was aber auch nur bei einem Mindestmaß an musikalischem Esprit und künstlerischer Aussagekraft noch was retten kann...
Die Fahne der wenig ernsthaften Recken halten so für mich nur STORMWARRIOR (Power & The Glory; hier übrigens mit dem beliebten George W.-„Ich rette beim Golfspielen die Welt“-Bush-Sample eingeleitet), PERZONAL WAR (Solid Ball Of Rock), SEVENTH SON (Dallas 1 pm) und NECRONOMICON (Machine Gun; klingen wie üblich nach Destruction, was hier eine coole Mischung ergibt) aufrecht. Besonders grausam empfand ich hingegen TORMENT (Denim & Leather; sorry, aber die Band war schon immer lächerlich), TWISTED TOWER DIRE (Warrior; so leid es mir tut: die auch...), PREDATOR (Burning Wheels Of Fire; keine Ahnung, warum der Titel verlängert wurde (Of Fire), aber in der Version klingt das Stück noch mehr nach einer schlechten Riding On The Wind-Variante...), DIVISION (Princess Of The Night; hier mit einem unerträglichen Rock’n’Roll-Einschlag) und AIRBORN (Unleash The Beast; musikalisch gerade noch ok, aber der Gesang zieht mir echt die Schuhe aus...). Der Rest versinkt größtenteils gesichtslos im Sumpf der Langeweile, so dass man über durchschnittliche Leistungen fast schon erfreut ist. Brrrr...
Die Kaufversion dieses Samplers wird es in limitierter Fassung auch noch als DCD (zum gleichen Preis) geben. Ob die darauf enthalten Tracks aber eher den Erwerb wert sind kann ich leider nicht beurteilen, da mein Promo-Paket nur die erste CD umfasst. Und nach deren Genuss fühle ich mich einfach nicht motiviert genug, einen Kauf auch nur in Erwägung zu ziehen, zumal der Sound des öfteren auch nicht das Gelbe vom Ei ist. Da lege ich mir lieber mal wieder ’ne Original-Saxon-LP auf!