Eigentlich
ist ein Saxon-Tribute-Sampler ja eine verdammt gute Idee, galten
zumindest für mich die Briten neben Judas Priest und Iron
Maiden als die beste „traditionelle“ Heavy Metal
Band von der Insel mit dem Linksverkehr. Und genügend Klassiker
haben sich da definitiv in den letzten 25 Jahren auch angesammelt,
wobei dieses Jubiläum zugleich den Anlass für diese
Compilation gibt.
Leider begnügt man sich bei den eingeladenen Gästen
größtenteils nur mit der B- oder sogar C-Prominenz
der zumeist nationalen Metal-Szene (einige Bands kannte ich
nicht mal), was Saxon in meinen Augen überhaupt nicht gerecht
wird. Vor allem wenn man sich anhört, was die meisten Bands
aus den Stücken gemacht haben...
Denn, mit Verlaub, die meisten Tracks sind, gerade im Vergleich
mit den Originalen, fast nicht anhörbar. Erschreckend,
mit welcher Einfallslosigkeit und musikalischer Naivität
hier gecovert wird. Und als ob es nicht schon schlimm genug
wäre, wenn man keine vernünftigen Ideen für eine
gelungene Umsetzung hat, dann ist es noch peinlicher, wenn man
nicht mal an Power und Ausstrahlung des Originals heranreicht,
obwohl da teilweise mehr als 20 Jahren Fortschritt in der Studio-
und Aufnahme-Technik durchaus hilfreich seien könnten.
Was aber auch nur bei einem Mindestmaß an musikalischem
Esprit und künstlerischer Aussagekraft noch was retten
kann...
Die Fahne der wenig ernsthaften Recken halten so für mich
nur STORMWARRIOR (Power & The Glory;
hier übrigens mit dem beliebten George W.-„Ich rette
beim Golfspielen die Welt“-Bush-Sample eingeleitet), PERZONAL
WAR (Solid Ball Of Rock), SEVENTH
SON (Dallas 1 pm) und NECRONOMICON
(Machine Gun; klingen wie üblich nach Destruction,
was hier eine coole Mischung ergibt) aufrecht. Besonders grausam
empfand ich hingegen TORMENT (Denim &
Leather; sorry, aber die Band war schon immer lächerlich),
TWISTED TOWER DIRE (Warrior; so leid
es mir tut: die auch...), PREDATOR (Burning
Wheels Of Fire; keine Ahnung, warum der Titel verlängert
wurde (Of Fire), aber in der Version klingt das Stück
noch mehr nach einer schlechten Riding On The Wind-Variante...),
DIVISION (Princess Of The Night; hier
mit einem unerträglichen Rock’n’Roll-Einschlag)
und AIRBORN (Unleash The Beast; musikalisch
gerade noch ok, aber der Gesang zieht mir echt die Schuhe aus...).
Der Rest versinkt größtenteils gesichtslos im Sumpf
der Langeweile, so dass man über durchschnittliche Leistungen
fast schon erfreut ist. Brrrr...
Die Kaufversion dieses Samplers wird es in limitierter Fassung
auch noch als DCD (zum gleichen Preis) geben. Ob die darauf
enthalten Tracks aber eher den Erwerb wert sind kann ich leider
nicht beurteilen, da mein Promo-Paket nur die erste CD umfasst.
Und nach deren Genuss fühle ich mich einfach nicht motiviert
genug, einen Kauf auch nur in Erwägung zu ziehen, zumal
der Sound des öfteren auch nicht das Gelbe vom Ei ist.
Da lege ich mir lieber mal wieder ’ne Original-Saxon-LP
auf!