SUBSTYLE – Walk The Dino

 
Label: Fire!Fire!Fire! Recordings
Release: 22.08.2008
Von: Joking
Punkte: 8/10
Time: 43:20
Stil: Alternative Rock
URL: Substyle
 
Ennio Morricone, die Rolling Stones und Udo Jürgens auf ein- und demselben Album, da könnte man auf den Soundtrack eines Quentin Tarantino Films schließen, doch weit gefehlt; die Coverversionen von A Fistful of Nothing (Dollars), Paint It Black und Tausend Jahre sind ein Tag befinden sich auf der aktuellen CD der Kölner Band SUBSTYLE. Sechs Jahre und diverse persönliche Tiefschläge dauerte es nach der EP I’m God, And This Is My Day, damals sogar mit Major-Vertrag, bis zum Erscheinen des neuen Albums. Das Warten hat sich gelohnt. Melodie und Härte, selten passte das Schlagwort so gut wie hier. Vom rotzigen Rockgefühl her gibt es Ähnlichkeiten mit den Toten Hosen, doch wo die sich allzu oft in Wiederholungen und repetitiver Langeweile präsentieren, können SUBSTYLE mit Abwechslungsreichtum und einer Instrumentierung punkten, die schlicht verzückt. Zum Vergleich nur mal die oben erwähnte Udo Jürgens-Kompostion mit einer ähnlich gearteten Coverversion der Hosen anhören. Es brettern nicht nur Gitarren, Bass und Schlagzeug, wenn’s passt gibt es effektvolle Akkordeoneinsätze (Dirty), hintergründige Orgel und Synthies, oder dezente, aber prägnante Pianoläufe (Otherwise); Sänger Guido Böcken keift ,schreit und singt sich beherzt durch ein Programm, das den Partykeller zum Beben bringen dürfte. Hymnisches reiht sich an Hymnisches, mit genügend Aggressivität in der Hinterhand, um hohles Pathos gekonnt zu vermeiden; Höhepunkt und ein Song mit Hitpotenzial ist der Titeltrack Walk The Dino. Auch die einzige Ballade Antidote überzeugt, lediglich Bleak langweilt in seiner Schlichtheit ein wenig. Aber das ist leicht wegzustecken, denn auf seiner stabilen Grundlage aus Punk, alternativem Rock und einem Hauch von Metal mit gotischen Intarsien, lassen SUBSTYLE den Dino nicht nur walken, sondern in wilder Weise tanzen. Nicht zu vergessen die noble Aufmachung der CD mit stylischer Metallbox und ausführlichem Booklet, selbst in der Promo-Version. Wäre das Album ein Arschgeweih, ich würde es mir glatt eintätowieren lassen.