Ennio
Morricone, die Rolling Stones und Udo Jürgens auf ein-
und demselben Album, da könnte man auf den Soundtrack eines
Quentin Tarantino Films schließen, doch weit gefehlt;
die Coverversionen von A Fistful of Nothing (Dollars), Paint
It Black und Tausend Jahre sind ein Tag befinden
sich auf der aktuellen CD der Kölner Band SUBSTYLE.
Sechs Jahre und diverse persönliche Tiefschläge dauerte
es nach der EP I’m God, And This Is My Day,
damals sogar mit Major-Vertrag, bis zum Erscheinen des neuen
Albums. Das Warten hat sich gelohnt. Melodie und Härte,
selten passte das Schlagwort so gut wie hier. Vom rotzigen Rockgefühl
her gibt es Ähnlichkeiten mit den Toten Hosen, doch wo
die sich allzu oft in Wiederholungen und repetitiver Langeweile
präsentieren, können SUBSTYLE mit Abwechslungsreichtum
und einer Instrumentierung punkten, die schlicht verzückt.
Zum Vergleich nur mal die oben erwähnte Udo Jürgens-Kompostion
mit einer ähnlich gearteten Coverversion der Hosen anhören.
Es brettern nicht nur Gitarren, Bass und Schlagzeug, wenn’s
passt gibt es effektvolle Akkordeoneinsätze (Dirty),
hintergründige Orgel und Synthies, oder dezente, aber prägnante
Pianoläufe (Otherwise); Sänger Guido Böcken
keift ,schreit und singt sich beherzt durch ein Programm, das
den Partykeller zum Beben bringen dürfte. Hymnisches reiht
sich an Hymnisches, mit genügend Aggressivität in
der Hinterhand, um hohles Pathos gekonnt zu vermeiden; Höhepunkt
und ein Song mit Hitpotenzial ist der Titeltrack Walk The
Dino. Auch die einzige Ballade Antidote überzeugt,
lediglich Bleak langweilt in seiner Schlichtheit ein
wenig. Aber das ist leicht wegzustecken, denn auf seiner stabilen
Grundlage aus Punk, alternativem Rock und einem Hauch von Metal
mit gotischen Intarsien, lassen SUBSTYLE den Dino nicht
nur walken, sondern in wilder Weise tanzen. Nicht zu vergessen
die noble Aufmachung der CD mit stylischer Metallbox und ausführlichem
Booklet, selbst in der Promo-Version. Wäre das Album ein
Arschgeweih, ich würde es mir glatt eintätowieren
lassen.