Wieder
einmal landete ein vielversprechendes Debüt Album auf meinem
Schreibtisch. STILL IT CRIES wurden 1995 gegründet
und durchliefen die üblichen Querelen in Sachen Namensänderungen
und Line-up Wechseln, die aber nichtsdestotrotz zur Entwicklung
der Band beigetragen haben. Nach 2 Demos gibt es nun das Debüt
A Dedication, das via Twilight promotet
und vertrieben wird. Die graphische Gestaltung ist sehr geschmackvoll,
das Booklet eher minimalistisch, handelt es sich doch nur um
ein Faltblatt ohne Texte. Die 4 Düsseldorfer beschreiben
ihren Stil als diversified Metal und das trifft den Nagel auf
den Kopf, denn STILL IT CRIES in eine bestimmte
Schublade zu stecken ist nahezu unmöglich. Grundsätzlich
kann man jedoch sagen, das man hier ein melodisches Death Metal
Grundgerüst hat, in das jede Menge verschiedener Stile
einfließen.
Opener ’Til Death Do Us Part gibt zunächst
die Grundrichtung in Sachen Melodic Death vor, midtempolastig
mit treibenden Riffs. Doch bereits im Mittelteil schraubt man
das Tempo zurück und lässt melancholische Melodien,
akustische Riffs und cleanen Gesang einfließen, der mich
zuweilen in seiner Art an Lake Of Tears erinnert. Godforsaken
Life geht etwas gelassener zu Werke, zeigt sowohl klassische
Metal Einflüsse, als auch Verwandtschaft zu In Flames,
um dann in eine absolute Hymne auszuarten. I Conquer Your
World wiederum beinhaltet typisch amerikanische Metalcore
Ansätze, während Keyboardlines den Drive in Richtung
Dark Metal / Gothic setzen. Selbst Stoner Einflüsse lassen
sich finden. Tracks wie The Tomb Of The Unknown lassen
in ihren Arrangements auch Vergleiche zu Opeth (Blackwater Park)
zu. No Farewell beginnt mit einem Piano Intro und wird
anschließend zu einer wild romantischen Ballade mit cleanen
Gesang. Ein perfektes Stilmittel ist insgesamt der zweilagige
Gesang, von dem ich allerdings nicht weiß, ob er ausschließlich
von Sänger und Gitarist Matthias kommt. Überhaupt
hat er eine tolle Stimme und setzt sie auch bewusst ein. Erinnert
mich ein wenig an Mikael Stanne.
Also eine ganze Reihe von Einflüssen und Stilen, die jedoch
nur angedeutet und nicht bis zum Abwinken ausgespielt werden.
STILL IT CRIES schaffen es zwar, das A
Dedication nicht zerfahren klingt – was
ich schon für beachtlich halte, dennoch ist das Debüt
sicher kein easy listening Album. Es wirkt teilweise sperrig
und bedarf einiger Durchläufe und entsprechendes Interesse,
sich auf das Album einzulassen. Da könnte man zukünftig
sicher einiges „eingängiger“ machen. Dennoch
hält man erstaunlich gut Balance zwischen Heaviness, Aggressivität
und herzergreifenden Balladen wie z.B. As You Drown In Tears.
Nur von der Nähe zu einigen Vorbildern sollte man abrücken.
Diese schimmern dann doch das eine oder andere Mal deutlich
durch, auch wenn der Albumtitel wörtlich aufgefasst werden
könnte und dem somit eine Berechtigung gibt. An der Produktion
gibt es nix zu meckern.