STILL IT CRIES – A Dedication

 
Label: Twilight
Release: 07.07.2003
Von: Dajana
Punkte: 7/10
Time: 48:02
Stil: Melancholic Rock/Metal
URL: Still It Cries
 
Wieder einmal landete ein vielversprechendes Debüt Album auf meinem Schreibtisch. STILL IT CRIES wurden 1995 gegründet und durchliefen die üblichen Querelen in Sachen Namensänderungen und Line-up Wechseln, die aber nichtsdestotrotz zur Entwicklung der Band beigetragen haben. Nach 2 Demos gibt es nun das Debüt A Dedication, das via Twilight promotet und vertrieben wird. Die graphische Gestaltung ist sehr geschmackvoll, das Booklet eher minimalistisch, handelt es sich doch nur um ein Faltblatt ohne Texte. Die 4 Düsseldorfer beschreiben ihren Stil als diversified Metal und das trifft den Nagel auf den Kopf, denn STILL IT CRIES in eine bestimmte Schublade zu stecken ist nahezu unmöglich. Grundsätzlich kann man jedoch sagen, das man hier ein melodisches Death Metal Grundgerüst hat, in das jede Menge verschiedener Stile einfließen.
Opener ’Til Death Do Us Part gibt zunächst die Grundrichtung in Sachen Melodic Death vor, midtempolastig mit treibenden Riffs. Doch bereits im Mittelteil schraubt man das Tempo zurück und lässt melancholische Melodien, akustische Riffs und cleanen Gesang einfließen, der mich zuweilen in seiner Art an Lake Of Tears erinnert. Godforsaken Life geht etwas gelassener zu Werke, zeigt sowohl klassische Metal Einflüsse, als auch Verwandtschaft zu In Flames, um dann in eine absolute Hymne auszuarten. I Conquer Your World wiederum beinhaltet typisch amerikanische Metalcore Ansätze, während Keyboardlines den Drive in Richtung Dark Metal / Gothic setzen. Selbst Stoner Einflüsse lassen sich finden. Tracks wie The Tomb Of The Unknown lassen in ihren Arrangements auch Vergleiche zu Opeth (Blackwater Park) zu. No Farewell beginnt mit einem Piano Intro und wird anschließend zu einer wild romantischen Ballade mit cleanen Gesang. Ein perfektes Stilmittel ist insgesamt der zweilagige Gesang, von dem ich allerdings nicht weiß, ob er ausschließlich von Sänger und Gitarist Matthias kommt. Überhaupt hat er eine tolle Stimme und setzt sie auch bewusst ein. Erinnert mich ein wenig an Mikael Stanne.
Also eine ganze Reihe von Einflüssen und Stilen, die jedoch nur angedeutet und nicht bis zum Abwinken ausgespielt werden. STILL IT CRIES schaffen es zwar, das A Dedication nicht zerfahren klingt – was ich schon für beachtlich halte, dennoch ist das Debüt sicher kein easy listening Album. Es wirkt teilweise sperrig und bedarf einiger Durchläufe und entsprechendes Interesse, sich auf das Album einzulassen. Da könnte man zukünftig sicher einiges „eingängiger“ machen. Dennoch hält man erstaunlich gut Balance zwischen Heaviness, Aggressivität und herzergreifenden Balladen wie z.B. As You Drown In Tears. Nur von der Nähe zu einigen Vorbildern sollte man abrücken. Diese schimmern dann doch das eine oder andere Mal deutlich durch, auch wenn der Albumtitel wörtlich aufgefasst werden könnte und dem somit eine Berechtigung gibt. An der Produktion gibt es nix zu meckern.