Das
Labeldebüt Time der quasi Bielefelder
SPIRITUAL CRAMP hat sicherlich schon ein wenig
Staub angesetzt. Nichtsdestotrotz bietet es den perfekten Hintergrund
für den Einstieg, insbesondere für die neuen Sachen.
Die Band wurde 1994 gegründet und hat neben dem Demo Search
die erste eigenfinanzierten Langrille Colours
veröffentlicht. SPIRITUAL CRAMP haben
sich – grob kategorisiert – dem Dark Electro verschrieben.
Selbst darauf lassen sie sich nicht festnageln, sondern spielen
mit vielen Variationen und lassen mannigfaltige Elemente und
Stile einfließen. So findet man Sequenzen aus dem Synthie
Pop, Darkwave und EBM wieder, aber nie lange verweilend. Düster,
melancholisch und manchmal wieder mitreißend und positiv.
Bandkopf Stefans dunkle Stimme passt dabei ausgezeichnet zur
Musik und pendelt zwischen Veljanov und insbesondere bei den
neuen Sachen auch hin zu Adrian Hates. Ivi dagegen hat eine
sehr schöne, nicht zu hohe, klare und kräftige Stimme
und vermag sowohl Akzente zu setzen, als auch im Duett Stefan
zu ergänzen. Zum Trio gehört dann noch Holger, der
sich – ich zitiere: „...um den elektronischen Gerätepark
kümmert und an Rhythmen und Gesamtmix werkelt“.
Perfekt ist dieses Werk ganz sicher nicht. So gibt es mit den
Tracks Das Wasser und Metamorphis zwei über
7 Minuten lange Instrumentale, die zwar an und für sich
ganz nett sind, Time aber unnötig
in die Länge ziehen. Die restlichen Songs haben teils noch
zu viel Füllmaterial und sind zeitweilig zu pathetisch,
ohne auf den Punkt zu kommen, sind noch nicht ausgereift genug.
Es fehlt der gewisse Kick.
Ganz anders bei den schon mehrfach erwähnten neuen Songs,
die es derzeit noch auf keinem offiziellen Medium gibt, die
man sich aber häppchenweise auf der Homepage von SPIRITUAL
CRAMP anhören kann. Diese sind wesentlich ausgefeilter
und markieren eine deutliche Entwicklung. Ballast wurde über
Bord geworfen, es gibt klare Songstrukturen und Arrangements.
Alles ist energiegeladener, zum Teil EBM-lastiger, geht in die
Beine und sollte – sofern veröffentlicht –
die Dancefllors erobern. Wenn das Level der neuen Tracks beibehalten
wird, sollte das nächste Album der Knüller werden!