SPIRITUAL CRAMP – Time 
 
Label: M.O.S.
Release: 12.03.2001
Von: Dajana
Punkte: 7
Time: 69:50
Stil: Electro
URL: Spiritual Cramp
 

Das Labeldebüt Time der quasi Bielefelder SPIRITUAL CRAMP hat sicherlich schon ein wenig Staub angesetzt. Nichtsdestotrotz bietet es den perfekten Hintergrund für den Einstieg, insbesondere für die neuen Sachen. Die Band wurde 1994 gegründet und hat neben dem Demo Search die erste eigenfinanzierten Langrille Colours veröffentlicht. SPIRITUAL CRAMP haben sich – grob kategorisiert – dem Dark Electro verschrieben. Selbst darauf lassen sie sich nicht festnageln, sondern spielen mit vielen Variationen und lassen mannigfaltige Elemente und Stile einfließen. So findet man Sequenzen aus dem Synthie Pop, Darkwave und EBM wieder, aber nie lange verweilend. Düster, melancholisch und manchmal wieder mitreißend und positiv. Bandkopf Stefans dunkle Stimme passt dabei ausgezeichnet zur Musik und pendelt zwischen Veljanov und insbesondere bei den neuen Sachen auch hin zu Adrian Hates. Ivi dagegen hat eine sehr schöne, nicht zu hohe, klare und kräftige Stimme und vermag sowohl Akzente zu setzen, als auch im Duett Stefan zu ergänzen. Zum Trio gehört dann noch Holger, der sich – ich zitiere: „...um den elektronischen Gerätepark kümmert und an Rhythmen und Gesamtmix werkelt“.
Perfekt ist dieses Werk ganz sicher nicht. So gibt es mit den Tracks Das Wasser und Metamorphis zwei über 7 Minuten lange Instrumentale, die zwar an und für sich ganz nett sind, Time aber unnötig in die Länge ziehen. Die restlichen Songs haben teils noch zu viel Füllmaterial und sind zeitweilig zu pathetisch, ohne auf den Punkt zu kommen, sind noch nicht ausgereift genug. Es fehlt der gewisse Kick.
Ganz anders bei den schon mehrfach erwähnten neuen Songs, die es derzeit noch auf keinem offiziellen Medium gibt, die man sich aber häppchenweise auf der Homepage von SPIRITUAL CRAMP anhören kann. Diese sind wesentlich ausgefeilter und markieren eine deutliche Entwicklung. Ballast wurde über Bord geworfen, es gibt klare Songstrukturen und Arrangements. Alles ist energiegeladener, zum Teil EBM-lastiger, geht in die Beine und sollte – sofern veröffentlicht – die Dancefllors erobern. Wenn das Level der neuen Tracks beibehalten wird, sollte das nächste Album der Knüller werden!