Als
echte Überraschung entpuppt sich der zweite, eigentlich
in Skandinavien schon 2007 veröffentlichte Longplayer der
finnischen Death Metal-Band SOTAJUMALA. Beim 2004er Debüt
Death Metal Finland war zwar der Name Programm
(obwohl man sich genau genommen eher am Florida-Death Metal
orientiert), aber das ganze war doch noch recht stumpf und auf
Dauer gesehen einfach zu eintönig geraten, auch wenn es
in Punkto Härte und Technik nix zu meckern gab.
Offensichtlich hat man sich des fehlenden Aspektes in der Zwischenzeit
besonders gründlich angenommen, denn Teloitus
(zu dt. Hinrichtung) strotzt nur so vor Abwechslung, ohne dass
die Musik dabei auch nur einen Millimeter softer ausgefallen
wäre. Ganz im Gegenteil, durch die verbesserten kompositorischen
Fähigkeiten und die ausgefeilten Arrangements wird die
unbarmherzig brutale Ausstrahlung der neuen Songs sogar noch
maximiert!
Dazu haben sich SOTAJUMALA zielgerichtet verstärkt:
die alte Klampfenfraktion wird inzwischen durch einen festen
Drummer (Timo Häkkinen) und einen neuen Sänger (Mynni
Luukkainen) ergänzt. Ersterer entpuppt sich als Meister
seines Fachs und sorgt zum einen für einen unglaublichen
Druck, während seine interessanten Breaks und Fills die
Musik noch weiter veredeln. Und der neue Mann am Mikro passt
wie die Faust aufs Auge zum Sound der Band; seine extrem tiefen
Growls klingen wirklich fies und halten locker den internationalen
Standard.
Keine Ahnung also, warum es ca. ein Jahr gedauert hat, bis dieses
Meisterwerk endlich auch bei uns veröffentlicht wird. Absolute
Knaller wie Kuolinjulistus oder den Titeltrack mit seinem
genialen Ende sollte wirklich jeder Anhänger kompromisslosester
und doch anspruchsvoller Death Metal-Kost kennen. Doch auch
bei den anderen 6 Stücken schaffen es SOTAJUMALA,
ausgefallene und komplexe Riffs zugleich eingängig und
brachial miteinander zu verbinden; die Passagen, die vielleicht
nicht ganz das hohe Niveau halten, muss man jedenfalls mit der
Lupe suchen.
Da die fette Produktion ebenfalls keine Wünsche offen lässt,
bin ich erst mal fertig mit den Nerven (*ggg*), lediglich die
Spielzeit ist mal wieder etwas knapp geraten. Sollte die Band
live das halten, was auf Teloitus zu hören
ist, sowie in Kürze vernünftige Touren durchziehen
und ein bisschen Label-Support bekommen, dann sollte einem ordentlichen
Popularitätsschub nichts mehr im Wege stehen. Das Potential
dazu haben die Jungs!