SOTAJUMALA – Teloitus

 
Label: Woodcut Records
Release: 13.06.2008
Von: Psycho
Punkte: 9/10
Time: 38:53
Stil: Death Metal
URL: Sotajumala
 
Als echte Überraschung entpuppt sich der zweite, eigentlich in Skandinavien schon 2007 veröffentlichte Longplayer der finnischen Death Metal-Band SOTAJUMALA. Beim 2004er Debüt Death Metal Finland war zwar der Name Programm (obwohl man sich genau genommen eher am Florida-Death Metal orientiert), aber das ganze war doch noch recht stumpf und auf Dauer gesehen einfach zu eintönig geraten, auch wenn es in Punkto Härte und Technik nix zu meckern gab.
Offensichtlich hat man sich des fehlenden Aspektes in der Zwischenzeit besonders gründlich angenommen, denn Teloitus (zu dt. Hinrichtung) strotzt nur so vor Abwechslung, ohne dass die Musik dabei auch nur einen Millimeter softer ausgefallen wäre. Ganz im Gegenteil, durch die verbesserten kompositorischen Fähigkeiten und die ausgefeilten Arrangements wird die unbarmherzig brutale Ausstrahlung der neuen Songs sogar noch maximiert!
Dazu haben sich SOTAJUMALA zielgerichtet verstärkt: die alte Klampfenfraktion wird inzwischen durch einen festen Drummer (Timo Häkkinen) und einen neuen Sänger (Mynni Luukkainen) ergänzt. Ersterer entpuppt sich als Meister seines Fachs und sorgt zum einen für einen unglaublichen Druck, während seine interessanten Breaks und Fills die Musik noch weiter veredeln. Und der neue Mann am Mikro passt wie die Faust aufs Auge zum Sound der Band; seine extrem tiefen Growls klingen wirklich fies und halten locker den internationalen Standard.
Keine Ahnung also, warum es ca. ein Jahr gedauert hat, bis dieses Meisterwerk endlich auch bei uns veröffentlicht wird. Absolute Knaller wie Kuolinjulistus oder den Titeltrack mit seinem genialen Ende sollte wirklich jeder Anhänger kompromisslosester und doch anspruchsvoller Death Metal-Kost kennen. Doch auch bei den anderen 6 Stücken schaffen es SOTAJUMALA, ausgefallene und komplexe Riffs zugleich eingängig und brachial miteinander zu verbinden; die Passagen, die vielleicht nicht ganz das hohe Niveau halten, muss man jedenfalls mit der Lupe suchen.
Da die fette Produktion ebenfalls keine Wünsche offen lässt, bin ich erst mal fertig mit den Nerven (*ggg*), lediglich die Spielzeit ist mal wieder etwas knapp geraten. Sollte die Band live das halten, was auf Teloitus zu hören ist, sowie in Kürze vernünftige Touren durchziehen und ein bisschen Label-Support bekommen, dann sollte einem ordentlichen Popularitätsschub nichts mehr im Wege stehen. Das Potential dazu haben die Jungs!