SNATCH CLUB – True Kids Superbrawl

 
Label: Bastardized Recordings
Release: 31.10.2008
Von: the.wangacopta
Punkte: 5/10
Time: 32:22
Stil: Death Metal/Grind-/ Hardcore
URL: Snatch Club
 
Bist du Vegetarier oder Fleischfetischist? Ok, in welche der zwei Richtungen deine Antwort auch gehen mag, in dieser Hinsicht bist du SNATCH CLUB auf jeden Fall meilenweit voraus. True Kids Superbrawl hinterlässt auch nach dem x-ten hören noch den faden Geschmack von weder Fleisch noch Fisch. Irgendwann klopft dann auch das Gefühl von „Geh mir nicht auf den Sack“ renitent an. Bleibt mir also die Frage zu beantworten: Wie kommt es dazu?
Nach dem Split von der Vorgänger-Kapelle Elephant Man wurde SNATCH CLUB aus dem Boden gestampft. Ein Demo reichte den Harzer Rock’n Rollern aus, um bei Bastardized Recordings auf der Besetzungscouch Platz zu nehmen. Immerhin rocken da die JaKa’s ab. True Kids Superbrawl ist von deren Sound aber doch meilenweit entfernt. Neben schleppenden, walzend brutalen Death Metal gibt’s Grindcore Einlagen, die mit Hardcore-typischen Trademarks versehen werden. Bei den fetten zwei Gitarren hören sich die Breakdowns Fehl am Platze an. Besser stechen die Blastpassagen hervor, die jedoch für meinen Geschmack zu wenig gezockt werden. Und da liegt auch die Ursache: das Debüt Album fühlt sich an als hätte man 800 PS unterm Arsch die aber nicht auf den Asphalt gebracht werden können. Mit der Vielzahl der schleppenden und nervenzehrenden, wenig einfallsreichen Riffs wird aus True Kids Superbrawl eher eine zähe Supersuppe. Aber es geht noch weiter! Die Scheibe geht gerade mal 32 Minuten. Für Grindfreaks hört sich das runtergebrochen auf 11 Songs sicher recht passabel an, nur darf man nicht außer Acht lassen, dass sich die Scheibe auf ca. 20 Minuten Spielzeit runterreduziert. Neben der Introduction mit einer Minute fünfzig gibt’s noch das absolut überflüssige My Private Toolbox als Technotrack mit noch überflüssigerem Hidden Track Humbug; der dann dafür wenigstens wieder in Manier vom vorgelegten Sound der Scheibe. Der Begriff Mogelpackung darf zusätzlich zum bekannten „Weder Fleisch noch Fisch“ aus dem Hut gezaubert werden. Wobei: im Grunde passt auch dieses Zeitspiel ins Bild. Freunde, entweder oder! Und so gibt’s für das ganze hin und her Gezerre auf der Skala eine SNATCH CLUB zentrierende 5. Schade nur für den Vocalisten Tobi, der, auch wenn er sich nicht einnorden will mit seinen verbalen Eruptionen, für sich die Balance zwischen abgefucktem Keifen und Gegurgel hält.