Bist
du Vegetarier oder Fleischfetischist? Ok, in welche der zwei
Richtungen deine Antwort auch gehen mag, in dieser Hinsicht
bist du SNATCH CLUB auf jeden Fall meilenweit voraus.
True Kids Superbrawl hinterlässt auch nach
dem x-ten hören noch den faden Geschmack von weder Fleisch
noch Fisch. Irgendwann klopft dann auch das Gefühl von
„Geh mir nicht auf den Sack“ renitent an. Bleibt
mir also die Frage zu beantworten: Wie kommt es dazu?
Nach dem Split von der Vorgänger-Kapelle Elephant Man wurde
SNATCH CLUB aus dem Boden gestampft. Ein Demo reichte
den Harzer Rock’n Rollern aus, um bei Bastardized Recordings
auf der Besetzungscouch Platz zu nehmen. Immerhin rocken da
die JaKa’s ab. True Kids Superbrawl ist
von deren Sound aber doch meilenweit entfernt. Neben schleppenden,
walzend brutalen Death Metal gibt’s Grindcore Einlagen,
die mit Hardcore-typischen Trademarks versehen werden. Bei den
fetten zwei Gitarren hören sich die Breakdowns Fehl am
Platze an. Besser stechen die Blastpassagen hervor, die jedoch
für meinen Geschmack zu wenig gezockt werden. Und da liegt
auch die Ursache: das Debüt Album fühlt sich an als
hätte man 800 PS unterm Arsch die aber nicht auf den Asphalt
gebracht werden können. Mit der Vielzahl der schleppenden
und nervenzehrenden, wenig einfallsreichen Riffs wird aus True
Kids Superbrawl eher eine zähe Supersuppe. Aber
es geht noch weiter! Die Scheibe geht gerade mal 32 Minuten.
Für Grindfreaks hört sich das runtergebrochen auf
11 Songs sicher recht passabel an, nur darf man nicht außer
Acht lassen, dass sich die Scheibe auf ca. 20 Minuten Spielzeit
runterreduziert. Neben der Introduction mit einer Minute
fünfzig gibt’s noch das absolut überflüssige
My Private Toolbox als Technotrack mit noch überflüssigerem
Hidden Track Humbug; der dann dafür wenigstens wieder in
Manier vom vorgelegten Sound der Scheibe. Der Begriff Mogelpackung
darf zusätzlich zum bekannten „Weder Fleisch noch
Fisch“ aus dem Hut gezaubert werden. Wobei: im Grunde
passt auch dieses Zeitspiel ins Bild. Freunde, entweder oder!
Und so gibt’s für das ganze hin und her Gezerre auf
der Skala eine SNATCH CLUB zentrierende 5. Schade nur
für den Vocalisten Tobi, der, auch wenn er sich nicht einnorden
will mit seinen verbalen Eruptionen, für sich die Balance
zwischen abgefucktem Keifen und Gegurgel hält.