SILENTRAIN – Wrong Way To Salvation

 
Label: Drakkar
Release: 19.09.2008
Von: Stormlord
Punkte: 7/10
Time: 42:25
Stil: Power Metal
URL: Silentrain
 
Sehr angenehm, meine Herren von SILENTRAIN, so sollte Power Metal öfter klingen!

Im stimmlichen Bereich wird nämlich äußerst kompetent gewerkt und Sänger Marko Kämäräinen verirrt sich so gut wie nie in höchste Gefilde. Ganz im Gegenteil! Der gute Mann hat einige Growls zu bieten (hört euch nur No More oder Broken an), bereichert so das akustische Gesamtbild der Truppe enorm und beugt einer stilistischen Limitierung schon mal gekonnt vor. Stampfender Metal mit teils recht pathetischen Melodien ist die Vortragsart, bei der sich SILENTRAIN am wohlsten fühlen. Dabei wohnt den Kompositionen eine dunkle, melancholische Stimmung inne, die oft bei finnischen Bands zum Tragen kommt.
Mir fällt manchmal auf, dass einige Lieder ein wenig unmotiviert recht unspektakulär enden, ja fast den Fluss einer sehr guten Idee hin und wieder unterbrechen, hier hätten sich die Musiker ruhig noch die eine oder andere Minute gönnen können, um dem Song auch einen anständigen Schlusspart zu verpassen – die Spielzeit hätte es locker verkraftet…Im Großen und Ganzen haben SILENTRAIN aber das feinfühlige Gespür für eine fließende Kompositionsweise verinnerlicht, sie wissen Bescheid, wann ein langsamer Part Sinn macht und den Song bereichert anstatt ihn unnötig in die Länge zu ziehen.
Manche Refrains sind dann leider doch recht nichtssagend ausgefallen und plätschern vorhersehbar an mir vorbei, wie etwa Ride With The Devil zeigt. Auch zwei Balladen haben ihren Weg auf Wrong Way To Salvation gefunden und das kuschelige Eternity schafft es durch halbschwergewichtige Gitarren den Kitschberg zu umfahren und nicht auf klebrigen Grund zu laufen; das einfühlsame The Road Of Destiny beugt dieser Gefahr durch sparsame, modern angehauchte rhythmische Begleitung vor. Durch die gleichförmige Darbietung trifft es mein Herz aber nicht zentral.
Das nette Sick Of… ist ein bisschen sperriger ausgefallen und wird von mehrschichtigen Gesangsarrangements durchzogen. Auch leichte moderne Elemente dürfen mit einfließen. Das Titellied Wrong Way To Salvation besitzt den besten Aufbau, kann es sich doch nach sehr ruhigem Start kontinuierlich mit einem gutklassigen Gitarrenriff steigern. Doch leider gelingt es der Band nicht, einen herausragenden Chorus zu präsentieren, wodurch meine Bewertung zwar gut, aber nicht euphorisch ausfällt.

SILENTRAIN sollten für meinen Geschmack vor allem im Vokalbereich in dieser Weise weiterarbeiten, die stellenweise als Sahnehäubchen eingesetzten Growls stechen positiv heraus. Den Schwachpunkt stellen für mich jedoch die Refrains dar, die nun mal ein gutes Lied zu einem Ohrwurm und ein nettes Album zu einem Goldstück machen würden. Nett – aber für die Champions League des Power Metal zu wenig!