Ungestümen,
doch nicht chaotischen Black/Death Metal mit einer Menge Keyboarduntermalung,
die aber nicht aufdringlich wirkt – dafür stehen
SHADOWLORD aus den Niederlanden.
Auffällig bei SHADOWLORD ist, dass sich drei Sänger
die Gesangsinterpretation teilen: Cor van Maris grunzt, Marit
steuert die kreischenden sowie klaren Elemente bei und auch
Gitarrist Lesley kommt zum Zuge. Dieser natürliche Kontrast
macht die Stücke schon mal spannend, vor allem weil sich
alle drei intensiv in ihre Parts reinknien. Immer wieder blitzen
nordische Keyboardmelodien durch, SHADOWLORD verstehen
es auch sehr gut, im richtigen Moment den Rhythmus zu wechseln,
wie etwa beim eindringlichen Moenen En Mariken, bei dem
die Gesänge richtig dämonisch rüberkommen. Die
singenden Gitarren komplettieren den positiven Gesamteindruck
dieser vielschichtigen Komposition, die man schon ein paar Mal
hören muss um alle Elemente zu erfassen. Beim anschließenden
Our Goddess Will Rise sorgt in kurzes gesprochenes Intro
dafür dass die überfallsartig einsetzende Musik verdammt
heftig wirkt. Doch SHADOWLORD vergessen nicht, dass ein
paar groovende Verschnaufpausen und melodische Gitarrenharmonien
zur Intensivierung beitragen – die Anwendung dieser Taktik
macht dieses Stück zu edlem Dunkelstahl. Das gleiche gilt
für das im Ohr hängen bleibende Archangels Fall
mit der netten Textzeile „it’s better to reign in
hell than to serve in heaven“. Die Mixtur ändert
sich im Verlauf des Albums kaum, doch warum auch? Zwar sind
die Nummern nicht durchgehend hitverdächtig, doch sie unterhalten,
reißen allerdings nicht vom Hocker.
Die Stärke von SHADOWLORD könnte gleichzeitig
auch als ihre Schwäche angesehen werden, nämlich ihre
ungestüme, enthusiastische Art zu musizieren, ihre detailreiche
aber komplizierte Weise zu komponieren. Die Musik wirkt so ein
wenig überladen und vielleicht sollten SHADOWLORD
probieren, ob nicht weniger Detailreichtum mehr Durchschlagskraft
bedeuten könnte…