SEMEN DATURA – Vineta Part I

 
Label: Twilight
Release: 24.10.2005
Von: Stormlord
Punkte: 6/10
Time: 37:23
Stil: Dark/Black/Death Metal
URL: Semen Datura
 

Aber hoppla! Die Vorgängerscheibe hatte ich doch viel ruhiger und gothic-lastiger in Erinnerung… doch im Jahre 2005 klingen SEMEN DATURA mit Vineta – Part I um ein paar Hausecken kantiger, sperriger und druckvoller.
Konsequenterweise ist das neue Werk auch schwerer zugänglich. Instrumental kann das Quintett überzeugen, doch die Qualität der Songs an sich erschließt sich mir erst so nach und nach. Dabei sind SEMEN DATURA nicht einmal übermäßig komplex oder kompliziert, doch die Mischung wirkt unausgegoren und zu wenig ausgereift. Auf den ersten Blick wirkt das so, doch nach einiger Zeit kristallisieren sich doch einige mehr als hörenswerte Passagen und Songs heraus. Doch alles in allem bleiben SEMEN DATURA zu unspektakulär, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Melodien, die sich unsterblich in die Kleinhirnrinde einfräsen oder unwiderstehliche Abgehparts suche ich vergeblich. Das relativiert sich nach mehrmaligen Durchläufen, doch meinen Hörnerv treffen die 10 Tracks nicht ganz. Mir fehlt das gewisse Etwas, das die Band deutlich über den Durchschnitt heben würde. Überraschungen gibt es kaum zu vernehmen. Ausnahmen sind das an siebenter Stelle platzierte Deathstyle, das mich mit rollenden Rhythmen und gekeiften Versen in seinen Bann zu ziehen vermag oder der in Deutsch vorgebrachte Ruf Der Freyheit, eine Ode an den Glauben an sich selbst. Mir kommt sowieso vor, dass die CD zum Schluss hin mit stärkeren Kompositionen aufwarten kann, wie auch das schwarzmetallische The Pearl Of The Baltic Sea unter Beweis stellt. Erwähnenswert finde ich auch noch die stilvolle Gestaltung des Covers sowie des Booklets.
So ziehe ich am Schluss nach einigen überstandenen Anlaufschwierigkeiten doch noch ein positives Resümee: kein Klassiker, doch überdurchschnittliche Kost für Metalfans, die einem Stilmix nicht abgeneigt gegenüberstehen.