SEAR BLISS – The Arcane Odyssey

 
Label: Candlelight Records
Release: 24.09.2007
Von: Stormlord
Punkte: 10/10
Time: 47:36
Stil: Black Metal
URL: Sear Bliss
 
Mächtig, pompös und überwältigend sind sie mit The Arcane Odyssey wieder da, die unermüdlichen SEAR BLISS. Diese Gruppe besitzt das gewisse Etwas – und das wird mit jeder Veröffentlichung erneut klar. Die Posaune erschallt richtig machtvoll, Blood On The Milky Way, Lied Nummer 1, ist teilweise von diesem Blasinstrument geprägt. Doch nicht nur die außergewöhnliche Zugposaune, sondern die extrem vielschichtige Art der Musik machen SEAR BLISS zu wahrem Edelmetall. Es ist kaum zu erfassen wie viele Instrumente das Ohr verzücken - heftige Gitarrenriffs, akustische Akkorde, dazu eine variable Stimme - also dichter geht es wohl kaum!
Als sensationell empfinde ich dann die Liedstruktur des folgenden A Deathly Illusion mit ruhigem Beginn und rasanter Steigerung, Akustikgitarrenelementen, teils geflüsterten Vokalpassagen und treibenden Schlagzeugrhythmen. Als Sahnehäubchen wiederum druckvolle und hymnische Posaunen – meisterlich!
Doch auch schleppende Nuancen sind SEAR BLISS nicht fremd, wie das hypnotische Lost And Not Found zu beweisen vermag. So legen die Musiker noch mehr Abwechslungsreichtum an den Tag. Auch textlich sorgt Lost And Not Found für wohlwollendes Kopfnicken, es heißt sinngemäß: „Wir werden immer diejenigen bleiben, die wir waren!“ – Ich bitte darum! Am Ende des Liedes gibt es noch eine heftige Gitarrenattacke, die urwüchsiger nicht sein könnte und einen furiosen Schlusspunkt setzt.
Die Ungarn können aber nach wie vor auch bestens in Hochgeschwindigkeit dahinrattern ohne in Chaos zu verfallen – und alle Geschwindigkeiten werden gemeistert ohne einen Schwachpunkt zu zeigen. Thorns Of Deception stellt eine solche Attacke dar: interessant der rhythmische Bruch in der Mitte, der für mich klarmacht, dass SEAR BLISS unvorhersehbar komponieren wollen und können. Unbedingt erwähnen möchte ich noch das monumentale, über sieben Minuten abwechselnd episch dahinwalzende, verträumt akustische oder pfeilschnell getrümmerte Werk Somewhere – da bleibt mir einfach nur mehr die Spucke weg, meine Herren!!!! Kleiner Schönheitsfehler am Ende: die 2 Minuten Stille; doch dafür entschädigt das völlig untypische, mit Streichern eingeleitete und Flöten verzierte Abschlussgeschoss Path To The Motherland, das vollkommen alle Emotionen mit mir durchgehen lässt und auch noch meine Folk-verliebte Ader vollkommen zufrieden stellt.
Auf The Arcane Odyssey kann ich keine Schwachpunkte orten, einem Schlachtschiff gleich manövrieren sich SEAR BLISS durch stürmisch aufgewühlte, kaum befahrene oder ruhig scheinende See. Oder anders gesagt: ob sie nun schnell, ungewöhnlich oder langsam spielen, sie sind Meister ihres Fachs. The Arcane Odyssey bietet kraft- macht- und stilvollen Black Metal der Spitzenklasse!