Mächtig,
pompös und überwältigend sind sie mit The
Arcane Odyssey wieder da, die unermüdlichen
SEAR BLISS. Diese Gruppe besitzt das gewisse
Etwas – und das wird mit jeder Veröffentlichung erneut
klar. Die Posaune erschallt richtig machtvoll, Blood On
The Milky Way, Lied Nummer 1, ist teilweise von diesem
Blasinstrument geprägt. Doch nicht nur die außergewöhnliche
Zugposaune, sondern die extrem vielschichtige Art der Musik
machen SEAR BLISS zu wahrem Edelmetall. Es
ist kaum zu erfassen wie viele Instrumente das Ohr verzücken
- heftige Gitarrenriffs, akustische Akkorde, dazu eine variable
Stimme - also dichter geht es wohl kaum!
Als sensationell empfinde ich dann die Liedstruktur des folgenden
A Deathly Illusion mit ruhigem Beginn und rasanter
Steigerung, Akustikgitarrenelementen, teils geflüsterten
Vokalpassagen und treibenden Schlagzeugrhythmen. Als Sahnehäubchen
wiederum druckvolle und hymnische Posaunen – meisterlich!
Doch auch schleppende Nuancen sind SEAR BLISS
nicht fremd, wie das hypnotische Lost And Not Found
zu beweisen vermag. So legen die Musiker noch mehr Abwechslungsreichtum
an den Tag. Auch textlich sorgt Lost And Not Found
für wohlwollendes Kopfnicken, es heißt sinngemäß:
„Wir werden immer diejenigen bleiben, die wir waren!“
– Ich bitte darum! Am Ende des Liedes gibt es noch eine
heftige Gitarrenattacke, die urwüchsiger nicht sein könnte
und einen furiosen Schlusspunkt setzt.
Die Ungarn können aber nach wie vor auch bestens in Hochgeschwindigkeit
dahinrattern ohne in Chaos zu verfallen – und alle Geschwindigkeiten
werden gemeistert ohne einen Schwachpunkt zu zeigen. Thorns
Of Deception stellt eine solche Attacke dar: interessant
der rhythmische Bruch in der Mitte, der für mich klarmacht,
dass SEAR BLISS unvorhersehbar komponieren
wollen und können. Unbedingt erwähnen möchte
ich noch das monumentale, über sieben Minuten abwechselnd
episch dahinwalzende, verträumt akustische oder pfeilschnell
getrümmerte Werk Somewhere – da bleibt mir
einfach nur mehr die Spucke weg, meine Herren!!!! Kleiner Schönheitsfehler
am Ende: die 2 Minuten Stille; doch dafür entschädigt
das völlig untypische, mit Streichern eingeleitete und
Flöten verzierte Abschlussgeschoss Path To The Motherland,
das vollkommen alle Emotionen mit mir durchgehen lässt
und auch noch meine Folk-verliebte Ader vollkommen zufrieden
stellt.
Auf The Arcane Odyssey kann ich keine
Schwachpunkte orten, einem Schlachtschiff gleich manövrieren
sich SEAR BLISS durch stürmisch aufgewühlte,
kaum befahrene oder ruhig scheinende See. Oder anders gesagt:
ob sie nun schnell, ungewöhnlich oder langsam spielen,
sie sind Meister ihres Fachs. The Arcane Odyssey
bietet kraft- macht- und stilvollen Black Metal der Spitzenklasse!