Die ungarischen
Herren von SEAR BLISS sind mittlerweile DIE
Vorzeigeband aus Osteuropa, deren epischen Black Metal ihre
nordischen Kollegen ohne weiteres in den tiefsten Schatten stellen
kann. Denn diese Band ist einfach unverbraucht, wobei sie damit
fast allein auf dem Schlachtfeld steht. Heuer klingt man nicht
ganz so rau und roh, wie auf früheren Werken, aber auch
nicht ganz überproduziert. Der rote Faden durchzieht die
gesamte Scheibe, und dennoch stecken im jeden Lied blutige und
verschwitzte Detailarbeit. Doch eine entscheidende Änderung
haben die Hunnen-Nachfahren vorgelegt: Das Markenzeichen ihrer
Musik, die Blechbläser (Posaune, Trompete...), halten sich
hier erstaunlich zurück, im Gegensatz zu früheren
Werken wie das sagenhaft raue und zugleich düster-melancholische
Forsaken Symphony oder Grand
Destiny, und tauchen mal tragend, mal sirenenhaft
aus dem Nebel hervor.
Auf der CD gibt es eigentlich keinen schwachen Song, aber ebenso
wenig einen, der „Hit“-Charakter hätte. Als
eine wirkliche besondere musikalische Stärke erweist sich
das Keyboard, das aber trotz seines massiven Einsatzes nicht
den Hörer überlastet, im Gegenteil, das instrumentale
Outro Lacus Somniorum ist eine geile moderne Komposition.
Tracks wie Birth Of Eternity, Two Worlds Collide oder
der sehr epische Titelsong bieten eine sensationelle Alternative
zu diversen „Major“ Bands. Mit einem Rückblick
kann man sagen, dass die mittlerweile fünfköpfigen
SEAR BLISS immer mehr melodischer, symphonischer,
sauberer und tatsächlich schneller werden. Hey, der Gesang
erinnert aber auch immer mehr an den von Shagrath, nur mal so
am Rande erwähnt.
Das Booklet, das mit einem tollen Artwork begeistert, ist den
Vorfahren der Band gewidmet: den Hunnen. Ist nur ne Frage von
sehr kurzer Zeit, bis diese Band mal ganz oben ist.