SEAR BLISS – Glory And Perdition
 
Label: Red Stream Records
Release: 15.09.2004
Von: Svarrogh
Punkte: 8/10
Time: 38:22
Stil: Symphonic Black Metal
URL: Sear Bliss
 

Die ungarischen Herren von SEAR BLISS sind mittlerweile DIE Vorzeigeband aus Osteuropa, deren epischen Black Metal ihre nordischen Kollegen ohne weiteres in den tiefsten Schatten stellen kann. Denn diese Band ist einfach unverbraucht, wobei sie damit fast allein auf dem Schlachtfeld steht. Heuer klingt man nicht ganz so rau und roh, wie auf früheren Werken, aber auch nicht ganz überproduziert. Der rote Faden durchzieht die gesamte Scheibe, und dennoch stecken im jeden Lied blutige und verschwitzte Detailarbeit. Doch eine entscheidende Änderung haben die Hunnen-Nachfahren vorgelegt: Das Markenzeichen ihrer Musik, die Blechbläser (Posaune, Trompete...), halten sich hier erstaunlich zurück, im Gegensatz zu früheren Werken wie das sagenhaft raue und zugleich düster-melancholische Forsaken Symphony oder Grand Destiny, und tauchen mal tragend, mal sirenenhaft aus dem Nebel hervor.
Auf der CD gibt es eigentlich keinen schwachen Song, aber ebenso wenig einen, der „Hit“-Charakter hätte. Als eine wirkliche besondere musikalische Stärke erweist sich das Keyboard, das aber trotz seines massiven Einsatzes nicht den Hörer überlastet, im Gegenteil, das instrumentale Outro Lacus Somniorum ist eine geile moderne Komposition. Tracks wie Birth Of Eternity, Two Worlds Collide oder der sehr epische Titelsong bieten eine sensationelle Alternative zu diversen „Major“ Bands. Mit einem Rückblick kann man sagen, dass die mittlerweile fünfköpfigen SEAR BLISS immer mehr melodischer, symphonischer, sauberer und tatsächlich schneller werden. Hey, der Gesang erinnert aber auch immer mehr an den von Shagrath, nur mal so am Rande erwähnt.
Das Booklet, das mit einem tollen Artwork begeistert, ist den Vorfahren der Band gewidmet: den Hunnen. Ist nur ne Frage von sehr kurzer Zeit, bis diese Band mal ganz oben ist.