Nein,
mit einem neuen SCREAM SILENCE Album hatte ich nun gar
nicht gerechnet. Das Vorgängerwerk Aphelia
- man staune: bereits im April 2007 veröffentlicht - rotiert
nämlich noch immer dauerhaft in meinem Player. Hat mich
völlig überrascht, als das neue Werk da aus dem Umschlag
purzelte und es dauerte eine kleine Weile, bis ich mich überhaupt
an diesem Gedanken gewöhnen konnte ;)
Apathology macht es einem dann aber auch recht
einfach. Ähnlich wie Aphelia stellt sich
der Suchtfaktor umgehend ein, begeistert jeder einzelne Song
ohne Ausnahme.
Natürlich klingt Apathology typisch nach
SCREAM SILENCE, fällt aber trotzdem deutlich anders
aus und ist keineswegs ein Abklatsch des sehr erfolgreichen
Vorgängers, auch wenn Parallelen durchaus auszumachen sind.
Das siebte Meisterwerk der Berliner beginnt zunächst verhalten
mit The Faint, steigt dann aber ungemein flott und rockig
mit Counterfeit ein. Und diese treibend rockige Attitüde
bleibt! Downfallen, And This Is What We Left Behind,
der bereits erwähnte Opener und das grandiose Finale Euphoria
sind gar nicht so balladesk, wie sie zunächst scheinen,
finden immer wieder zurück zum druckvollen rockigen Sound.
Das macht jeden Song zum Hit und… beinahe… zum Tanzflächen-Kracher,
wären sie nicht nach wie vor von tiefer Melancholie durchzogen
und so verzweifelt traurig. Weitere Highlights sind die beiden
extrem intensiven Songs Their Bleakest Sun und The
Antagonist, die von der Gitarrenarbeit her Reminiszenzen
an die Fields und Love Like Blood durchscheinen lassen.
An Apathology gibt es rein gar nichts auszusetzen.
Das Album ist komplex und vielschichtig, ungemein abwechslungsreich
und dabei unglaublich eingängig. Sound und Produktion sind
makellos; Sänger Hardy singt zum Niederknien und der Rest
der Band brilliert, legt Herz und Seele in jeden Song.
Natürlich verbirgt sich inhaltlich wieder ein Konzept,
wie der Albumtitel und der eine oder andere Songtitel bereits
implizieren, ob es sich hierbei jedoch um den zweiten Teil einer
neuen möglichen Trilogie handelt, werden Jungs wohl im
Interview beantworten müssen ;)
Fazit: Überraschung gelungen, Patient süchtig!
SCREAM SILENCE haben es ohne Zweifel in die Championsleague
der Düsterrocker geschafft, lassen mittlerweile so manche
Genre-prägende Band dabei hinter sich und krönen das
10-jährige Bandjubiläum mit einem weiteren Meisterwerk!