SCREAM SILENCE – Apathology

 

Label: Plainsong Records
Release: 14.11.2008
Von: Dajana
Punkte: 9.5/10
Time: 58:27
Stil: Gothic/Dark Rock
URL: Scream Silence
 
Nein, mit einem neuen SCREAM SILENCE Album hatte ich nun gar nicht gerechnet. Das Vorgängerwerk Aphelia - man staune: bereits im April 2007 veröffentlicht - rotiert nämlich noch immer dauerhaft in meinem Player. Hat mich völlig überrascht, als das neue Werk da aus dem Umschlag purzelte und es dauerte eine kleine Weile, bis ich mich überhaupt an diesem Gedanken gewöhnen konnte ;)
Apathology macht es einem dann aber auch recht einfach. Ähnlich wie Aphelia stellt sich der Suchtfaktor umgehend ein, begeistert jeder einzelne Song ohne Ausnahme.
Natürlich klingt Apathology typisch nach SCREAM SILENCE, fällt aber trotzdem deutlich anders aus und ist keineswegs ein Abklatsch des sehr erfolgreichen Vorgängers, auch wenn Parallelen durchaus auszumachen sind.
Das siebte Meisterwerk der Berliner beginnt zunächst verhalten mit The Faint, steigt dann aber ungemein flott und rockig mit Counterfeit ein. Und diese treibend rockige Attitüde bleibt! Downfallen, And This Is What We Left Behind, der bereits erwähnte Opener und das grandiose Finale Euphoria sind gar nicht so balladesk, wie sie zunächst scheinen, finden immer wieder zurück zum druckvollen rockigen Sound. Das macht jeden Song zum Hit und… beinahe… zum Tanzflächen-Kracher, wären sie nicht nach wie vor von tiefer Melancholie durchzogen und so verzweifelt traurig. Weitere Highlights sind die beiden extrem intensiven Songs Their Bleakest Sun und The Antagonist, die von der Gitarrenarbeit her Reminiszenzen an die Fields und Love Like Blood durchscheinen lassen.
An Apathology gibt es rein gar nichts auszusetzen. Das Album ist komplex und vielschichtig, ungemein abwechslungsreich und dabei unglaublich eingängig. Sound und Produktion sind makellos; Sänger Hardy singt zum Niederknien und der Rest der Band brilliert, legt Herz und Seele in jeden Song.
Natürlich verbirgt sich inhaltlich wieder ein Konzept, wie der Albumtitel und der eine oder andere Songtitel bereits implizieren, ob es sich hierbei jedoch um den zweiten Teil einer neuen möglichen Trilogie handelt, werden Jungs wohl im Interview beantworten müssen ;)
Fazit: Überraschung gelungen, Patient süchtig! SCREAM SILENCE haben es ohne Zweifel in die Championsleague der Düsterrocker geschafft, lassen mittlerweile so manche Genre-prägende Band dabei hinter sich und krönen das 10-jährige Bandjubiläum mit einem weiteren Meisterwerk!