Mit der
zweiten Veröffentlichung von Joachim Sobczak alias SCHATTENSCHLAG
musste ich doch erst mal ein paar Tage warm werden. Allerdings
hat es sich gelohnt, sich mit Gefühlskalt
intensiver zu beschäftigen, denn inzwischen gefällt
mir die fast schon zum Album mutierte EP umso besser.
Erschienen mir die Stücke nämlich zunächst etwas
zu monoton, so finde ich nun, dass der harte EBM mit den leichten
Industrial-Anleihen ziemlich atmosphärisch rüberkommt
und so mit der erzeugten düsteren Stimmung optimal zu den
sehr interessanten und kritischen Texten passt. Dabei wird viel
deutsch und nur selten englisch gesungen, was der Sache aber
durchaus einen zusätzlichen Reiz verleiht.
Favoriten sind dabei ganz klar das recht morbid klingende Titelstück
sowie Schlachtfeld: Europa, wobei letzteres eigentlich
in Kürze in jedem Tanztempel der Republik rauf und runter
laufen müsste. Aber auch Deine Augen und Schlagabtausch
halten dieses gute Niveau, wohingegen Nekromantik aus
meiner Sicht ein wenig abfällt.
Damit wäre die EP normaler Weise zu Ende, aber nun gibt
es noch satt Bonus-Material in Form von vier Remixen und zudem
zweier zusätzlicher SCHATTENSCHLAG-Tracks.
Bei ersterem hat es mir vor allem die sehr treibende Noisex-Version
von Gefühlskalt angetan; bei den Bonus-Tracks
handelt es sich zum einen um ein eher experimentelles und recht
verzerrtes Instrumental (Electricity), während
X-Perience zwar das langsamste Stück auf dieser
EP ist und deutlich industrial-lastiger und bedrohlicher als
das „normale“ Material klingt, jedoch trotzdem gut
ins Gesamtkonzept passt.
Alles in allem also eine gelungene Veröffentlichung, die
mich mehr als neugierig auf das nächste reguläre Album
macht.