So passiert etwa
beim Eröffnungsstück Call Me Ishmael schon
einiges, um Abwechslung bemühte Vocals und Gitarrenleads
sowie –soli treffen auf Doublebasselemente und eingängige
Headbangerparts. Der Einsatz der Keyboards wurde stark zurückgefahren,
was den Stücken mehr Durchschlagskraft verleiht.
Einige moderne Experimente, wie etwa das Riffing zu Beginn
von The Fallen oder einige Hardcorenuancen im Gesang
werden schlüssiger als in der Vergangenheit ins Gesamtbild
eingewoben. Weitere Pluspunkte im sophisticated Death Metal-Sound
stellen die starke Gitarrenarbeit und die vielen Ideen im
Aufbau der Lieder dar. Die Band hat all ihr Herzblut in ihre
Musik gesteckt und versteht es nach nahezu 15 Jahren des Bestehens
nun ausgezeichnet, die Spannung auch in den längeren
Songs durchgehend hoch zu halten.
Im gesanglichen Bereich ist tiefer Death-Metal-Gesang ebenso
zu hören wie moderat kreischendes Black Metal Timbre
und auch heroischer Klargesang. Manchmal werden zwei Stimmen
auch übereinander gelegt. Mit dieser Taktik entwickelt
sich etwa der Refrain von Schizophrenia zu einem kleinen
Ohrwurm. Bei genanntem Stück mischen SCARECROW N.W.A.
zielsicher verschiedenste Elemente aus dem gesamten Metal-Bereich:
hier gibt es Variationen am laufenden Band, von allen Beteiligten
sehr gut in Szene gesetzt. Schlussendlich kann auch der transparente
und kraftvolle Sound (der übrigens für die reguläre
CD nochmals neu gemastert wurde) auf der Habenseite verbucht
werden.
Allerdings glänzt auf diesem Silberling nicht alles golden…im
vierten Stück Dominion X sind für meinen
Geschmack die extrem variablen Vocals zu viel des Guten. Aber
zurück zu Erfreulichem: die orientalischen Einflüsse
im Verlauf von Goddess Of Death klingen interessant,
das schleppende Grundtempo hebt dieses Lied auch rhythmisch
merkbar ab. Beim geradlinigen und einfach gestrickten Stück
Phantoms fehlt dann meiner Meinung nach wieder eine
Prise Experimentierfreudigkeit. Die Feinabstimmung ist wirklich
schwierig, aber SCARECROW N.W.A. werden sich sicherlich
noch weiter in die richtige Richtung bewegen und am Tuning
arbeiten ;)
Auch der letzte Track Deadworld Rising atmet noch einmal
orientalisches Flair und beschließt eine mehr als gelungene
Veröffentlichung.
Den Steirern ist
mit Ishmael ein starkes Stück Musik mit spannenden Songs,
variabler Sangesleistung und sehr guten Gitarrenmelodien gelungen.
Für mich stehen die Kompositionen manchmal ob ihrer reichhaltigen
Elemente an der Kippe zur Überfrachtung, aber großteils
klingt die CD homogen und auch eingängig; und doch –
so abgedroschen dieser Spruch nun auch sein mag – weniger
ist eben doch manchmal noch ein wenig mehr! Ich wurde dennoch
von der Weiterentwicklung beim Songaufbau überrascht;
deshalb ich bin von SCARECROW Nun Wirklich
Angetan! :)