SCARECROW NWA – At The Back Of Beyond

 
Label: Eigenproduktion
Release: 06.11.2006
Von: Stormlord
Punkte: -/-
Time: 22:45
Stil: Death Metal
URL: Scarecrow
 
Künstlerischer Stillstand? Kreative Stagnation? Diese Begriffe gehören sicher nicht zum Wortschatz der wandlungsfähigen Gruppe aus der Steiermark. Mit der stilistischen Modifikation ging auch eine Veränderung bzw. Verlängerung des Namens einher, wobei NWA soviel wie New World Annihilation bedeutet. Bisher boten die Jungs eine Mixtur verschiedenster Stile von Power bis Black, die auf At The Back Of Beyond einer geradlinigeren Ausrichtung gewichen ist. Der Death Metal Anteil überwiegt diesmal eindeutig, Power Metal Anteile sind fast verschwunden und auf bisher gewohntes Pathos verzichten SCARECROW NWA auch. Sophisticated Death Metal nennen die Vogelscheuchen ihren Stil selbstbewusst – und tatsächlich hat diese CD recht wenig mit durchschnittlicher oder gar eintöniger Unterhaltung zu tun. Es beginnt beim Cover, das rein gar nichts mit den so häufig verwendeten Metzelcovern zu tun hat; einzig die Farbgebung des Booklets ist unglücklich gewählt, sodass zwei Texte teilweise schwer zu entziffern sind, da sie sich vom Hintergrund nicht gut abheben.
Die in der Vergangenheit offerierte und nun fehlende Stilvielfalt, bei der hin und wieder der rote Faden des Songs an sich aus den Händen zu gleiten drohte, bedeutet jedenfalls nicht, dass sich nun Stumpfsinn breit machen würde. Die Lieder sind abwechslungsreich, teilweise breaklastig und kompetent instrumentiert, wobei vor allem das Titelstück At The Back Of Beyond einen positiven und bleibenden Eindruck hinterlässt. Besonders die Einleitung mit synthetischen Streichern und Doublebass lässt meinen Daumen steil nach oben zeigen und auch der Refrain ist einprägsam. Der Aufbau des dritten Stückes And The Day Turned To Night ist spannend und steigert sich nach sanftem Beginn (gezupfte Gitarren) immer mehr. Der Gesang, bei dem sich aggressive und klare Stimmen bisweilen übereinander legen, kann ebenso überzeugen. Es gelingt bestens, in die flott vorgetragenen Kompositionen auch ruhigere Teile einzuflechten. Auch auf headbanger-kompatible Passagen wurde nicht vergessen und so wird dieser Song live sicher zu den Höhepunkten gehören. Die Gitarrenarbeit von Alex gefällt durch ihre Kreativität und Spielfreude. Am auffälligsten wandelte sich die Stimme von Bernd, der die klaren Gesangspassagen in den Hintergrund stellt und die Stimmbänder nahezu durchgehend aggressiv einsetzt. So haben SCARECROW NWA eines ihrer hervorstechenden Merkmale entschärft – ob sich das positiv oder negativ auswirkt liegt im Auge des Betrachters bzw. im Ohr des Hörers. Hinzugekommen sind auch einige modern anmutende Elemente, die den Sound aufpeppen, aber nicht überhand nehmen. Ein weiterer Pluspunkt: die unaufdringliche Keyboarduntermalung von Orestis.
Revolutionär sind SCARECROW NWA auf dem Gebiet des Death Metal sicher nicht, aber sie haben gute Songs am Start und machen Spaß. In den gut 20 Minuten macht die Band vieles richtig, zwei bravouröse Stücke und viele gute Ideen sind sicher eine weit überdurchschnittliche Ausbeute für eine EP!