Gar nicht
mal so schlecht, was mir hier die Damen und Herren der italienischen
Band SAVINGRACES offerieren. Was im Info als
Melodic Death Metal mit Einflüssen aus dem Dark Gothic
und EBM beschrieben wird, ist auf dem ersten (selbstproduzierten)
Longplayer eine erstaunlich klischeefreie Angelegenheit geworden.
Ok, EBM hatte ich nicht wirklich erwartet, und davon findet
sich auf Evilution auch kein Ton,
aber der von mir befürchtete Standard-Gothic Metal bleibt
glücklicher Weise genauso außen vor.
Vielmehr darf ich mir hier straff strukturierten und mit einem
übersichtlichen (aber zur Musik passenden) Härtegrad
versehenen Death Metal anhören, der fast immer an den richtigen
Stellen mit einem interessanten Break aufwarten kann. Diese
sind dann stilistisch in der Tat sehr gemischt, die Palette
reicht von Piano-Klängen wie im Opener Before Dawn
über Alternative-Einflüsse wie in S.E.L.
bis hin zu dem bereits erwähnten Dark Gothic. Zwangsweise
wird dabei dann viel Keyboard verwendet, und hier kommen wir
dann zu einem der negativen Aspekte dieser CD: die Melodien
sind zwar im Allgemeinen in Ordnung, und mir gefällt auch,
wie die Synths generell (und nicht nur in langsamen Passagen)
eingesetzt werden, aber die Sounds selber klingen manchmal wirklich
nach Kindergeburtstag (z.B. in Visions) und gehören
so echt verboten. Schade, dass an sich gute Ideen durch diesen
Umstand nicht den gewünschten Effekt erzielen und vermutlich
manchen Hörer am Anfang leicht vergraulen können.
Aber auch der Sound insgesamt kommt über Proberaumniveau
nicht so recht hinaus; man kann zwar alle Instrumente relativ
gut heraushören, aber Lust auf mehr macht der dumpfe, drucklose
Klang nicht unbedingt. Folglich muss es also die Musik richten,
und hier schlägt man mit Klasse-Stücken wie S.E.L.
oder Nightwalker, die beide kompositorisch nicht mehr
nach Demo-Stadium klingen, definitiv den richtigen Weg ein.
Gut gefällt mir auch der letzte Track Schuld,
dessen Strophen in (fast fehlerfreiem) Deutsch verfasst wurden;
allerdings versteht man hinterher davon kein Wort. Nun ja, bei
den englischen Textzeilen ist das auch nicht anders. Überhaupt
könnte der Gesang insgesamt noch etwas differenzierter
sein. Ich bin mir sicher, dass das gut zur Musik passen würde.
Ansonsten habe ich aber absolut nichts auszusetzen. Wenn SAVINGRACES
so weitermachen, dann werden wir in den CD-Shops dieser Welt
vermutlich in nicht allzu ferner Zukunft ein interessantes Debüt-Album
vorfinden können.