SAVINGRACES – Evilution
 
Label: Eigenproduktion
Release: November 2004
Von: Psycho
Punkte: -/-
Time: 29:07
Stil: Gothic Death Metal
URL: SavinGraces
 

Gar nicht mal so schlecht, was mir hier die Damen und Herren der italienischen Band SAVINGRACES offerieren. Was im Info als Melodic Death Metal mit Einflüssen aus dem Dark Gothic und EBM beschrieben wird, ist auf dem ersten (selbstproduzierten) Longplayer eine erstaunlich klischeefreie Angelegenheit geworden. Ok, EBM hatte ich nicht wirklich erwartet, und davon findet sich auf Evilution auch kein Ton, aber der von mir befürchtete Standard-Gothic Metal bleibt glücklicher Weise genauso außen vor.
Vielmehr darf ich mir hier straff strukturierten und mit einem übersichtlichen (aber zur Musik passenden) Härtegrad versehenen Death Metal anhören, der fast immer an den richtigen Stellen mit einem interessanten Break aufwarten kann. Diese sind dann stilistisch in der Tat sehr gemischt, die Palette reicht von Piano-Klängen wie im Opener Before Dawn über Alternative-Einflüsse wie in S.E.L. bis hin zu dem bereits erwähnten Dark Gothic. Zwangsweise wird dabei dann viel Keyboard verwendet, und hier kommen wir dann zu einem der negativen Aspekte dieser CD: die Melodien sind zwar im Allgemeinen in Ordnung, und mir gefällt auch, wie die Synths generell (und nicht nur in langsamen Passagen) eingesetzt werden, aber die Sounds selber klingen manchmal wirklich nach Kindergeburtstag (z.B. in Visions) und gehören so echt verboten. Schade, dass an sich gute Ideen durch diesen Umstand nicht den gewünschten Effekt erzielen und vermutlich manchen Hörer am Anfang leicht vergraulen können.
Aber auch der Sound insgesamt kommt über Proberaumniveau nicht so recht hinaus; man kann zwar alle Instrumente relativ gut heraushören, aber Lust auf mehr macht der dumpfe, drucklose Klang nicht unbedingt. Folglich muss es also die Musik richten, und hier schlägt man mit Klasse-Stücken wie S.E.L. oder Nightwalker, die beide kompositorisch nicht mehr nach Demo-Stadium klingen, definitiv den richtigen Weg ein. Gut gefällt mir auch der letzte Track Schuld, dessen Strophen in (fast fehlerfreiem) Deutsch verfasst wurden; allerdings versteht man hinterher davon kein Wort. Nun ja, bei den englischen Textzeilen ist das auch nicht anders. Überhaupt könnte der Gesang insgesamt noch etwas differenzierter sein. Ich bin mir sicher, dass das gut zur Musik passen würde.
Ansonsten habe ich aber absolut nichts auszusetzen. Wenn SAVINGRACES so weitermachen, dann werden wir in den CD-Shops dieser Welt vermutlich in nicht allzu ferner Zukunft ein interessantes Debüt-Album vorfinden können.