Dunkel erinnere
ich mich noch an das Vorgängeralbum namens Phobos
& Deimos, das recht unkonventionellen Metal
bot, die Stile wurden in den bandeigenen Mixer geworfen und
kräftig durcheinander gewirbelt. Für manche war der
rote Faden sehr schwer auffindbar und es gehörte schon
eine große Menge Toleranz und vor allem Zeit dazu, um
mit besagtem Werk vertraut zu werden. Beim neuen Scheibchen
Hydra läuft das einstige, leicht
chaotische Gefüge in geordneteren Bahnen. SATARIEL
haben sich eines aber erhalten: einen recht eigenständigen
Klang, was vor allem auf die sehr guten Darbietungen im Vokalbereich
zurückzuführen ist. Mir gefällt vor allem der
Klargesang auf Hydra jedenfalls ausgesprochen
gut, überzeugen kann allerdings auch die Kreisch/Growl-Fraktion.
Abwechslung bietet also schon mal der alternierende Gesang,
die Musik bewegt sich meist im mittelschnellen Tempo, stampfende
Rhythmen bestimmen über weite Strecken das Bild bzw. den
Ton. Die Refrains haken sich schnell im Kleinhirn fest und senden
sogleich Signale zum Mitsummen oder Mitwippen in die entsprechenden
Körperregionen. Viele gelungene Gitarrenharmonien und Melodien
laden zum Genießen ein und so ist die richtige Balance
zwischen Anspruch und Eingängigkeit gefunden worden. Einige
Höhepunkte während der gut 40 Minuten: das mit einem
vertraut wirkenden Riff beginnende The Freedom Fall
mit klar gesungenem Refrain und Akustikgitarren im Hintergrund.
Be You Angel, Be You Beast stampft auch ordentlich
dahin – und wieder halten sich klare und gekreischte Stimme
die Waage.
Diese Formel zieht sich durch die gesamte CD, was die gleich
bleibend hohe Qualität erklärt, aber auch dann und
wann eintönig wirkt. So einen richtigen Hit konnte ich
zwar nicht finden, doch darauf zielt Hydra
auch gar nicht ab. Eine angenehm zu hörende Scheibe, die
auch nach dem mittlerweile zehnten Durchlauf nicht an Reiz verliert
und jedes Mal Neues zu Entdecken bietet.