Metal und
Klassik passten schon immer exzellent zusammen – und im
Falle von Strings Attached harmonieren
Streicher und die hart rockende israelische Band besonders gut.
Ein Großteil des Songmaterials ist schon von den mittlerweile
vier Studioalben bekannt, also stellt Strings Attached
so etwas wie einen Rückblick auf die letzten 20 Jahre dar,
aber eine bloße Zusammenstellung von Altbekanntem war
SALEM glücklicherweise zu wenig. Deshalb
wertet das ICSQ String Quartett die Darbietung in hohem Maße
auf. Die Arrangements geben dem Streichquartett genug Raum,
um seine hervorragenden Qualitäten unter Beweis zu stellen.
Als Gegengewicht zeigen sich die Musiker von SALEM
von ihrer spielerisch kompetentesten Seite und ergeben im Zusammenwirken
eine homogene Einheit. Zuweilen übernimmt die klassische
Seite die Führung und dominiert, bevor geschickt eingeflochtene
Gitarrenriffs und harschere Gesangsparts das Gleichgewicht wieder
herstellen. Mit A Moment Of Silence gelingt ein toller
Einstieg, der vor allem durch den Einsatz verschiedener Gesangsstile
aufhorchen lässt. Raue, Death-Metal-artige Vocals treffen
auf sanfte Frauengesänge, eine melodische Leadstimme wird
von einem Chor abgelöst. Hin und wieder tauchen in den
Kompositionen orientalische Klangfolgen auf, was dem vielfältigen
Klangkosmos noch zusätzliche Würze beimengt. Doch
nicht nur gesanglich geht es äußerst abwechslungsreich
zur Sache; musikalisch bewegt man sich in dieser Stunde wie
auf einer Achterbahnfahrt, ruhige Lieder sind genauso im Repertoire
vorhanden wie härtere Eruptionen oder sogar poppige Arrangements
(Winter’s Tear). Egal welche Stimmung gerade
herrscht, die Musiker setzen alle Tempi eindrucksvoll um und
lassen von der Qualität her Erinnerungen an Therion oder
Rage (zu Lingua Mortis Zeiten) aufkommen.
Zusätzlich zur musikalischen Klasse wird dem Hörer
auch noch allerhand an Extras geboten, im Mutimedia Teil gibt
es noch Videos, Diskographie, Bildergalerie und einiges mehr
zu bestaunen. Zu guter letzt runden ein hervorragend in Szene
gesetzter Sound und eine stilvolle Aufmachung dieses Werk gekonnt
ab. Ich bin schon gespannt auf die weitere Entwicklung von SALEM,
in dieser Band steckt auch nach 20 Jahren noch immer großes
künstlerisches Potential!