SAGA – Trust

 
Label: InsideOut
Release: 21.04.2006
Von: Reverend
Punkte: 8/10
Time: 49:19
Stil: Rock
URL: Saga
 
Inklusive dem 1978 veröffentlichten Debüt bringen es die kanadischen Rocker SAGA inzwischen auf stolze 16 Studioalben. Das jüngste Werk, Trust, klingt abgesehen vom Einsatz moderner Keyboards wie ein klassisches 80er Jahre Rockalbum mit progressiven Einflüssen. Hier versucht man gar nicht erst, um jeden Preis modern und experimentell zu wirken: Man besinnt sich lieber auf ein eingängiges und mitreißendes Songwriting und bleibt den eigenen Wurzeln treu. Aufgrund ihrer großen Fangemeinde sind SAGA sicherlich auch ein wenig zur Wahrung der Tradition verpflichtet, trotzdem klingt Trust alles andere als altbacken. Die Produktion ist sehr transparent und die Musiker spielen ihre Instrumente natürlich sehr souverän und akzentuiert. Die Stimme von Michael Sadler versetzt den Hörer runde zwanzig Jahre in die Vergangenheit, die authentischen 80er Gesangslinien jagen sicherlich auch dem einen oder anderen Nicht-Fan wohlig warme Schauer über den Rücken. Die Stärke der Band besteht definitiv nicht darin, mit jedem Album zu neuen Ufern aufzubrechen und neue musikalische Grenzen auszuloten. Dennoch schafft es auch Trust wieder, mit solchen wundervollen Songs wie dem Titeltrack, dem Mitgröhl-Song I'm Okay oder dem groovenden Back To The Shadows die Existenzberechtigung einer Unterart des Progressive Rock zu untermauern, die heute nur noch sehr selten praktiziert wird. Im Vergleich zu den ganzen pseudointellektuellen Eskapaden der namhaften Rockbands unserer Zeit wirkt ein Album wie dieses dann schon regelrecht erfrischend, und das, obwohl es bewusst ein wenig auf der Retro-Schiene mitfährt. Wer also auf Bombast, schnelle Gitarren und ein wenig Nostalgie steht, kann sich dieses Album guten Gewissens mal zu Gemüte führen. Ein wenig Punkteabzug von mir gibt es für die doch recht kurze Spielzeit von 49:19 Minuten und das Fehlen wirklicher Songjuwelen – denn ein Album ohne nennenswerte Ausfälle zu produzieren haben SAGA zwar geschafft. Von einem Album für die Ewigkeit ist man dadurch allerdings trotzdem noch etwas weiter entfernt. Da Trust jedoch ausgesprochen konsistent klingt, denke ich, dass der richtige Schritt getan ist um wieder an den Ruhm der ganz frühen Alben anzuknüpfen. Ein wirklich gutes Album! Nicht mehr, aber auch nicht weniger.