Inklusive
dem 1978 veröffentlichten Debüt bringen es die kanadischen
Rocker SAGA inzwischen auf stolze 16 Studioalben.
Das jüngste Werk, Trust, klingt
abgesehen vom Einsatz moderner Keyboards wie ein klassisches
80er Jahre Rockalbum mit progressiven Einflüssen. Hier
versucht man gar nicht erst, um jeden Preis modern und experimentell
zu wirken: Man besinnt sich lieber auf ein eingängiges
und mitreißendes Songwriting und bleibt den eigenen Wurzeln
treu. Aufgrund ihrer großen Fangemeinde sind SAGA
sicherlich auch ein wenig zur Wahrung der Tradition verpflichtet,
trotzdem klingt Trust alles andere
als altbacken. Die Produktion ist sehr transparent und die Musiker
spielen ihre Instrumente natürlich sehr souverän und
akzentuiert. Die Stimme von Michael Sadler versetzt den Hörer
runde zwanzig Jahre in die Vergangenheit, die authentischen
80er Gesangslinien jagen sicherlich auch dem einen oder anderen
Nicht-Fan wohlig warme Schauer über den Rücken. Die
Stärke der Band besteht definitiv nicht darin, mit jedem
Album zu neuen Ufern aufzubrechen und neue musikalische Grenzen
auszuloten. Dennoch schafft es auch Trust
wieder, mit solchen wundervollen Songs wie dem Titeltrack, dem
Mitgröhl-Song I'm Okay oder dem groovenden Back
To The Shadows die Existenzberechtigung einer Unterart
des Progressive Rock zu untermauern, die heute nur noch sehr
selten praktiziert wird. Im Vergleich zu den ganzen pseudointellektuellen
Eskapaden der namhaften Rockbands unserer Zeit wirkt ein Album
wie dieses dann schon regelrecht erfrischend, und das, obwohl
es bewusst ein wenig auf der Retro-Schiene mitfährt. Wer
also auf Bombast, schnelle Gitarren und ein wenig Nostalgie
steht, kann sich dieses Album guten Gewissens mal zu Gemüte
führen. Ein wenig Punkteabzug von mir gibt es für
die doch recht kurze Spielzeit von 49:19 Minuten und das Fehlen
wirklicher Songjuwelen – denn ein Album ohne nennenswerte
Ausfälle zu produzieren haben SAGA zwar
geschafft. Von einem Album für die Ewigkeit ist man dadurch
allerdings trotzdem noch etwas weiter entfernt. Da Trust
jedoch ausgesprochen konsistent klingt, denke ich, dass der
richtige Schritt getan ist um wieder an den Ruhm der ganz frühen
Alben anzuknüpfen. Ein wirklich gutes Album! Nicht mehr,
aber auch nicht weniger.