RUNEMAGICK – Invocation Of Magick

 
Label: Aftermath Music
Release: August 2006
Von: Psycho
Punkte: 9/10
Time: 70:00
Stil: Doom/Death Metal
URL: Runemagick
 
Zum ersten Mal bin 1999 auf RUNEMAGICK aufmerksam geworden, als mir mein damaliger Brötchengeber das Promo zu Enter The Realms Of Death in die Hand drückte (für mich übrigens auch heute noch eine der besten Old School-Death Metal-Scheiben aller Zeiten). Aber wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass man die Schweden eines Tages als eine der feinsten Adressen für sinistren Death/Doom-Metal weltweit bezeichnen könnte, wäre bestenfalls ungläubiges Kopfschütteln meinerseits die Reaktion gewesen.
Bandkopf Nicklas Rudolfsson hat allerdings das Steuer im Laufe der Zeit in der Tat immer mehr herumgerissen. Bereits auf dem 2002 erschienen Album Requiem Of The Apocalypse waren die langsameren Songs in der Mehrheit, und die Entwicklung ging mit jeder Veröffentlichung mehr in Richtung Doom, ohne dabei die alten Death-Wurzeln zu ignorieren. Dabei scheint das Hauptanliegen der Band nicht generell die Verringerung des Tempos, sondern vielmehr die Auslotung immer finsterer Untiefen innerhalb ihrer Musik zu sein.
Einen logischen Schritt in dieser Evolution stellt daher auch das neue Werk Invocation Of Magick dar, welches mit bemerkenswerter Kompromisslosigkeit die seit den letzten Alben bekannten Trademarks weiter ausführt: ellenlange Songs, sich langsam entwickelnde Sounds und Riffs, zupackende Melodien, tief gegrunzter Gesang und eine Atmosphäre, wie sie dunkler kaum sein könnte. Ich will jetzt nicht sagen, dass RUNEMAGICK nun den Endpunkt ihrer Entwicklung erreicht haben (wo sollte es dann schließlich noch hingehen?), aber diese CD ist für diese Stilrichtung schon ziemlich perfekt.
Überlange Soundmonster wie Black Magick Sorceress oder das superbe Fisher Of Souls sollten keine Doom-Jünger unbewegt lassen (aber bitte nicht in Hektik verfallen!), wobei sich die Band eigentlich für jedes Stück wirklich jede Menge Zeit nimmt, was der Sache aber absolut gut tut. Langeweile kommt jedenfalls, wenn überhaupt, nur in den ca. 5 Minuten Stille im letzten Track Witchcraft Gateways auf, bevor das Stück dann endlich abgeschlossen wird. Ansonsten zelebrieren RUNEMAGICK ihre brachial-langsamen Riffs und morbiden Melodien mit fast schon atemberaubender Perfektion. Gelegentlich tauchen einige Keyboard-Tupfer oder beschwörende Chöre auf, aber nur, um den Gesamteindruck geschickt zu intensivieren. So entsteht schließlich ein beinhartes, mächtig bedrückendes Werk, welches in keinem Fall weniger als 9 Punkte verdient hat.