Zum
ersten Mal bin 1999 auf RUNEMAGICK aufmerksam
geworden, als mir mein damaliger Brötchengeber das Promo
zu Enter The Realms Of Death in die
Hand drückte (für mich übrigens auch heute noch
eine der besten Old School-Death Metal-Scheiben aller Zeiten).
Aber wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass man die
Schweden eines Tages als eine der feinsten Adressen für
sinistren Death/Doom-Metal weltweit bezeichnen könnte,
wäre bestenfalls ungläubiges Kopfschütteln meinerseits
die Reaktion gewesen.
Bandkopf Nicklas Rudolfsson hat allerdings das Steuer im Laufe
der Zeit in der Tat immer mehr herumgerissen. Bereits auf dem
2002 erschienen Album Requiem Of The Apocalypse
waren die langsameren Songs in der Mehrheit, und die Entwicklung
ging mit jeder Veröffentlichung mehr in Richtung Doom,
ohne dabei die alten Death-Wurzeln zu ignorieren. Dabei scheint
das Hauptanliegen der Band nicht generell die Verringerung des
Tempos, sondern vielmehr die Auslotung immer finsterer Untiefen
innerhalb ihrer Musik zu sein.
Einen logischen Schritt in dieser Evolution stellt daher auch
das neue Werk Invocation Of Magick
dar, welches mit bemerkenswerter Kompromisslosigkeit die seit
den letzten Alben bekannten Trademarks weiter ausführt:
ellenlange Songs, sich langsam entwickelnde Sounds und Riffs,
zupackende Melodien, tief gegrunzter Gesang und eine Atmosphäre,
wie sie dunkler kaum sein könnte. Ich will jetzt nicht
sagen, dass RUNEMAGICK nun den Endpunkt ihrer
Entwicklung erreicht haben (wo sollte es dann schließlich
noch hingehen?), aber diese CD ist für diese Stilrichtung
schon ziemlich perfekt.
Überlange Soundmonster wie Black Magick Sorceress
oder das superbe Fisher Of Souls sollten keine Doom-Jünger
unbewegt lassen (aber bitte nicht in Hektik verfallen!), wobei
sich die Band eigentlich für jedes Stück wirklich
jede Menge Zeit nimmt, was der Sache aber absolut gut tut. Langeweile
kommt jedenfalls, wenn überhaupt, nur in den ca. 5 Minuten
Stille im letzten Track Witchcraft Gateways auf, bevor
das Stück dann endlich abgeschlossen wird. Ansonsten zelebrieren
RUNEMAGICK ihre brachial-langsamen Riffs und
morbiden Melodien mit fast schon atemberaubender Perfektion.
Gelegentlich tauchen einige Keyboard-Tupfer oder beschwörende
Chöre auf, aber nur, um den Gesamteindruck geschickt zu
intensivieren. So entsteht schließlich ein beinhartes,
mächtig bedrückendes Werk, welches in keinem Fall
weniger als 9 Punkte verdient hat.