Ok, ich
gebe es zu: ich habe diese Review ein wenig verschlampt. Da
gilt auch nicht die Entschuldigung, dass ich zunächst aufgrund
eines Mißverständnisses mit Calani der Meinung war, nicht
die aktuelle, sondern die Vorjahresscheibe in den Händen zu
halten. Dann hätte ich zwar einen Release verpasst, aber das
kann ja schließlich auch mal passieren...
Es ist
also doch die neue RUNEMAGICK, mit der hier die Apokalypse
gewürdigt wird, auch wenn für Anfang nächsten Jahres bereits
eine neue, nämlich die fünfte CD angekündigt ist. Mit dem
zweiten Album Enter The Realm Of Death ist der
Band um Nicklas Rudolfsson ja seinerzeit ein echt Old-School-DM-Klassiker
gelungen. Der Nachfolger Resurrection In Blood
konnte da leider nicht ganz mithalten, daher natürlich die
Frage, ob man, auch nach dem Labelwechsel von Century Media
zu Aftermath Records, diesen Anflug von Verschleißerscheinungen
mit Requiem Of The Apocalypse wieder zu beseitigen
wusste.
Um das
Fazit vorwegzunehmen: das ist der Band gelungen, wenn auch
auf etwas andere Weise als erwartet. Dieses Album verbreitet
nämlich das, was bereits bei den Vorgängern versucht wurde,
aber nicht ganz (bzw. nicht in dieser Weise) geklappt hat:
eine Form von mystische Atmosphäre, die das gesamte Album
wie eine Art Fluidum umgibt. Natürlich findet sich immer noch
guter Death Metal mit den typischen Vocals, aber die Songs
sind abwechslungsreicher aufgebaut und lassen mehr Raum für
Parts, die eine düstere Stimmung verbreiten. Dafür klingt
die Produktion etwas glatter und indirekter als früher, woran
man sich aber nach 2-3 Durchläufen schnell gewöhnt hat.
Als Beispiele
für diese Entwicklung lassen sich ohne weiteres die ersten
beiden Stücke heranziehen. Sowohl Temple Of Skin als
auch Beyond Life beginnen zunächst wie typische RUNEMAGICK-Tracks,
bevor dann Passagen auftauchen, die man so nicht erwartet
hätte. Bei ersterem ist das ein kurzer, fast schon 70's-artig
Teil, bei letzterem der prägnante Einsatz einer Orgel. Im
weiteren Verlauf sticht dann immer mehr ins Auge, dass die
Stücke komplexer als früher und insgesamt auch ein wenig langsamer
geworden sind, ohne damit jedoch an Brutalität oder Ausstrahlung
zu verlieren. Nachzuhören z.B. beim (fast-)Doom-Kracher Funeral
Caravan, dem geilen One Road To Megiddo oder dem,
nicht nur wegen seiner Länge von mehr als 8 Minuten zentralen
Track Memorandum Melancholia.
Dazu gibt es einige gelungene musikalische Zwischenspiele,
so dass man insgesamt von einer runden Sache sprechen kann.
Was zusammen mit der Tatsache, dass sich Herr Rudolfsson in
Zukunft vollständig auf RUNEMAGICK konzentrieren will,
zumindest bei mir die Neugier auf das nächste Album deutlich
gesteigert hat!