RUNEMAGICK Requiem Of The Apocalypse

 
Label: Aftermath Music
Release: Juli 2002
Von: Psycho
Punkte: 8/10
Time: 62:35
Stil: Dark Death Metal
URL: Runemagick
 

Ok, ich gebe es zu: ich habe diese Review ein wenig verschlampt. Da gilt auch nicht die Entschuldigung, dass ich zunächst aufgrund eines Mißverständnisses mit Calani der Meinung war, nicht die aktuelle, sondern die Vorjahresscheibe in den Händen zu halten. Dann hätte ich zwar einen Release verpasst, aber das kann ja schließlich auch mal passieren...

Es ist also doch die neue RUNEMAGICK, mit der hier die Apokalypse gewürdigt wird, auch wenn für Anfang nächsten Jahres bereits eine neue, nämlich die fünfte CD angekündigt ist. Mit dem zweiten Album Enter The Realm Of Death ist der Band um Nicklas Rudolfsson ja seinerzeit ein echt Old-School-DM-Klassiker gelungen. Der Nachfolger Resurrection In Blood konnte da leider nicht ganz mithalten, daher natürlich die Frage, ob man, auch nach dem Labelwechsel von Century Media zu Aftermath Records, diesen Anflug von Verschleißerscheinungen mit Requiem Of The Apocalypse wieder zu beseitigen wusste.

Um das Fazit vorwegzunehmen: das ist der Band gelungen, wenn auch auf etwas andere Weise als erwartet. Dieses Album verbreitet nämlich das, was bereits bei den Vorgängern versucht wurde, aber nicht ganz (bzw. nicht in dieser Weise) geklappt hat: eine Form von mystische Atmosphäre, die das gesamte Album wie eine Art Fluidum umgibt. Natürlich findet sich immer noch guter Death Metal mit den typischen Vocals, aber die Songs sind abwechslungsreicher aufgebaut und lassen mehr Raum für Parts, die eine düstere Stimmung verbreiten. Dafür klingt die Produktion etwas glatter und indirekter als früher, woran man sich aber nach 2-3 Durchläufen schnell gewöhnt hat.

Als Beispiele für diese Entwicklung lassen sich ohne weiteres die ersten beiden Stücke heranziehen. Sowohl Temple Of Skin als auch Beyond Life beginnen zunächst wie typische RUNEMAGICK-Tracks, bevor dann Passagen auftauchen, die man so nicht erwartet hätte. Bei ersterem ist das ein kurzer, fast schon 70's-artig Teil, bei letzterem der prägnante Einsatz einer Orgel. Im weiteren Verlauf sticht dann immer mehr ins Auge, dass die Stücke komplexer als früher und insgesamt auch ein wenig langsamer geworden sind, ohne damit jedoch an Brutalität oder Ausstrahlung zu verlieren. Nachzuhören z.B. beim (fast-)Doom-Kracher Funeral Caravan, dem geilen One Road To Megiddo oder dem, nicht nur wegen seiner Länge von mehr als 8 Minuten zentralen Track Memorandum Melancholia.
Dazu gibt es einige gelungene musikalische Zwischenspiele, so dass man insgesamt von einer runden Sache sprechen kann. Was zusammen mit der Tatsache, dass sich Herr Rudolfsson in Zukunft vollständig auf RUNEMAGICK konzentrieren will, zumindest bei mir die Neugier auf das nächste Album deutlich gesteigert hat!