RPWL,
die Band mit dem seltsamen Namen (der übrigens in englischen
Einzelbuchstaben ausgesprochen wird), sind Fan-freundlich. Warum?
Ganz einfach, sie hauen nicht einfach eine uninspirierte Live-CD
auf den Markt (ich erinnere da an die kürzliche Spock's
Beard-Scheibe), nein, sie haben ein bisschen mehr anzubieten…
Nach ihrem fantastischen vierten Studioalbum am Anfang dieses
Jahres, ist's nun an der Zeit für die erste Live-Veröffentlichung.
Und Start The Fire ist da wirklich
zu einem edlen Output geworden: Über zwei Stunden wunderschöner
Live-Psychedelia auf zwei CDs, ein kristallklarer Sound und
einige wirkliche Song-Diamanten machen diesen Release definitiv
zu einem "Value for Money"-Ding.
CD 1 wurde während der WDR-Rockpalast-Session mitgeschnitten
und präsentiert als "normaler" Teil von Start
The Fire eine Best-Of-Zusammenstellung des bisherigen
Schaffens der Band. Sleep, Start The Fire
und Day On My Pillow von World Through
My Eyes, sowie einiges älteres Material (The
Gentle Art Of Swimming oder Crazy Lane) beweisen
eine gute Song-Auswahl. Der heimliche Hit Roses wird
dann mit Ray Wilson am Mikro performt, der auch beim folgenden
Genesis-Cover Not About Us noch seine Stimme zum Besten
gibt - alles in allem ein guter Start in die RPWL-Welt,
in der vor allem Sänger Yogi Lang durch eine fantastische
Vocal-Performance heraussticht.
CD 2 gräbt dann die wirklich interessanten Sachen aus...
Eine ältere Alternativ-Version von World Through
My Eyes, die der Band einigen Freiraum für
Improvisationen and bunte Klangwelten lässt. Dann drei
Pink Floyd-Cover, von denen wir bislang nur Opel kannten.
Cymbaline vom More-Album entwickelt sich zu einem 15-Minuten-Mammut-Song
(im Vergleich zum 5-minütigen Original) mit freakigen Jam-Parts
und langen Solo-Sessions, während sich Welcome To The
Machine vom Alltime-Klassiker Wish You Were Here als eine
Heavy-Version des Originals entpuppt, die aber ansonsten sehr
ans Original angelehnt ist. Nach zwei weiteren Eigenkompositionen
schließt die CD dann mit dem Studio-Track New Stars
Are Born ab, der zum ersten Mal in der 13-minütigen
Vollversion unters Volk gejubelt wird.
Live – Start The Fire ist zu
einem fantastischen Release geworden, der mich nur hin und wieder
ein wenig an Live-Atmosphäre vermissen lässt, zu glatt
poliert wirkt die Produktion an manchen Stellen. Nichtsdestotrotz
handelt es sich um ein essentielles Release für alle RPWL-Fans
und kann auch all jenen empfohlen werden, die an Psychedelic
Rock interessiert sind und diese deutsche Band bislang noch
nicht kannten. Das einzig wirklich störende an diesem Album
ist aber das Cover, das viel zu unprofessionell für eine
Band wie RPWL und einen Release von InsideOut
ausgefallen ist... ;)