RPWL – Live – Start The Fire

 
Label: InsideOut Music
Release: 17.10.2005
Von: Medion
Punkte: -/-
Time: 61:23 / 67:00
Stil: Psychedelic Rock
URL: RPWL
 

RPWL, die Band mit dem seltsamen Namen (der übrigens in englischen Einzelbuchstaben ausgesprochen wird), sind Fan-freundlich. Warum? Ganz einfach, sie hauen nicht einfach eine uninspirierte Live-CD auf den Markt (ich erinnere da an die kürzliche Spock's Beard-Scheibe), nein, sie haben ein bisschen mehr anzubieten… Nach ihrem fantastischen vierten Studioalbum am Anfang dieses Jahres, ist's nun an der Zeit für die erste Live-Veröffentlichung. Und Start The Fire ist da wirklich zu einem edlen Output geworden: Über zwei Stunden wunderschöner Live-Psychedelia auf zwei CDs, ein kristallklarer Sound und einige wirkliche Song-Diamanten machen diesen Release definitiv zu einem "Value for Money"-Ding.
CD 1 wurde während der WDR-Rockpalast-Session mitgeschnitten und präsentiert als "normaler" Teil von Start The Fire eine Best-Of-Zusammenstellung des bisherigen Schaffens der Band. Sleep, Start The Fire und Day On My Pillow von World Through My Eyes, sowie einiges älteres Material (The Gentle Art Of Swimming oder Crazy Lane) beweisen eine gute Song-Auswahl. Der heimliche Hit Roses wird dann mit Ray Wilson am Mikro performt, der auch beim folgenden Genesis-Cover Not About Us noch seine Stimme zum Besten gibt - alles in allem ein guter Start in die RPWL-Welt, in der vor allem Sänger Yogi Lang durch eine fantastische Vocal-Performance heraussticht.
CD 2 gräbt dann die wirklich interessanten Sachen aus... Eine ältere Alternativ-Version von World Through My Eyes, die der Band einigen Freiraum für Improvisationen and bunte Klangwelten lässt. Dann drei Pink Floyd-Cover, von denen wir bislang nur Opel kannten. Cymbaline vom More-Album entwickelt sich zu einem 15-Minuten-Mammut-Song (im Vergleich zum 5-minütigen Original) mit freakigen Jam-Parts und langen Solo-Sessions, während sich Welcome To The Machine vom Alltime-Klassiker Wish You Were Here als eine Heavy-Version des Originals entpuppt, die aber ansonsten sehr ans Original angelehnt ist. Nach zwei weiteren Eigenkompositionen schließt die CD dann mit dem Studio-Track New Stars Are Born ab, der zum ersten Mal in der 13-minütigen Vollversion unters Volk gejubelt wird.
Live – Start The Fire ist zu einem fantastischen Release geworden, der mich nur hin und wieder ein wenig an Live-Atmosphäre vermissen lässt, zu glatt poliert wirkt die Produktion an manchen Stellen. Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein essentielles Release für alle RPWL-Fans und kann auch all jenen empfohlen werden, die an Psychedelic Rock interessiert sind und diese deutsche Band bislang noch nicht kannten. Das einzig wirklich störende an diesem Album ist aber das Cover, das viel zu unprofessionell für eine Band wie RPWL und einen Release von InsideOut ausgefallen ist... ;)