Dieser
Metalcore von RUMORS OF GEHENNA ist derart frei von Überraschungen,
das mehr als genügend Freiraum bleibt, sich Gedanken über
die Herkunft des Bandnamens zu machen. Na, wer weiß was
sich hinter Gehenna versteckt und wie die Gerüchte darum
gestrickt sind? Gehenna [hebräisch »Tal (der Söhne)
des Hinnom«], Tal südlich von Jerusalem (Wadi er-Rababe)
mit kanaanäischer Kultstätte, wo dem Gott Moloch Kinder
geopfert wurden (2. Könige 23, 10); in spätjüdischer
Zeit Verbrennungsplatz für Unrat und im Neuen Testament
Bezeichnung der Hölle (u.a. Matthäus 5, 29 f.). Rumort
scheint es da also ordentlich zu haben. Da hat der Platz dem
Debüt-Album Ten Hatred Degrees aber auch
locker was voraus! Was die Italiener gut drauf haben, ist die
Art und Weise, wie sie mit ihren Instrumenten umgehen. Spielerisch
bewegt sich die 2002 gegründete Truppe durchaus auf hohem
Niveau. Spätestens ab dem 4. Track Detoxication klingt
aber alles gleich – es passiert einfach nix mehr. Eine
Metalcore Up-Tempo-Nummer nach der anderen gibt den Staffelstab
schön artig zwischen den Ten Hatred Degrees
weiter, ohne das dieser vielleicht mal auf den Boden klatscht,
weggeworfen oder die Art und Weise des Transports variiert wird.
Gleichförmig schön und gut, damit wird man dem geschichtlichen
Vorbild, wie ja jetzt bekannt ist, allerdings nicht gerecht.
Eine leichte Prise Melodie zum Thrash Riffing reicht bei einer
Produktion, bei der die ebenfalls Thrash-artigen Vocals zu weit
im Hintergrund vom sonst klinisch glatten Sound gemischt sind,
schlichtweg nicht aus. RUMORS OF GEHENNA wird daher nur
für Szenefetischisten interessant sein, alle anderen sollten
auf das drohende Rumoren im Magen verzichten.