Etwas
mehr als ein Jahr hat die Scheibe der Polen nun mittlerweile
auf dem Buckel, und ich frage mich ernsthaft ob es REVELATION
OF DOOM überhaupt noch gibt?! Vielleicht sind sie Mannen
nach dem Release von Shemhamforash Ziegenherden
hüten gegangen, jagen Jungfrauen oder klopfen mittlerweile
an den Pforten zum Gehörnten an und bitten um Einlass…
im World Wide Web allerdings hinterlassen sie außer eine
inoffizielle MySpace-Site mit sage und schreibe 5 (!) Freunden
(nein, das hat nix mit den Kinderbüchern zu tun ;)) und
einer rein gar nichts aussagenden Homepage keine Spuren. Und
zu Millionären wird Shemhamforash die Polen
bestimmt auch nicht gemacht haben, dazu bedarf es dann doch
mehr als einen simpel gespielten und schwarz eingefärbten
Mix aus Death und Thrash Metal. Schwarz eingefärbt: REVELATION
OF DOOM geben ausdruckssicher so ziemlich alles zum Besten,
was es an zünftigen Black Metal Zubehör bedarf. Da
zeigt das Kreuz nach Süden, Ziegenhörner zieren das
Backcover genauso wie Ziegen im Track The Goatwhore dann
auch gleich meckern dürfen, Jungfrauen stöhnen lustvoll
und in Tracks der Kante Six Six Six, From Metal To Hell,
Phalluscipher The Godcrusher oder Darkness Shall Be
ist die textliche Aussage auch nicht schwer zu erraten. Das
über 3 Minuten lange und absolut überflüssige
Ave Satanas – Hail Satan Gebrabbel zum Ausklang von Shemhamforash
können sich REVELATION OF DOOM getrost an die Backe
nageln. So weit die inhaltliche Aussage, die musikalische ist
genauso einfach strukturiert. Revolutionäres ist Mangelware.
Dafür gibt es aber – man höre und staune –
Effektivität in der Umsetzung noch und nöcher. Gefrickel
wird gänzlich außen vor gelassen, die Polen setzen
ganz auf das Baukastenprinzip. Wenn ein Riff zündet, dann
wird das bis zur Exzesse geschmettert und nur durch einen kompletten
Stilbruchpart oder durch Tempoverschärfungen oder –drosselungen
entschärft. So finden sich neben Thrash-Riffs und Blast
Geballer auch gerne mehr als offensichtliche Autopsy oder Hellhammer
Parts wieder. Und genau diese einfachen Strukturen mit straighter
Ausrichtung verleihen den Tracks einen hohen Wiedererkennungswert
und jede Menge Zündstoff. Eine passende rohe Produktion
drübergelegt und fertig ist ein einfacher, feiner Knaller.
Eine Frage bleibt aber offen: Wo sind sie denn jetzt hin?