RIVERSIDE – Rapid Eye Movement

 
Label: InsideOut Music
Release: 28.09.2007
Von: Joking
Punkte: 9/10
Time: 55:50
Stil: Progressive Rock
URL: Riverside
 
Rapid Eye Movement ist der abschließende Teil von RIVERSIDE’s „Reality Dream“ Trilogie, in der es um Einsamkeit, Selbstwahrnehmung und Selbstbetrug geht.
Im Unterschied zum Vorgänger Second Life Syndrome wurde der Härtegrad wieder ein ganzes Stück heruntergeschraubt und RIVERSIDE präsentieren sich als gereifte Band, die mit düsterem Behagen im großen und tiefen Post Pink Floyd Pool ein Bad nimmt. Doch Band und Album sind weit davon entfernt zur Kopie zu verkommen, denn trotz der stimmungsmäßigen Annäherung ans Debüt, bei dem Porcupine Tree wesentlich deutlicher Einflussgeber waren, bewegen sich RIVERSIDE auf einer eigenen Spur. Neben Ausflügen in den alternativen Singer/Songwriter Bereich finden sich Stellen, die an die späten Depeche Mode erinnern. Auffällig ist, dass sich die Keyboards im Vergleich zu den beiden Vorläufern ein wenig in den Vordergrund schieben, und so prägnante Farbtupfer setzen. Besonderes Kennzeichen des gesamten Albums sind die Effektivität und Ökonomie, mit der Gefühl und Härte eingesetzt werden. Da ist kein Ton zu viel, Solos werden nicht tot geritten, selbst der lange Ultimate Trip wird nicht zur ausufernden Selbstbeweihräucherung, sondern dient dazu die seelenwunde Geschichte stimmungs- und effektvoll zu einem Abschluss zu bringen.
Drei Alben auf ähnlich hohem Niveau (vier, wenn man die ebenfalls hervorragende XXL EP Voices In My Head mitrechnet) sind schon eine starke Leistung. Eine wirkliche Steigerung blieb zum Erstling zwar aus, wer aber auf derart hohem Level musiziert, darf sich ein wenig Stagnation erlauben; vor allem weil die Variationen, die sowohl Second Life Syndrome wie Rapid Eye Movement bieten, ungemein hörenswert sind. Und wir bleiben gespannt, wie und womit es mit RIVERSIDE weitergeht.