Rapid
Eye Movement ist der abschließende Teil
von RIVERSIDE’s „Reality Dream“
Trilogie, in der es um Einsamkeit, Selbstwahrnehmung und Selbstbetrug
geht.
Im Unterschied zum Vorgänger Second Life Syndrome
wurde der Härtegrad wieder ein ganzes Stück heruntergeschraubt
und RIVERSIDE präsentieren sich als gereifte
Band, die mit düsterem Behagen im großen und tiefen
Post Pink Floyd Pool ein Bad nimmt. Doch Band und Album sind
weit davon entfernt zur Kopie zu verkommen, denn trotz der stimmungsmäßigen
Annäherung ans Debüt, bei dem Porcupine Tree wesentlich
deutlicher Einflussgeber waren, bewegen sich RIVERSIDE
auf einer eigenen Spur. Neben Ausflügen in den alternativen
Singer/Songwriter Bereich finden sich Stellen, die an die späten
Depeche Mode erinnern. Auffällig ist, dass sich die Keyboards
im Vergleich zu den beiden Vorläufern ein wenig in den
Vordergrund schieben, und so prägnante Farbtupfer setzen.
Besonderes Kennzeichen des gesamten Albums sind die Effektivität
und Ökonomie, mit der Gefühl und Härte eingesetzt
werden. Da ist kein Ton zu viel, Solos werden nicht tot geritten,
selbst der lange Ultimate Trip wird nicht zur ausufernden
Selbstbeweihräucherung, sondern dient dazu die seelenwunde
Geschichte stimmungs- und effektvoll zu einem Abschluss zu bringen.
Drei Alben auf ähnlich hohem Niveau (vier, wenn man die
ebenfalls hervorragende XXL EP Voices In My Head
mitrechnet) sind schon eine starke Leistung. Eine wirkliche
Steigerung blieb zum Erstling zwar aus, wer aber auf derart
hohem Level musiziert, darf sich ein wenig Stagnation erlauben;
vor allem weil die Variationen, die sowohl Second
Life Syndrome wie Rapid Eye Movement
bieten, ungemein hörenswert sind. Und wir bleiben gespannt,
wie und womit es mit RIVERSIDE weitergeht.