Somit
habe ich mich also doch nicht geirrt. RITUAL
beehren uns Anfang 2004 nicht mit einer neuen CD, sondern veröffentlichen
ihr selbstbetiteltes Debüt nun europaweit und remastered.
Nachdem mich ihr letztes Album vor einige Probleme stellte, weil
es einfach zu sperrig und zu planlos wirkte, ist Ritual
dagegen eine wahre Offenbarung und zeigt die eindeutig
stärkeren Roots des Quartetts auf. Die elf Songs wirken –
verglichen mit Think Like A Mountain
- homogen, nachvollziehbar und vor allem auch dynamisch. Prog-Rock,
aber mit starker Folk-Schlagseite und viel Eingängigkeit.
Besonders interessant sind die mehrstimmigen Refrains, die mich
immer wieder an Queen in den 70ern erinnern – toll! Herausragend
ist vor allem auch die Stimme Patrik Lundströms, der mich
gelegentlich an Waltari’s Kärtsi Hatakka denken lässt.
Als kleine Hits entpuppen sich Songs wie Wingspread,
Typhoons Decide und das epische Solitary Man,
in denen die Band alle Register ihres Könnens unter Beweis
stellt.
Alles in Allem ein hervorragendes Album, das nur die Frage offen
lässt, ob RITUAL damit anno 1996 etwa bereits
ihren Zenit erreicht hatten… Wenn nicht, so hoffe ich inständig,
dass das nächste reguläre Album der Band eine logische
Fortführung des auf Ritual gebotenen
Materials darstellen wird!
|