Im weltweiten
Doom-Underground genießen die Finnen von REVEREND
BIZARRE schon seit Jahren einen absoluten Kultstatus.
Dass dieser aber tatsächlich berechtigt ist und nicht nur
auf pseudo-elitärem Geschwafel basiert, beweist II:
Crush The Insects, der Nachfolger des Debütalbums
In The Rectory Of The Bizarre Reverend
(2002). REVEREND BIZARRE konzentrieren sich
auf das Wesentliche: gute, stilechte Songs mit kernigen Riffs
und nachvollziehbaren Strukturen. Platz für Experimente
gibt es hier nicht, schon gar nicht wird in die Richtung des
verhassten Stoner Rocks geschielt („.. puritans are awake,
the crusade against trendy stoner shit goes ever on.“).
Der ausgeprägte Minimalismus, mit dem hier zu Werke gegangen
wird, überzeugt sofort und macht das Album sympathisch.
Der Titel des Openers Doom Over The World ist hier
zwar Programm, doch wer langweilige, anstrengende Songungetüme
erwartet, wird positiv überrascht sein. Mehr als nur einmal
bedient man sich flotteren Rhythmen und hält den Hörer
mit einprägsamen, leicht theatralischen Gesangslinien bei
der Stange. Das Herzstück der Songs bilden aber die Riffs,
die hier und da sogar Ohrwurmcharakter besitzen und immer wieder
an die guten alten Black Sabbath erinnern. Vor allem das Openertrio
Doom Over The World/The Devil Rides Out/Cromwell verzichtet
auf schleppende Ausschweifungen den Slow Motion-Bereich, sondern
kommt recht schnell auf den Punkt. Richtig langsam wird es allerdings
bei der Singleauskopplung Slave Of Satan. Zusammen
mit den bösartigen Lyrics, die allerdings immer mit einem
Augenzwinkern zu verstehen sind, baut sich dieser 14-Minüter
zu einer wahren Doom-Orgie auf, die allerdings mit einem Minimum
an Riffs auskommt und trotzdem nicht öde wird – eine
Kunst, die REVEREND BIZARRE meisterhaft verstehen.
Der Höhepunkt der Traurigkeit wird allerdings erst mit
Eternal Forest erreicht, das mit wunderbar melancholischen
Leads aufwarten kann und sich ohne Tempoveränderungen durch
seine elf Minuten quält. Der Rausschmeißer Fucking
Wizard kombiniert die zwei Extreme von REVEREND
BIZARRE, denn der kompromisslos bedrückende erste
Teil des Songs, der einmal mehr frappierend an Black Sabbath
erinnert, schlägt plötzlich und wenn man es schon
gar nicht mehr erwarten würde, in einen dreckig und düster
daherrockenden Part um, der das Album würdig schließt.
Was bleibt also anderes übrig, als diesem exklusiven Trio
zu bescheinigen, ein wahrlich fesselndes Album veröffentlicht
zu haben, das durch hundertprozentige Authentizität, Ehrlichkeit
und Rohheit mehr als nur positiv auffällt?!