REVEREND BIZARRE – II: Crush The Insects

 
Label: Spikefarm Records
Release: 15.07.2005
Von: Polsi
Punkte: 9,5/10
Time: 73:30
Stil: Doom Metal
URL: Reverend Bizarre
 

Im weltweiten Doom-Underground genießen die Finnen von REVEREND BIZARRE schon seit Jahren einen absoluten Kultstatus. Dass dieser aber tatsächlich berechtigt ist und nicht nur auf pseudo-elitärem Geschwafel basiert, beweist II: Crush The Insects, der Nachfolger des Debütalbums In The Rectory Of The Bizarre Reverend (2002). REVEREND BIZARRE konzentrieren sich auf das Wesentliche: gute, stilechte Songs mit kernigen Riffs und nachvollziehbaren Strukturen. Platz für Experimente gibt es hier nicht, schon gar nicht wird in die Richtung des verhassten Stoner Rocks geschielt („.. puritans are awake, the crusade against trendy stoner shit goes ever on.“). Der ausgeprägte Minimalismus, mit dem hier zu Werke gegangen wird, überzeugt sofort und macht das Album sympathisch.
Der Titel des Openers Doom Over The World ist hier zwar Programm, doch wer langweilige, anstrengende Songungetüme erwartet, wird positiv überrascht sein. Mehr als nur einmal bedient man sich flotteren Rhythmen und hält den Hörer mit einprägsamen, leicht theatralischen Gesangslinien bei der Stange. Das Herzstück der Songs bilden aber die Riffs, die hier und da sogar Ohrwurmcharakter besitzen und immer wieder an die guten alten Black Sabbath erinnern. Vor allem das Openertrio Doom Over The World/The Devil Rides Out/Cromwell verzichtet auf schleppende Ausschweifungen den Slow Motion-Bereich, sondern kommt recht schnell auf den Punkt. Richtig langsam wird es allerdings bei der Singleauskopplung Slave Of Satan. Zusammen mit den bösartigen Lyrics, die allerdings immer mit einem Augenzwinkern zu verstehen sind, baut sich dieser 14-Minüter zu einer wahren Doom-Orgie auf, die allerdings mit einem Minimum an Riffs auskommt und trotzdem nicht öde wird – eine Kunst, die REVEREND BIZARRE meisterhaft verstehen.
Der Höhepunkt der Traurigkeit wird allerdings erst mit Eternal Forest erreicht, das mit wunderbar melancholischen Leads aufwarten kann und sich ohne Tempoveränderungen durch seine elf Minuten quält. Der Rausschmeißer Fucking Wizard kombiniert die zwei Extreme von REVEREND BIZARRE, denn der kompromisslos bedrückende erste Teil des Songs, der einmal mehr frappierend an Black Sabbath erinnert, schlägt plötzlich und wenn man es schon gar nicht mehr erwarten würde, in einen dreckig und düster daherrockenden Part um, der das Album würdig schließt.
Was bleibt also anderes übrig, als diesem exklusiven Trio zu bescheinigen, ein wahrlich fesselndes Album veröffentlicht zu haben, das durch hundertprozentige Authentizität, Ehrlichkeit und Rohheit mehr als nur positiv auffällt?!