Vielleicht
ist The Origins Of Ruin ein bisschen
zu durchkonstruiert, vielleicht klingt es zu gut, vielleicht
ist es zu ausgewogen - vielleicht sind manche Einwände
auch nur Erfüllungsgehilfen ihrer selbst…
Ray Alder singt souverän wie von seiner (bisherigen?) Stammband
Fates Warning gewohnt; der einzige Songwriter Nicolas Van Dyk
liefert im Verbund mit Bernie Versailles schneidend harte Gitarrenriffs,
die er mit dezenten, aber einprägsamen Keyboardsounds konterkariert.
So entsteht kein sinnloses Gebrazze, sondern Songs voller Breaks
und gegenläufiger Stimmungen, die wie blindes Händeschütteln
harmonieren. Chris Quirarte ist der passende, präzise Schlagzeuger
zu diesem Par-Force-Ritt und Sean Andrews ein druckvoller Bassist
von ähnlicher Qualität. Sind die schnellen Stücke
gelungene Beispiele für Thinking Man’s Metal, so
zeigt sich REDEMPTION’s wahre Stärke
bei den langsameren Liedern. Hier siegt Emotion über Technik
und die Verliebtheit ins eigene Können rückt in den
Hintergrund. Wie jede gute Band wissen REDEMPTION
wann es Zeit ist vom Gas auf die Bremse zu treten – und
umgekehrt (beides eindrucksvoll nachzuhören in Used
To Be). Präzision und eine gelungene Dramaturgie zeichnen
The Origins Of Ruin aus. Mitunter
Grenzen zu überschreiten zeugt von einer Offenheit, die
dem Vorwurf des strukturellen Overkills zuwiderläuft. Das
Werk macht schlicht und einfach Spaß; es gibt viel zu
entdecken: Riffs von denen Theater träumen, Keyboardfiguren,
die man teilweise eher bei Joy Divison oder vergleichbaren Bands
vermuten würde; Momente in den heftig drauflos galoppiert
und solche in denen die Ruhe vor dem Sturm eindrucksvoll zelebriert
wird. Klasse Album; und Blind My Eyes einer DER Songs
– zumindest für’s erste Halbjahr - 2007!