REDEMPTION – The Origins Of Ruin

 
Label: InsideOut
Release: 30.03.2007
Von: Joking
Punkte: 8.5/10
Time: 57:17
Stil: Progressive Metal
URL: Redemption
 
Vielleicht ist The Origins Of Ruin ein bisschen zu durchkonstruiert, vielleicht klingt es zu gut, vielleicht ist es zu ausgewogen - vielleicht sind manche Einwände auch nur Erfüllungsgehilfen ihrer selbst…
Ray Alder singt souverän wie von seiner (bisherigen?) Stammband Fates Warning gewohnt; der einzige Songwriter Nicolas Van Dyk liefert im Verbund mit Bernie Versailles schneidend harte Gitarrenriffs, die er mit dezenten, aber einprägsamen Keyboardsounds konterkariert. So entsteht kein sinnloses Gebrazze, sondern Songs voller Breaks und gegenläufiger Stimmungen, die wie blindes Händeschütteln harmonieren. Chris Quirarte ist der passende, präzise Schlagzeuger zu diesem Par-Force-Ritt und Sean Andrews ein druckvoller Bassist von ähnlicher Qualität. Sind die schnellen Stücke gelungene Beispiele für Thinking Man’s Metal, so zeigt sich REDEMPTION’s wahre Stärke bei den langsameren Liedern. Hier siegt Emotion über Technik und die Verliebtheit ins eigene Können rückt in den Hintergrund. Wie jede gute Band wissen REDEMPTION wann es Zeit ist vom Gas auf die Bremse zu treten – und umgekehrt (beides eindrucksvoll nachzuhören in Used To Be). Präzision und eine gelungene Dramaturgie zeichnen The Origins Of Ruin aus. Mitunter Grenzen zu überschreiten zeugt von einer Offenheit, die dem Vorwurf des strukturellen Overkills zuwiderläuft. Das Werk macht schlicht und einfach Spaß; es gibt viel zu entdecken: Riffs von denen Theater träumen, Keyboardfiguren, die man teilweise eher bei Joy Divison oder vergleichbaren Bands vermuten würde; Momente in den heftig drauflos galoppiert und solche in denen die Ruhe vor dem Sturm eindrucksvoll zelebriert wird. Klasse Album; und Blind My Eyes einer DER Songs – zumindest für’s erste Halbjahr - 2007!