RAVENTHRONE - Endless Conflict Theorem


 

Label: Avantgarde Music

Release: 25. 03. 2002

Von: Dunja

Punkte: 5

Lange war es ruhig gewesen um diese Formation, rund um Pazuzu Mann Ray, in der auch Allround Workaholic Martin Schirenc seine Finger im Spiel hat, denn seit ihrem Debüt Malice in Wonderland im Jahre 1997 hatte man aus Mangel an Lebenszeichen schon vermuten dürfen, RAVENTHRONE seien wie viele andere Bands bereits nach dem ersten Album gestorben - aber so kann man sich irren. Mit Endless Conflict Theorem ist der Hauptsitz der Band mit Ray zwar nach Kanada verlegt worden, jedoch wurde auch diesmal mit Martin Schirenc in Wien aufgenommen, zusammen mit Mike Gröger (der übrigens auch für HOLLENTHON tätig ist) an den Drums. Bei soviel "Staraufgebot" würde man eigentlich meinen, dass hier nur etwas Gutes herauskommen kann...

RAVENTHRONE spielen, wie auf dem Vorgänger, Folk/Epic Metal, der besonders von Synthesizern geprägt ist und auf melodiöse Klangteppiche aufgebaut wird. Zudem haben die Songs eigene Charaktere, so wird A Night Among The Ruins Of Basra größtenteils von einem orientalischen Blasinstrument gespielt, und wirkt so ob der morgenländischen, melancholischen Stimmung doch sehr konträr zu dem Rest des Albums, welches eher frisch und fröhlich gehalten wurde. The Wayfearers Song hingegen ist ein typisches Folk/Epic Stück mit mehrstimmigem Männergesang, dass auf einer CD wie dieser nicht fehlen darf.

Doch so gut das Ganze von der Beschreibung her auch klingen mag, irgendwie wirkt das Album einfach nur langweilig und nervend. Das mag vielleicht daran liegen, dass sich das Tempo die meiste Zeit im selben Bereich befindet und permanentes Midtempo-Gedudel auf Dauer etwas öde wirkt, zudem klingen die Songs trotz ihrer oben genannten Besonderheiten von der Atmosphäre her ziemlich gleich - man merkt zwar, dass hier mit Fingerspitzengefühl gearbeitet wurde, doch ist das Gesamtergebnis eben doch eher enttäuschend. Besonders störend finde ich außerdem, dass einige Songs an die Deutschen Goth Metaller Crematory erinnern - besonders bei Soulstorm muss ich jedes Mal an das extrem nervende Tears Of Time denken, da die Keyboardlinien doch sehr ähnlich sind.

Somit kann ich hier zwar nicht von einem schlechten Album sprechen, jedoch fehlt es mir hier einfach an Substanz und Gefühl, die mir eben bei Musik das wichtigste sind - mag wahrscheinlich auch daran liegen, dass mich fröhlich klingende Musik nur selten anspricht. Wer jedoch melodischen Metal liebt und auch gegen ein teilweise penetrantes Keyboard nichts einzuwenden hat, wird RAVENTHRONE mögen - ich allerdings kann Endless Conflict Theorem nur als Durchschnitt einstufen.

www.malicegarden.com