RAM ZET – Escape

 
Label: Century Media
Release: 25.03.2002
Von: Dajana
Punkte: 6,5/10
Time: 63:42
Stil: Progressive Metal
URL: Ram-Zet
 

Es hat eine Weile gedauert, bis der Nachfolger Escape das Licht der Welt erblickte. Neugierig war ich, wie man auf Escape den eingeschlagenen Stil des Debüts weiterverfolgen und entwickeln würde. Das in 2002 erschienene Pure Therapy hatte mir ziemlich gut gefallen.

Leider wird Escape den Erwartungen nicht gerecht ( zumindest nicht meinen ). Auf Pure Therapy gab es noch verstörend schöne Melodien, eine abgefahrene Mischung aus Power und Black Metal mit Industrial Einflüssen und eine Menge schräger Samples, welche eine hypnotisch paranoide Atmosphäre erzeugten. Jedes Instrument kreierte Gegensätze aber zusammen bildeten sie dennoch eine schizophrene Harmonie. Nicht zu vergessen Ohrwürmer wie Eternal Voice und Kill My Thoughts.
All das findet man auf Escape nicht mehr! Dieses Album ist wesentlich eingängiger und glatter. Auf Industrial Einflüsse verzichtet man nun ganz, auch die Black Metal Einflüsse sucht man vergebens. Aus der vereinzelt eingesetzten weiblichen Stimme sind nun 2 Sängerinnen geworden, die die Ausdrucksstärke des Vorgängeralbums nicht mehr erreichen.
Dennoch sind die Geigen noch immer da und bilden gekonnt Gegensätze. Auch die einen oder anderen Samples und Loops sind noch vorhanden, welche dem Album einen gewissen psychotischen Touch verleihen und Zet's Stimme vermag einem noch immer Gänsehaut zu bescheren. Die Gitarrenarbeit ist über jeden Makel erhaben. Kraftvolle Riffs, gekonnt gesetzte Breaks und eine Prise progressiver Einflüsse. Die Produktion steht der des Vorgängers in nichts nach, hat man hier wieder im eigenen Studio Hand angelegt. Die einzelnen Tracks sind überdurchschnittlich lang ( 7 - 9 Minuten ), so dass man ab und zu auf Grund der stilistischen Vielfalt den Faden verliert und nicht so recht weiß, in welchem Track man gerade ist. Letztendlich muß ich ehrlich gestehen, das ich Sängerin Sfinx's Gesang nicht sonderlich mag.

Also alles in allem trotzdem ein gelungenes Album, welches noch immer nicht einfach zu verdauen ist, aber dennoch nicht so stark, wie der Vorgänger. Wer es also gern schräg mag und Escape ein paar Durchläufe gestattet, um sich zu entwickeln, wird sicherlich seine Freude dran haben.
Anspieltipps: The Seeker und Pray