Es hat eine
Weile gedauert, bis der Nachfolger Escape das
Licht der Welt erblickte. Neugierig war ich, wie man auf Escape
den eingeschlagenen Stil des Debüts weiterverfolgen und entwickeln
würde. Das in 2002 erschienene Pure Therapy hatte
mir ziemlich gut gefallen.
Leider wird
Escape den Erwartungen nicht gerecht ( zumindest
nicht meinen ). Auf Pure Therapy gab es noch verstörend
schöne Melodien, eine abgefahrene Mischung aus Power und Black
Metal mit Industrial Einflüssen und eine Menge schräger Samples,
welche eine hypnotisch paranoide Atmosphäre erzeugten. Jedes
Instrument kreierte Gegensätze aber zusammen bildeten sie dennoch
eine schizophrene Harmonie. Nicht zu vergessen Ohrwürmer wie
Eternal Voice und Kill My Thoughts.
All das findet man auf Escape nicht mehr! Dieses
Album ist wesentlich eingängiger und glatter. Auf Industrial
Einflüsse verzichtet man nun ganz, auch die Black Metal Einflüsse
sucht man vergebens. Aus der vereinzelt eingesetzten weiblichen
Stimme sind nun 2 Sängerinnen geworden, die die Ausdrucksstärke
des Vorgängeralbums nicht mehr erreichen.
Dennoch sind die Geigen noch immer da und bilden gekonnt Gegensätze.
Auch die einen oder anderen Samples und Loops sind noch vorhanden,
welche dem Album einen gewissen psychotischen Touch verleihen
und Zet's Stimme vermag einem noch immer Gänsehaut zu bescheren.
Die Gitarrenarbeit ist über jeden Makel erhaben. Kraftvolle
Riffs, gekonnt gesetzte Breaks und eine Prise progressiver Einflüsse.
Die Produktion steht der des Vorgängers in nichts nach, hat
man hier wieder im eigenen Studio Hand angelegt. Die einzelnen
Tracks sind überdurchschnittlich lang ( 7 - 9 Minuten ), so
dass man ab und zu auf Grund der stilistischen Vielfalt den
Faden verliert und nicht so recht weiß, in welchem Track man
gerade ist. Letztendlich muß ich ehrlich gestehen, das ich Sängerin
Sfinx's Gesang nicht sonderlich mag.
Also alles
in allem trotzdem ein gelungenes Album, welches noch immer nicht
einfach zu verdauen ist, aber dennoch nicht so stark, wie der
Vorgänger. Wer es also gern schräg mag und Escape
ein paar Durchläufe gestattet, um sich zu entwickeln, wird sicherlich
seine Freude dran haben.
Anspieltipps: The Seeker und Pray