QUEENSRŸCHE – Operation Mindcrime II

 
Label: Rhino
Release: 31.03.2006
Von: Dajana
Punkte: 6.5/10
Time: 59:08
Stil: Progressive Power Metal
URL: Queensrÿche
 
I remember... I remember how it started ... I can’t remember yesterday… I just remember doing what they told me… Told me… Told me… Told me…

So beginnt eines der großartigsten Konzeptalben der Metalwelt: Operation Mindcrime aus dem Jahre 1988, das bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat.
Als nun QUEENSRŸCHE bekanntgaben, ihr legendäres Meisterwerk musikalisch fortzusetzen zu wollen, waren die Bedenken groß und die Diskussionen heftig. QUEENSRŸCHE haben sich inzwischen meilenweit von dem wegentwickelt, was sie damals zu einer der außergewöhnlichsten Bands und Operation Mindcrime zu einem absoluten Geniestreich machte und sind heute – um ehrlich zu sein – nahezu in der Versenkung verschwunden. Mit welcher Intention man nun an dieses Projekt heranging sei einfach mal dahingestellt. Letztendlich zählt, was dabei herauskommt...
Und da ist es endlich, das Fortsetzungswerk Operation Mindcrime II... und wird wohl von jedermann penibel unter die Lupe genommen werden.
Inhaltlich schließt die Geschichte natürlich an Operation Mindcrime an: Mit bitteren Erinnerungen im Knast an Liebe, Reue, Irreführung und Mißbrauch. 18 Jahre sind vergangen und Nikki wird aus dem Gefängnis entlassen, mit nichts als Rache und Wut in Kopf und Bauch, die er auf Doktor X (Gaststimme Ronny James Dio) und den Mörder von Sister Mary (wieder Pamela Moore) richtet.
Musikalisch bekommt man gleich mit dem Intro symphonischen Bombast vorgesetzt, der irgendwie überhaupt nicht zu dem passen will, was man eigentlich erwartet. Man wird aber dann umgehend mit den rasant krachigen Nummern I’m American und One Foot In Hell versöhnt. Mit der zweiten Single-Auskopplung The Hands lehnt man sich musikalisch zum ersten Mal an das Erstwerk an, lässt diesen Eindruck aber mit seltsamen uhhhhh-Refrains wieder verblassen. Re-Arrange You offenbart noch einmal die symphonische Note im Background, welche aber auch hier in keinster Weise Akzente setzt und hätte außen vor gelassen werden können.

Operation Mindcrime II ist definitiv ein Werk, in das man sich erst reinfinden muss, das mehrere Durchläufe braucht, um sich einem zu erschließen. Danach mag man es oder nicht. Die symphonischen Parts sind und bleiben mir persönlich etwas suspekt und hätten auch weggelassen werden können. Viele Songs bleiben nicht im Ohr hängen, auch wenn sie handwerklich erster Güte sind. Dafür sind die Duette ganz groß, besonders die Wortgefechte mit Dr. X oder die Balladen If I Could Change It All und All The Promises.
Die Erwartungen waren groß, die Skepsis ebenso und damit auch der Druck auf QUEENSRŸCHE, es sich selbst und all den anderen zu beweisen, das sie es immer noch draufhaben. Operation Mindcrime II ist ein gutes Album, das inhaltlich und musikalisch viel zu bieten hat. Aber es ist nicht der (vermutlich erwartete) Überflieger und reicht auch keineswegs an den ersten Teil heran. Dennoch denke ich, dass man mit Operation Mindcrime II die Geschichte zu einem würdigen Abschluß gebracht hat.