Im
Jahre 2005 landete die Debüt-CD dieser talentierten Band
aus der Steiermark in meinem Player und seitdem der Laser den
ersten Ton erfasste, hatten PERISHING MANKIND schon
gewonnen. Diese Liebe auf den ersten Ton gibt es bei der zweiten
Veröffentlichung Wonderland allerdings
nicht.
Das mag mehrere Gründe haben: zuerst einmal ist der Überraschungseffektsbonus
des Newcomers weg, jetzt nehme ich das Mädel und die Jungs
ohne Gnade ins Kreuzverhör ;) Weiters gestaltet sich der
Weg ins Wonderland als nicht so direkt
wie es bei Fall Of Men der Fall war.
Die CD hat weniger „Single-Hits“ als der Vorgänger,
ist im Gegensatz dazu aber homogener und eine gleichmäßig
hoch stehende Produktion. Leider klingt der Klargesang auf bzw.
im Wonderland nicht 100%ig ausgereift,
manchmal einfach charmant schräg ein bisserl neben der
Spur. Das ist sicherlich nicht objektiv zu beurteilen, meinen
Geschmack trifft Sänger Holger aber eher in den aggressiven,
thrashigen Tonlagen und die beherrscht der Frontman bestens.
Die Gitarrenfraktion (Gernot und Georg) war schon immer ein
Aushängeschild von PERISHING MANKIND und
so verhält es sich auch auf Wonderland.
Unter die melodischen Gitarrenläufe legen Beate am Schlagzeug
und Bassist Paul einen fundierten Rhythmusteppich, der präzise
die Kompositionen unterlegt. Die Songs sind allesamt darauf
ausgerichtet, ein Live-Gefühl zu transportieren und bei
Konzerten funktioniert die explosive Mixtur bestens (wie schon
ein paar Mal erprobt). Diese leicht nachvollziehbare Eingängigkeit
lässt aber dennoch genug Raum für technische Feinheiten.
In Song 7 Haunted taucht eine ungewöhnlich sperrige
Struktur auf, der Bass übernimmt teilweise die (Melodie-)
Führung. Das bringt mich gleich direkt zur Produktion -
diese lässt alle Instrumente gleichberechtigt nebeneinander
zur Geltung kommen. Recht episch geben sich die Steirer mit
dem knapp 8minütigen Track namens False God, gespickt
mit coolen Gitarren-Leads und sehr gutem Gesangsvortrag.
So nach und nach entfalten sich immer mehr positive Seiten und
ich fühle mich nach einem steinigen Weg im Wonderland
immer wohler. PERISHING MANKIND haben den Dreh
einfach raus, anspruchsvoll und eingängig zugleich zu klingen.
Die Geschwindigkeit variieren sie ebenso immer im richtigen
Moment. Dazu das akzentuierte und kraftvolle Drumming gepaart
mit versiertem Bassspiel, fein ausgearbeitete Gitarrnharmonien
– und fertig ist eine Dreiviertelstunde voll mit unterhaltsam-hochmelodischem
Death Metal mit thrashiger Färbung wegen des Gesangs. Hier
würde ich in Zukunft weniger mit Klargesängen arbeiten,
aber das ist sicherlich Ansichtssache.
Nach anfänglichen Gewöhnungsproblemen wächst
und gedeiht Wonderland also zu einem
starken, gut ausbalancierten Scheibchen, sowohl die Musik als
auch die Produktion betreffend. Das Cover sowie Booklet sind
ebenso ansprechend – und da ich bei jedem Hördurchlauf
immer wieder neue Details ausfindig machen kann, gibt es auch
im Bereich Anspruch noch einen Pluspunkt. Jungs und Mädel,
ihr seid definitiv auf dem richtigen Weg – und der führt
mit einer anständigen Tour im Rücken sicherlich steil
nach oben. Also: lasst euch PERISHING MANKIND
live nicht entgehen, Tourdates findet ihr auf der Homepage.