PERISHING MANKIND – Wonderland

 
Label: Noisehead Records
Release: März 2007
Von: Stormlord
Punkte: 8.5/10
Time: 47:14
Stil: Death/Thrash Metal
URL: Perishing Mankind
 
Im Jahre 2005 landete die Debüt-CD dieser talentierten Band aus der Steiermark in meinem Player und seitdem der Laser den ersten Ton erfasste, hatten PERISHING MANKIND schon gewonnen. Diese Liebe auf den ersten Ton gibt es bei der zweiten Veröffentlichung Wonderland allerdings nicht.
Das mag mehrere Gründe haben: zuerst einmal ist der Überraschungseffektsbonus des Newcomers weg, jetzt nehme ich das Mädel und die Jungs ohne Gnade ins Kreuzverhör ;) Weiters gestaltet sich der Weg ins Wonderland als nicht so direkt wie es bei Fall Of Men der Fall war. Die CD hat weniger „Single-Hits“ als der Vorgänger, ist im Gegensatz dazu aber homogener und eine gleichmäßig hoch stehende Produktion. Leider klingt der Klargesang auf bzw. im Wonderland nicht 100%ig ausgereift, manchmal einfach charmant schräg ein bisserl neben der Spur. Das ist sicherlich nicht objektiv zu beurteilen, meinen Geschmack trifft Sänger Holger aber eher in den aggressiven, thrashigen Tonlagen und die beherrscht der Frontman bestens. Die Gitarrenfraktion (Gernot und Georg) war schon immer ein Aushängeschild von PERISHING MANKIND und so verhält es sich auch auf Wonderland. Unter die melodischen Gitarrenläufe legen Beate am Schlagzeug und Bassist Paul einen fundierten Rhythmusteppich, der präzise die Kompositionen unterlegt. Die Songs sind allesamt darauf ausgerichtet, ein Live-Gefühl zu transportieren und bei Konzerten funktioniert die explosive Mixtur bestens (wie schon ein paar Mal erprobt). Diese leicht nachvollziehbare Eingängigkeit lässt aber dennoch genug Raum für technische Feinheiten. In Song 7 Haunted taucht eine ungewöhnlich sperrige Struktur auf, der Bass übernimmt teilweise die (Melodie-) Führung. Das bringt mich gleich direkt zur Produktion - diese lässt alle Instrumente gleichberechtigt nebeneinander zur Geltung kommen. Recht episch geben sich die Steirer mit dem knapp 8minütigen Track namens False God, gespickt mit coolen Gitarren-Leads und sehr gutem Gesangsvortrag.
So nach und nach entfalten sich immer mehr positive Seiten und ich fühle mich nach einem steinigen Weg im Wonderland immer wohler. PERISHING MANKIND haben den Dreh einfach raus, anspruchsvoll und eingängig zugleich zu klingen. Die Geschwindigkeit variieren sie ebenso immer im richtigen Moment. Dazu das akzentuierte und kraftvolle Drumming gepaart mit versiertem Bassspiel, fein ausgearbeitete Gitarrnharmonien – und fertig ist eine Dreiviertelstunde voll mit unterhaltsam-hochmelodischem Death Metal mit thrashiger Färbung wegen des Gesangs. Hier würde ich in Zukunft weniger mit Klargesängen arbeiten, aber das ist sicherlich Ansichtssache.
Nach anfänglichen Gewöhnungsproblemen wächst und gedeiht Wonderland also zu einem starken, gut ausbalancierten Scheibchen, sowohl die Musik als auch die Produktion betreffend. Das Cover sowie Booklet sind ebenso ansprechend – und da ich bei jedem Hördurchlauf immer wieder neue Details ausfindig machen kann, gibt es auch im Bereich Anspruch noch einen Pluspunkt. Jungs und Mädel, ihr seid definitiv auf dem richtigen Weg – und der führt mit einer anständigen Tour im Rücken sicherlich steil nach oben. Also: lasst euch PERISHING MANKIND live nicht entgehen, Tourdates findet ihr auf der Homepage.