PARAGON BELIAL
können recht überraschenden Black Metal mit hervorstechenden
Ideen kredenzen. Das liegt sicher daran, dass sich das finstere
Trio nicht nur in heillose Geschwindigkeitsattacken stürzt,
sondern auch mal das Tempo verschleppt und so manch atmosphärischen
Part beisteuert. Dabei versprühen viele Kompositionen
aber ein dreckiges Rock’n’Roll Feeling, so als
würden Motörhead nun Black Metal spielen. Da passt
die Coverversion von Hellhammers Horus/Agressor bestens
ins Bild. Dazu mischen PARAGON BELIAL die ungestüme
Wucht von Black/Thrash Bands wie Nocturnal Breed und schaffen
so ein feines, teils begeisterndes Werk. Tatsächlich
dürften auch Fans von First Class Black Metal Bands wie
Secrets Of The Moon oder Dark Fortress am harschen, doch intensiven
und abwechslungsreichen Schwarzwurzel-Gebräu Gefallen
finden. Einige Songs ziehen aber schon mächtig vom Leder,
aber auch bei Hochgeschwindigkeits-geschossen wie Solemnize
Me sorgen intensiver Gesang und kleine Schmankerln wie
Glockenschläge für Stimmung.
Sehr gelungen ist die Herausnahme jeglichen Tempos in der
Mitte des dynamisch-dramatischen Necromancer, als nur
mehr vereinzelte Trommelschläge und akustische Gitarren
die Instrumentalarbeit übernehmen und dazu die harsche
Stimme von Andras fies knurrt. Eigentlich fehlt dem Album
nur mehr eine durchschlagskräftige Hymne obwohl manche
Titel wie eben Necromancer oder das abschließend
runter gerotzte Black Metal United & Strong nahe
dran sind.
Nosferathu
Sathanis ist zudem in ein Soundgewand eingehüllt,
das sowohl druckvoll als auch roh klingt. Zudem ertönt
der Bass glücklicherweise sehr fett – nix also
mit Dünnbrettbohrersound oder Transistorradiogitarrengeschrubbe!
Der Geist des ursprünglichen Black Metal wird also mit
einer transparenten Klangmauer verwoben – da kann ich
nur Beifall zollen! Weiter so, meine Herrschaften!